Lufthansa Aviation Center am Flughafen Frankfurt am Main (Foto: Jan Gruber).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Lufthansa: Ein komplexes erstes Halbjahr 2024 mit gemischten Ergebnissen

Werbung

Das zweite Quartal 2024 brachte für die Lufthansa Group eine interessante Mischung aus Herausforderungen und Fortschritten. Während der Konzern einen Umsatzanstieg von sieben Prozent verzeichnete, erreichten die operativen Gewinne nicht die Höhen des Vorjahres. Gleichzeitig geht die Lufthansa jedoch in mehreren Bereichen strategisch in die Offensive, um sich als führender Akteur in der globalen Luftfahrtbranche zu positionieren.

Mit einem Umsatz von zehn Milliarden Euro erreichte die Lufthansa Group im zweiten Quartal 2024 einen neuen Rekord. Dennoch blieb das Adjusted EBIT mit 686 Millionen Euro deutlich hinter dem Vorjahreswert von 1,1 Milliarden Euro zurück. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Neben der zunehmenden Normalisierung der Ticketpreise in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld, führten auch höhere Betriebskosten, die teilweise durch inflationsbedingte Preissteigerungen und steigende Treibstoffkosten verursacht wurden, zu einem geringeren Gewinn.

Die Passagierairlines der Gruppe, insbesondere Lufthansa Airlines, litten unter zusätzlichen Herausforderungen. Dazu zählten insbesondere Streikbelastungen, die ineffiziente Nutzung von Flugzeugkapazitäten aufgrund verzögerter Auslieferungen neuer Maschinen und steigende Standortkosten in Deutschland. All diese Faktoren führten dazu, dass Lufthansa Airlines einen Halbjahresverlust von 427 Millionen Euro verzeichnete, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 149 Millionen Euro erzielt worden war.

Strategische Initiativen und internationale Expansion

Inmitten dieser Herausforderungen setzt die Lufthansa Group weiterhin auf eine breite strategische Diversifikation und Expansion. Besonders hervorzuheben ist die Beteiligung an ITA Airways, die kürzlich von der EU-Kommission genehmigt wurde. Diese Akquisition ist Teil einer umfassenden Multi-Hub-, Multi-Airline- und Multi-Marken-Strategie, die darauf abzielt, die Marktführerschaft der Gruppe in Europa zu stärken. Gleichzeitig wurde die Einführung des neuen Interkontinentalprodukts „Allegris“ gestartet, das das Premiumangebot der Lufthansa weiter ausbauen soll.

Darüber hinaus wurde die Gründung von Lufthansa City Airlines initiiert, die als neue Tochtergesellschaft den Hub- und Spoke-Betrieb an den Standorten Frankfurt und München optimieren soll. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die operative Effizienz zu steigern und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit durch verbesserte Serviceangebote zu erhöhen.

Herausforderungen im operativen Geschäft

Trotz der positiven Entwicklungen stehen die operativen Bereiche der Lufthansa Group vor erheblichen Herausforderungen. Besonders im Passagiergeschäft führte die Erhöhung der Kapazitäten um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu einer erhöhten Kostendrucksituation. Die Stückkosten konnten durch effizientere Prozesse zwar stabil gehalten werden, doch die rückläufigen Stückerlöse in allen Verkehrsgebieten, besonders ausgeprägt in Asien, beeinflussten die Gewinnmargen negativ.

Lufthansa Technik, hingegen, verzeichnete ein starkes Wachstum. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Diese positive Entwicklung wurde durch eine anhaltend hohe Nachfrage nach Wartungs- und Reparaturleistungen, insbesondere im Bereich der Aircraft Component- und Engine Services, getragen.

Auch Lufthansa Cargo profitierte von der gesteigerten Nachfrage nach e-Commerce und Kapazitätsengpässen im Seeverkehr. Das Logistikgeschäft erzielte im zweiten Quartal ein Adjusted EBIT von 36 Millionen Euro, was auf Vorjahresniveau lag, und rechnet mit einem starken zweiten Halbjahr.

Finanzieller Ausblick und Zukunftsperspektiven

Angesichts der aktuellen Lage plant die Lufthansa Group für das Gesamtjahr 2024 ein Adjusted EBIT zwischen 1,4 und 1,8 Milliarden Euro. Die Unternehmensführung betont, dass trotz der Herausforderungen ein stabiler Wachstumskurs angestrebt wird. Die finanzielle Basis des Konzerns wurde durch einen positiven Cashflow und reduzierte Nettoinvestitionen gestärkt, was zu einer Senkung der Nettoverschuldung auf 8,1 Milliarden Euro führte.

Die globale Nachfrage nach Flugreisen bleibt robust, insbesondere im Premiumsegment. Dies zeigt sich auch an den starken Buchungszahlen für die Sommersaison 2024, die über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Lufthansa Group plant daher eine Kapazitätserhöhung auf 96 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Die Lufthansa Group durchlebt ein Jahr der Herausforderungen und Neuausrichtungen. Trotz erheblicher operativer und marktspezifischer Hürden bleibt der Konzern durch strategische Expansion und Innovation auf Wachstumskurs. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die eingeleiteten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung ausreichend sind, um die gesetzten finanziellen Ziele zu erreichen und die Marktposition weiter zu stärken.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung