Blick aus dem Fenster eines Airbus A318 (Foto: Robert Spohr).
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Fluglotsengewerkschaft warnt vor zahlreichen Ausfällen im Sommer 2022

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Die Fluglotsengewerkschaft Trade Union Eurocontrol Maastricht warnt davor, dass es im Sommer 2022 besonders in Osteuropa zu vielen Flugausfällen kommen könnte. Ursache dafür soll sein, dass viele Flugsicherungen harte Corona-Sparmaßnahmen gesetzt haben und demnach nicht ausreichend auf die stark gestiegene Nachfrage vorbereitet sein sollen.

„Die Verkehrsdichte im europäischen Luftraum wird in den nächsten Monaten nicht nur wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen, sondern sogar deutlich übertreffen“, betonte TUEM-Präsident Stefan Pille. „Die Flugsicherungsanbieter müssen deshalb dringend raus aus dem Corona-Modus und wieder ausreichend Puffer einbauen, um diese Verkehrsmengen zu bewältigen“. Teilweise sollen in Folge der Pandemie bereits erhebliche Spaßmaßnahmen umgesetzt worden sein.

Laut Verkehrszahlen von Eurocontrol, das von Maastricht aus den Luftraum über den Benelux-Staaten und Nordwestdeutschland kontrolliert, wird dort bereits der reguläre Verkehr schon im April wieder das Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 erreichen. Hinzu kommen zwei Sondereffekte: So hat der Krieg in der Ukraine mit veränderten Flugrouten und einer deutlichen Zunahme des militärischen Flugverkehrs dazu geführt, dass die Verkehrsdichte in ganz Europa deutlich zugenommen hat. Zum andern müssen 2022 aufgrund einer Systemumstellung im benachbarten französischen Sektor viele Ausweichrouten im Sektor des Maastricht Upper Area Control Center (MUAC) geflogen werden. „Das ist eine massive Verkehrssteigerung im Vergleich zu den Hochzeiten der Corona-Pandemie, die wir bewältigen müssen“, so Pille.

Die Gewerkschaft sieht es positiv, dass einzelne nationale Flugsicherungen mittlerweile von ihren Sparkursen abgerückt sind. Besonders in Osteuropa soll das aber noch nicht der Fall sein. Dabei nennen die Arbeitnehmervertreter besonders Polen als abschreckendes Beispiel, denn dort sind die Fronten in einem Tarifstreit stark verhärtet. Kommt es zu keiner Last-Minute-Einigung so wird es ab 1. Mai 2022 zu Beschränkungen im Flugverkehr kommen. Diese hätten, so die Gewerkschaft, dann auch Auswirkungen auf ganz Europa.

„Der europäische Luftraum ist hoch vernetzt und die Infrastruktur nur so stark wie das schwächste Glied“, betonte Pille. „Wenn ein Sektor kapazitätsbedingt keine Flugzeuge mehr annehmen kann, führt das zu massiven Verspätungen und Flugausfällen im Gesamtsystem. Die aktuelle Situation zeigt deutlich, dass Flugsicherung kritische Infrastruktur ist, die sich nicht an kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen orientieren darf.“

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