Die irische Low-Cost-Fluggesellschaft Ryanair hat am 3. November 2026 den Flugplan für die Sommersaison 2027 am Flughafen Klagenfurt vorgestellt.
Das Angebot der Fluggesellschaft umfasst vierzehn wöchentliche Verbindungen zu vier Zielen. Neben der Aufstockung der bestehenden Route nach Palma de Mallorca auf eine tägliche Verbindung nimmt die Fluggesellschaft zwei neue Strecken nach Porto in Portugal sowie Brindisi in Süditalien auf, die jeweils zweimal wöchentlich bedient werden. Ergänzt wird der Flugplan durch drei wöchentliche Rotationen zum Flughafen London-Stansted. Mit den geplanten Frequenzen erhöht der Carrier seine angebotene Gesamtkapazität am Kärntner Regionalflughafen auf über 160.000 Sitzplätze für die Sommersaison.
Die Ankündigung des Streckenausbaus verbindet die Airline mit deutlicher Kritik an den ordnungspolitischen Rahmenbedingungen des österreichischen Luftverkehrsmarktes. Repräsentanten der Fluggesellschaft forderten die Bundesregierung erneut auf, die flugstreckenbezogene Luftverkehrssteuer von 12 Euro pro Passagier abzuschaffen. Nach Angaben der Fluggesellschaft führen die Abgabe sowie die in den vergangenen Jahren gestiegenen Flugsicherungs- und Flughafengebühren zu Wettbewerbsnachteilen gegenüber europäischen Nachbarstaaten wie der Slowakei, Ungarn oder Schweden. Ryanair stellte eine Kapazitätssteigerung an den österreichischen Regionalflughäfen um 150 Prozent in Aussicht, sollte eine Streichung der Abgabe erfolgen.
Die Kontroverse um die Ticketsteuer trifft den Flughafen Klagenfurt in einer Phase struktureller Konsolidierung. Der Standort kämpft seit Jahren um ein stabiles Passagieraufkommen und die Sicherung verlässlicher Linienverbindungen. Während der Ausbau touristischer Sommerrouten das regionale Aufkommen im Outbound- und Inbound-Verkehr stützt, unterliegt das Engagement von Billigfluggesellschaften an kleineren Standorten regelmäßigen betriebswirtschaftlichen Überprüfungen. Regionalflughäfen sind in hohem Maße von den Kapazitätsentscheidungen einzelner Großkunden abhängig, da Ausdünnungen des Flugplans das wirtschaftliche Gesamtergebnis der Betreibergesellschaften direkt belasten.