Die geopolitischen Spannungen und die wirtschaftlichen Turbulenzen, die durch den Ukraine-Konflikt ausgelöst wurden, haben einen neuen Tiefpunkt erreicht, der weitreichende Auswirkungen auf internationale Investoren hat.
Insbesondere steht die Beijing Tianjiao Aviation Industry Investment Co, auch bekannt als Skyrizon, im Fokus, da sie mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert ist, ihre finanziellen Ansprüche gegenüber der Ukraine durchzusetzen. Die Entscheidung der ukrainischen Regierung, alle Auslandsschuldenrückzahlungen bis Oktober auszusetzen, verschärft die Lage für die chinesische Investitionsgesellschaft erheblich.
Im Jahr 2016 erwarb die Beijing Tianjiao Aviation Industry Investment Co. 56 Prozent der Anteile am ukrainischen Triebwerkshersteller Motor Sich. Diese Übernahme sollte dem chinesischen Unternehmen ermöglichen, Zugang zu wichtigen Technologien im Bereich der Flugzeugtriebwerke zu erhalten und eine bedeutende Rolle in der globalen Luftfahrtindustrie zu spielen. Doch die Investition erwies sich schnell als umstritten.
Im Jahr 2019 reichten die chinesischen Investoren Antimonopolunterlagen bei den ukrainischen Behörden ein, die den Weg für die endgültige Übernahme ebnen sollten. Doch die Situation eskalierte, als der ukrainische Sicherheitsdienst die chinesischen Anteile beschlagnahmte und Sanktionen gegen die chinesischen Unternehmen sowie deren Miteigentümer Wing Jin verhängte. Die Ukraine verhängte im März 2021 Sanktionen und verstaatlichte Motor Sich, was zu einer erheblichen finanziellen Belastung für Beijing Tianjiao führte.
Ukraine setzt Auslandsschuldenrückzahlungen aus
In einem überraschenden Schritt hat die Ukraine unter Präsident Volodymyr Zelensky am 1. August 2024 ein Dekret unterzeichnet, das alle Auslandsschuldenzahlungen bis zum 1. Oktober aussetzt. Diese Maßnahme wurde als Teil einer umfassenden Umstrukturierungsvereinbarung mit den wichtigsten Anleihegläubigern eingeführt, um einen drohenden Zahlungsausfall im Juli zu verhindern. Die Entscheidung, die Auslandsschuldenzahlungen auszusetzen, ist eine Reaktion auf die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen und die Notwendigkeit, finanzielle Stabilität inmitten des andauernden Konflikts zu gewährleisten.
Für Beijing Tianjiao stellt diese Maßnahme eine zusätzliche Hürde dar. Die chinesischen Investoren fordern in einem laufenden Schiedsverfahren in Den Haag eine Entschädigung in Höhe von über 4,5 Milliarden USD für die Verluste, die durch die Verstaatlichung von Motor Sich entstanden sind. Die Aussetzung der Auslandsschuldenrückzahlungen könnte es der Ukraine erschweren, die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, die notwendig wären, um eine mögliche Entschädigung an die chinesischen Investoren zu leisten.
Rechtsstreit und Vermögensbeschlagnahme
Die rechtlichen und finanziellen Schwierigkeiten von Beijing Tianjiao wurden durch die Verhaftung von Wjatscheslaw Boguslajew, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Motor Sich, weiter verschärft. Boguslajew, der die chinesische Investition unterstützte, wurde 2021 wegen des Vorwurfs, militärische Güter an Russland geliefert zu haben, verhaftet. Dieser Vorwurf führte nicht nur zur Verstaatlichung von Motor Sich, sondern auch zu erheblichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen für die beteiligten Parteien.
Im Juli 2024 verlor Boguslajew einen Rechtsstreit vor dem Obersten Anti-Korruptionsgericht der Ukraine, der zur Beschlagnahme seines Vermögens im Wert von über 12 Milliarden Griwna (293 Millionen US-Dollar) führte. Diese Vermögenswerte wurden in den staatlichen Vermögensfonds der Ukraine überführt. Der Fall betrifft auch das Vermögen von Petr Kononenko, dem ehemaligen Leiter der Moskauer Repräsentanz von Motor Sich.
Auswirkungen auf Motor Sich Airlines
Die Herausforderungen für Beijing Tianjiao haben auch Auswirkungen auf Motor Sich Airlines, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Triebwerksherstellers. Die Airline betreibt unter anderem zwei alte An-12 Maschinen, die seit Jahrzehnten im Einsatz sind. Die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten haben die Zukunft der Airline und ihrer Betriebsabläufe erheblich beeinträchtigt.
Die Situation für Beijing Tianjiao Aviation Industry Investment Co. ist durch die geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der Ukraine besonders angespannt. Die Aussetzung der Auslandsschuldenrückzahlungen und die laufenden rechtlichen Auseinandersetzungen stellen erhebliche Herausforderungen für das chinesische Unternehmen dar. Die Entwicklungen rund um die Verstaatlichung von Motor Sich und die Beschlagnahme von Vermögenswerten verdeutlichen die komplexen und oft unvorhersehbaren Auswirkungen internationaler Investitionen in Krisengebieten.

Antonov An-24 (Foto: Jan Gruber). 
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Motor Sich Logo (Foto: Jan Gruber). 
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