Der sich im asiatischen Teil der Metropole Istanbul befindliche Flughafen Sabiha Gökçen verfügt seit einigen Wochen über eine zweite Start- und Landebahn. Für die Erdogan-Regierung spielt dieser Airport in der Luftfahrtstrategie auch weiterhin eine wichtige Rolle.
Ursprünglich wurde der „Zweitflughafen“ errichtet, um den damals chronisch überlasteten Atatürk-Airport zu entlasten. Der zuletzt genannte wurde zwischenzeitlich für reguläre Passagierflüge vom Netz genommen und wird nur noch für Businessjets sowie Frachtflüge genutzt. Weiters spielt die Wartung von Flugzeugen auch heute noch eine wichtige Rolle. Der „Hauptflughafen“ ist seit einigen Jahren aber der so genannte „New Airport“.
Dieser verfügt über große Kapazitätsreserven und kann je nach Bedarf ausgebaut werden. Dennoch will die türkische Regierung in Istanbul weiterhin auf zwei Airports für Passagierflüge setzen. Zuletzt wurde auch in Sabiha Gökçen kräftig investiert. Beispielsweise hat man eine zweite Start- und Landebahn, die erst kürzlich in Betrieb gegangen ist, errichtet.
Zwar starten auch am „IST“ Billigfluggesellschaften, jedoch ist dieses Segment weit weniger stark ausgeprägt als am „SAW“, wo beispielweise Peagsus Air und Anadolujet (künftig: Ajet) große Stützpunkte unterhalten. Zuletzt hatte der Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen im Jahr 2022 etwa 31 Millionen Passagiere. Für das Gesamtjahr 2022 rechnet man mit 37 Millionen Fluggästen. Abgesehen vom Knick, der durch die Corona-Pandemie entstanden ist, zeigen die Zahlen seit vielen Jahren regelrecht unaufhaltsam nach oben.
Aus der Sicht der Stadtverwaltung von Istanbul ist der „Zweitflughafen“ unverzichtbar, denn über diesen würden auch viele Touristen in die Stadt kommen. Gleichzeitig würde Sabiha Gökçen dafür sorgen, dass man mit den am New Airport vorhanden Kapazitäten noch lange auskommen würde. Auch würden sich signifikante Vorteile ergeben, denn bei Störungen an einem der beiden Airports können auf den jeweils anderen umgeleitet werden. Mittelfristig rechnet man damit, dass die vor Ort tätigen Carrier die Möglichkeiten der zweiten Piste ausschöpfen werden, so dass man bereits die dritte Runway – noch ohne konkrete Planungen – im Hinterkopf hat.