Boeing 747-400 und Airbus A320-200 (Foto: Rossiya Airlines).
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Russischer Minister will Piloten als Mechaniker einsetzen

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Viele russische Fluggesellschaften haben in der Vergangenheit ihr Fluggerät aus unterschiedlichen Gründen im Ausland warten lassen. Das ist nur noch sehr eingeschränkt möglich. Im Inland hat man einen Mangel an entsprechendem Fachpersonal. Nun kann sich die Regierung vorstellen, dass Piloten auch im Bereich Reparaturen und Wartungen geschult werden sollen.

Der stellvertretende Industrie- und Handelsminister der Russischen Föderation, Oleg Botscharow, äußerte sich im Rahmen des Ostwirtschaftsforums dahingehend, dass russische Piloten künftig „Universalsoldaten“ sein sollen. Er vertritt die Ansicht, dass diese künftig nicht nur lernen sollen wie man Flugzeuge fliegt, sondern diese auch als Mechaniker reparieren können sollen.

Auch kann sich das Regierungsmitglied vorstellen, dass Flugzeugführer, die bereits gültige Lizenzen haben, entsprechend nachgeschult werden könnten. Damit will man auf den Fachkräftemangel im Bereich der Wartung von Verkehrsflugzeugen reagieren. Der Vorstoß wird allerdings nicht von allen potentiellen Beteiligten positiv aufgenommen.

Russische Medien zitieren Botscharow mit folgenden Worten: „Gemeinsam mit dem Verkehrsministerium sollten wir Piloten zu Universalkämpfern ausbilden und zertifizieren: Sie sollten gleichzeitig Piloten und Flugzeugtechniker sein. Und die Ausrüstung sollte die Möglichkeit von Feldreparaturen im Betrieb vorsehen“. Darauf haben unter anderem Pilotenvertreter mit einer ordentlichen Portion Skepsis reagiert.

Zu Sowjetzeiten reparierten auch Flugingenieure

Der stellvertretende Handelsminister blickt auch auf die Vergangenheit zurück, denn früher – und auch heute noch in älteren Maschinen – befand sich in den Cockpits stets ein Flugingenieur. Dieser konnte zwar eine Pilotenlizenz haben, aber in den meisten Fällen war er Ingenieur und auch für kleinere Reparaturen rund um die Flüge zuständig. Zumindest war dies in der Sowjetunion so üblich, denn die Flugingenieure hatten dort weit mehr Aufgaben als lediglich die Bedienung von Triebwerken und Co.

In der Russischen Föderation gibt es nur noch in alten Maschinen, die über Drei- oder Mehrmann-Cockpits verfügen, diese Berufsgruppe auf dem Flightdeck. Botscharow sieht dies durchaus kritisch, denn zu Sowjetzeiten – und mitunter auch heute – haben die Flugingenieure kleinere Reparaturen und Wartungen an Ort und Stelle selbst durchgeführt. Genau das sollen seiner Ansicht nach künftig Piloten übernehmen. Wenn nicht geflogen wird, sollten die Flugzeugführer auch im Hangar mitanpacken.

Das Regierungsmitglied sieht in dem Vorstoß Vorteile in der regionalen Luftfahrt. Auf vielen kleinen Airports in der Russischen Föderation ist, wenn überhaupt, nur minimale Ausstattung für die Behebung kleinerer Mängel vorhanden. Zumeist gibt es kein Wartungspersonal, das daher zeitaufwendig herangeschafft werden muss. Wenn die Piloten – ähnlich wie zu Sowjetzeiten die Flugingenieure – „Kleinkram“ selbst reparieren bzw. warten dürften, hätten die Airlines aus der Sicht von Botscharow erhebliche Vorteile.

Dazu verweist er auch darauf, dass künftig Flugzeuge aus russischer Fertigung modular aufgebaut sein sollen. Dies soll es ermöglichen, dass die Piloten die Teile einfach selbst austauschen können bzw. bei Bedarf die Konfiguration der Kabine anpassen können. Russische Pilotenvertreter können sich momentan mit der Idee noch nicht anfreunden und haben Sicherheitsbedenken geäußert.

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