Stadler Kiss Smile (Foto: Westbahn).
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Westbahn will den Flughafen Graz ansteuern

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Im Zuge der Neuordnung der Verkehrsströme im Süden Österreichs zeichnet sich eine Intensivierung des Ausbaus von Schienenanbindungen an die regionale Luftfahrtinfrastruktur ab. Während der Flughafen Klagenfurt weiterhin um eine betriebliche Konsolidierung und die Festigung seines Passagieraufkommens ringt, richten sowohl die staatlichen Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) als auch der private Konkurrent Westbahn ihren Fokus verstärkt auf den Flughafen Graz-Feldkirchen.

Mit der schrittweisen Integration der Koralmbahn in das gesamtösterreichische Netz gewinnt die schienenseitige Erreichbarkeit des steirischen Flughafens für Fluggäste aus Kärnten an Bedeutung. Die unterschiedlichen Konzepte der Eisenbahnverkehrsunternehmen verdeutlichen jedoch die bestehenden Kapazitätsgrenzen und infrastrukturellen Hürden des regionalen Schienennetzes.

Angebotsausbau der ÖBB und operative Grenzen der Streckenführung

Ab dem 13. Dezember 2026 führen die ÖBB mit dem Inkrafttreten des neuen Fahrplans eine Interregio-Tagesrandverbindung ein, die Kärnten direkt mit der Haltestelle Flughafen Graz verbindet. Diese Maßnahme soll insbesondere Passagieren aus dem Raum Klagenfurt und Villach die Erreichung früher Abflüge beziehungsweise die Heimreise nach späten Ankünften in Graz ermöglichen.

Die Linienführung der schnellen Haupttrasse der Koralmbahn führt jedoch konstruktionsbedingt am Areal des Grazer Flughafens vorbei. Um den Flughafen direkt bedienen zu können, müssen Züge bei Werndorf auf die bestehende Südbahnstrecke ausweichen. Dies geht mit einer Verlängerung der Gesamtfahrzeit im Vergleich zu den durchgehenden Fernverkehrszügen (Railjet Xpress) einher. Aus diesem Grund beschränken die ÖBB ihr Haltemuster am Flughafen auf ausgewählte Randzeiten-Verbindungen, während der reguläre Fernverkehr auf der Hochleistungsstrecke verbleibt.

Initiative der Westbahn und Kapazitätskonflikte im Schienennetz

Auch das private Eisenbahnunternehmen Westbahn sieht Marktpotenzial für eine Direktverbindung von Kärnten zum Flughafen Graz. Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch bezeichnete eine entsprechende Streckenführung als betrieblich attraktiv und als Mehrwert für die regionale Transportinfrastruktur. Das Konzept der Westbahn sieht vor, dass Züge aus Kärnten kurz vor Graz von der Koralmbahn auf die Altstrecke der Südbahn abzweigen, um den Flughafenbahnhof direkt anzusteuern.

Eine entsprechende Trassenanfrage zur Einbindung bei Werndorf reichte das Unternehmen bereits vor einem Jahr bei der ÖBB Infrastruktur AG ein. Der Netzbetreiber lehnte das Ersuchen jedoch unter Verweis auf unzureichende Streckenkapazitäten ab. Die Südbahn weist in diesem Abschnitt bereits eine hohe Belegungsdichte auf, die durch den regionalen S-Bahn-Verkehr, den Güterverkehr sowie den Fernverkehr stark beansprucht wird. Eine zusätzliche Einspeisung von Fernverkehrszügen der Westbahn über die Bestandsstrecke würde nach Einschätzung des Infrastrukturbetreibers die Betriebsführung gefährden.

Politische Zuständigkeiten und Standortdebatte in Kärnten

Die Entwicklungen um den Flughafen Graz stoßen auf unterschiedliche verkehrspolitische Prioritätensetzungen in den beteiligten Bundesländern. Kärntens Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) betonte, dass Bahnverbindungen von Klagenfurt zum steirischen Flughafen primär in die Zuständigkeit der steirischen Landespolitik fallen. Der Fokus der Kärntner Landesregierung liege auf der Sicherung und Stärkung des eigenen Standorts in Klagenfurt.

Der Flughafen Klagenfurt steht seit Jahren unter wirtschaftlichem Anpassungsdruck. Um die Auslastung des Kärntner Flughafens zu verbessern, fordert die Landespolitik eine Optimierung der lokalen ÖPNV-Anbindung. Die zunehmende Attraktivität des Flughafens Graz durch verbesserte Schienenverbindungen verstärkt jedoch den Standortwettbewerb im südösterreichischen Einzugsgebiet. Für Passagiere aus Kärnten erweitert sich durch die schienenseitigen Verdichtungen der Radius zur Nutzung von Direktflugverbindungen ab Graz, was den Druck auf die Angebotsentwicklung am Flughafen Klagenfurt weiter erhöht.

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