Die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines hat die Entscheidung der Betreibergesellschaft des Flughafens London-Heathrow zur Verlegung ihrer Abfertigungsprozesse scharf kritisiert.
Nach dem Willen der Flughafenführung soll der Carrier vom Terminal 3 in das Terminal 4 umziehen. Damit würde die Fluggesellschaft räumlich von ihrer britischen Partnergesellschaft Virgin Atlantic getrennt, mit der sie seit mehr als einem Jahrzehnt gemeinsam im Terminal 3 integriert ist. Deltas Vorstandsvorsitzender Ed Bastian bezeichnete den Beschluss als nachteilig für die Passagiere und forderte den Flughafenbetreiber auf, das Vorhaben zu überdenken.
Die bisherige Zusammenlegung im Terminal 3 bildet die betriebliche Grundlage des seit 2013 bestehenden Transatlantik-Joint-Ventures der beiden Airlines, an dem Delta eine Beteiligung von 49 Prozent an Virgin Atlantic hält. Durch die räumliche Nähe lassen sich Umsteigezeiten für Passagiere zwischen den Netzwerken beider Unternehmen kurz halten und Bodendienste gemeinsam nutzen. Eine Standorttrennung würde eine Verlagerung der Umsteigeverkehre erzwingen, da Terminal 4 geografisch von den zentralen Terminals getrennt liegt und nur über Transfersysteme erreichbar ist. Delta kündigte an, rechtliche und verkehrspolitische Schritte gegen die Entscheidung zu prüfen.
Der Flughafen London-Heathrow begründet die Umstrukturierung mit Kapazitätsengpässen und der Notwendigkeit einer Neuordnung der Terminalbelegung im Zuge von Modernisierungsarbeiten. Der britische Großflughafen operiert seit Jahren an der Grenze seiner Belastbarkeit, weshalb Verschiebungsprozesse einzelnen Airlines zugewiesen werden, um Spitzenzeiten in der Abfertigung abzufedern. Ähnliche Konflikte um Terminalplatzierungen gab es in Heathrow bereits in der Vergangenheit, da Standortentscheidungen direkten Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit von Fluggesellschaften im Transatlantikverkehr haben.