Im Ringen um die Zukunft der insolventen Alitalia bzw. ihres Nachfolgers Ita zeigt sich die EU-Kommission weiterhin hart. Die Übertragung von Assets, insbesondere der Namensrechte, wird weiterhin abgelehnt. Brüssel fordert einen harten Schnitt. Die italienische Regierung versucht noch immer die Wettbewerbshüter umzustimmen.
Die Zeit drängt, denn Alitalia geht wieder mal das Geld aus. Im März 2021 konnte man die Löhne der Belegschaft nicht mehr vollständig bezahlen. Die Gewerkschaften gehen davon aus, dass es nur noch eine Frage von wenigen Wochen ist der nur mittels staatlicher Beihilfen in der Luft gehaltene Carrier endgültig mittellos sein wird. Am Mittwoch hielten zahlreiche Bedienstete der Alitalia eine Demonstration vor dem italienischen Verkehrsministerium ab.
Italien plant, dass die Neugründung Italia Trasporto Aereo künftig unter dem Namen Alitalia fliegen soll. Man versucht erneut Alitalia in eine „Bad Airline“ (Alitalia) und eine „Good Airline“ (Ita) aufzuteilen. Dieses Verfahren wandte man in der Vergangenheit wiederholt an, doch auch die jeweiligen Neugründungen gerieten nach wenigen Jahren in finanzielle Schieflage. Diesmal will die EU-Kommission nicht, dass es zu einem nahtlosen Übergang kommt.
Vielmehr soll sich Ita die gewünschten Assets im Rahmen einer Ausschreibung aus der Insolvenzmasse kaufen. Das birgt ein gewisses Risiko, denn Mitbewerber könnten Slots, Wartung, Kundendaten, Marke und so weiter kaufen. Das will die italienische Regierung, die sich das Ita-Projekt bis zu drei Milliarden Euro kosten lassen will, verhindern.