Die italienische Fluggesellschaft ITA Airways beabsichtigt die Aufnahme von Linienflügen zwischen Mailand-Malpensa und der peruanischen Hauptstadt Lima.
Das Unternehmen bestätigte entsprechende Absichten nach Berichten der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera. Der Flugplan sieht eine Dreiecksverbindung vor, bei der Maschinen des Typs Airbus A350 von Rom-Fiumicino über Lima nach Mailand-Malpensa und auf demselben Kurs zurück verkehren. Geplant sind zwei bis drei wöchentliche Abflüge ab Mailand sowie drei wöchentliche Rotationen ab der Basis in Rom.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund eines verkehrspolitischen Konflikts um Streckenrechte am Flughafen Mailand-Malpensa. Die Golf-Fluggesellschaft Emirates beantragte bei der italienischen Luftfahrtbehörde ENAC die Erteilung von Verkehrsrechten der fünften Freiheit, um eine tägliche Verbindung zwischen Mailand und Lima anzubieten. Während regionale Mandatsträger wie der Präsident der Lombardei, Attilio Fontana, und der Mailänder Bürgermeister Beppe Sala bei Verkehrsminister Matteo Salvini für die Genehmigung des Emirates-Antrags warben, stößt das Vorhaben bei heimischen Fluggesellschaften auf Widerstand.
Der Vorstoß von ITA-Vorstands-Chef Joerg Eberhart markiert eine Kursanpassung im operativen Streckennetz der Airline. Bislang war der Flughafen Mailand-Malpensa im Geschäftsplan der Fluggesellschaft nicht als Drehkreuz für eigene Interkontinentalverbindungen vorgesehen, da sich die Langstreckenaktivitäten auf den Flughafen Rom-Fiumicino konzentrieren. Die Ankündigung, die Anbindung nach Peru nun eigenständig zu bedienen, dient offenkundig dazu, die Vergabe von Streckenrechten an ausländische Mitbewerber im lombardischen Markt zu blockieren.