Airbus A220-300 (Foto: Airbus).
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Croatia Airlines erwartet schwieriges Schlussquartal

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Die kroatische Nationalfluggesellschaft Croatia Airlines steht im Zuge ihrer laufenden Umstellung auf eine reine Airbus-A220-Flotte vor erheblichen finanziellen und operationalen Belastungen.

Wie aus dem jüngsten Geschäftsbericht der Airline hervorgeht, stieg der Nettofehlbetrag in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2026 auf 64,7 Millionen Euro an. Dies bedeutet mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem Verlust von 20,9 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der operative Verlust weitete sich von 21,5 Millionen auf 49,3 Millionen Euro aus. Neben der saisonal schwächeren Nachfrage im vierten Quartal belasten kummulierte Auslieferungsverzögerungen beim Flugzeugbauer Airbus, steigende Ausgaben für Triebwerkswartungen, Engpässe bei Ersatzteilen sowie hohe Kerosinpreise die Betriebsergebnisse. Trotz der finanziellen Verluste nähert sich die Erneuerung der Flotte ihrem Abschluss, während die Ausmusterung älterer Flugzeugtypen schrittweise vollzogen wird.

Kummulierte Lieferverzögerungen und operative Auswirkungen der Flottenumstellung

Ein zentraler Einflussfaktor auf die operative Planung von Croatia Airlines sind die Verzögerungen bei der Übernahme neuer Flugzeuge. Nach Unternehmensangaben belaufen sich die aufsummierten Lieferverzögerungen über das gesamte A220-Programm hinweg auf insgesamt 73 Monate. Diese Zahl beschreibt die addierte Verspätung aller georderten Maschinen gegenüber den ursprünglich vertraglich vereinbarten Terminen. Die Unternehmensführung betonte, dass Abweichungen vom Auslieferungsplan die verfügbare Passagierkapazität reduzieren, Flugstreichungen nach sich ziehen und erhebliche Abweichungen bei der Instandhaltungs- und Ressourcenplanung verursachen.

Der parallele Betrieb von drei verschiedenen Flugzeugtypen während der laufenden Übergangsphase erfordert zudem einen erhöhten Koordinationsaufwand und prozedurale Anpassungen im Flugbetrieb. Trotz dieser Einschränkungen steht die Fluggesellschaft kurz vor dem Abschluss des Erneuerungsprogramms. Nach dem Zulauf von zwei weiteren Airbus A220-300 im Oktober 2026 umfasst der Bestand nun 13 von insgesamt 15 bestellten Maschinen der A220-Familie. Das Portfolio setzt sich derzeit aus zwei A220-100 und elf A220-300 zusammen. Die Übergabe einer weiteren A220-300 ist bis Ende des Jahres vorgesehen, während das letzte Flugzeug im ersten Quartal 2027 erwartet wird.

Ausmusterung der Airbus-A319-Teilflotte und Auslauf der Flugbetriebseinsätze

Mit dem Eintreffen der Neuzugänge treibt die Fluggesellschaft den Abgang älterer Fluggeräte voran. Im vergangenen Monat wurden zwei Airbus A319 mit den Kennzeichen 9A-CTG und 9A-CTH an die jeweiligen Leasinggeber zurückgegeben. Derzeit befinden sich noch zwei Maschinen des Typs Airbus A319 im aktiven Liniendienst.

Der letzte kommerzielle Einsatz dieser verbliebenen A319-Flugzeuge ist laut aktuellem Flugplan für den 27. November 2026 vorgesehen. Dabei handelt es sich um einen Umlaufflug zwischen der kroatischen Hauptstadt Zagreb und dem Flughafen Wien. Im Anschluss an diesen Flug sind im Betriebssystem keine weiteren Einsätze für diesen Flugzeugtyp vorgesehen, womit das Kapitel dieser Teilflotte bei Croatia Airlines endet.

Detaillierte Finanzkennzahlen und Aufwandsstrukturen der ersten neun Monate

Die finanziellen Resultate der ersten drei Quartale 2026 spiegeln die Kombination aus betrieblichen Übergangskosten und ungünstigen Marktbedingungen wider. Zwar stieg der Betriebsumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 221,2 Millionen Euro – gestützt auf ein Plus von 6 Prozent bei den Passagiererlösen auf 183,9 Millionen Euro –, die Gesamtausgaben wuchsen jedoch überproportional um 18 Prozent auf 292,6 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz inklusive Finanzerträgen verharre nahezu unverändert bei 227,9 Millionen Euro.

Selbst im historisch ertragsstarken Sommerquartal von Juli bis September 2026 verblieb das Unternehmen im negativen Bereich und bilanzierte einen Nettoverlust von 15,0 Millionen Euro, verglichen mit einem Fehlbetrag von 2,9 Millionen Euro im dritten Quartal 2025. Der Umsatz im Sommerquartal legte um 4 Prozent auf 98,8 Millionen Euro zu, während die Gesamtausgaben um 17 Prozent auf 113,9 Millionen Euro stiegen.

Zu den Haupttreibern der Kostensteigerung zählten erhöhte Ausgaben für Flugkraftstoff infolge von Marktpreisänderungen nach Zuspitzungen des Konflikts im Nahen Osten. Die Kerosinkosten lagen um 20,7 Millionen Euro über dem Niveau der ersten neun Monate des Jahres 2025. Die Aufwendungen für die Flugzeugwartung (ohne Personalkosten) stiegen um 7,6 Millionen Euro, Gebühren für Flughäfen und Flugsicherungsdienste nahmen um 3,3 Millionen Euro zu, und die Abschreibungen erhöhten sich um 4,2 Millionen Euro. Zudem stieg der Zinsaufwand um 43 Prozent auf 11,1 Millionen Euro, was vor allem die Leasingverpflichtungen für die neu eingeflotteten A220-Maschinen widerspiegelt.

Ausblick auf das vierte Quartal und Prioritäten des Managements

Für das vierte Quartal 2026 rechnet die Unternehmensleitung mit anhaltendem Druck auf die Betriebsergebnisse. Das Zusammentreffen des Winterflugplans mit der saisonal verringerten Flugnachfrage schränkt die Möglichkeiten ein, gestiegene Betriebskosten über das Ticketpreisniveau an die Fluggäste weiterzugeben.

Als operative Prioritäten für die kommenden Monate nennt die Fluggesellschaft die strikte Kontrolle der Sachkosten, die Aufrechterhaltung der Stabilität im Flugplan sowie die Anpassung der Kapazitäten an die veränderten Marktbedingungen. Das Erreichen einer nachhaltigen Ertragslage hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Umstellung auf die vereinheitlichte Flottenstruktur abgeschlossen und die Einheitskosten pro Sitzkilometer gesenkt werden können.

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