Die Vorstände der Flughafen Wien AG, Julian Jäger und Günther Ofner, begrüßen die Ankündigung von Bundeskanzler Christian Stocker zur Senkung der nationalen Flugabgabe und fordern eine zügige Beschlussfassung.
Die Managementführung begründet den Schritt mit einer Schwächung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schwechat. Während am Flughafen Wien verringerte Wachstumsraten beobachtet werden, verzeichnen benachbarte Konkurrenzstandorte wie der Flughafen Bratislava im grenznahen Ausland Zuwächse im Passagieraufkommen. Die Flughafenführung sieht durch die bestehende Abgabenstruktur unter anderem Vorhaben wie den Austausch und Ausbau der Langstreckenflotte des Home Carriers Austrian Airlines beeinträchtigt.
Gleichzeitig weist das Unternehmensmanagement Vorschläge zur Einführung einer nationalen Kerosinsteuer sowie eine Differenzierung der Flugabgabe nach Buchungsklassen zurück. Eine einseitige Besteuerung von Flugtreibstoff auf nationaler Ebene würde gegen Bestimmungen des Chicagoer Abkommens verstoßen und den Standort gegenüber internationalen Mitbewerbern benachteiligen. Eine Anhebung der Abgaben auf Premium-Buchungsklassen würde zudem die Ertragsstruktur der am Standort operierenden Fluggesellschaften belasten und die betriebswirtschaftliche Basis der Netzanbieter gefährden.
Die Diskussion um die Kostenstruktur des österreichischen Zivilluftfahrtsektors vollzieht sich vor dem Hintergrund intensiver Debatten zwischen Flughafenbetreibern, Fluggesellschaften und der Politik. Während der Billigflieger Ryanair zuletzt den vollständigen Entfall der Steuer verlangte und mit der Verlegung von Fluggerät drohte, befürwortet die Betreibergesellschaft in Schwechat eine signifikante Entlastung bei den Standortabgaben. Der Vorstoß zielt darauf ab, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Investitionen in die Infrastruktur und die Sicherung des Drehkreuzverkehrs im Osten Österreichs unterstützen.