Vogelschläge stellen eine der größten Gefahren für Flugzeuge in der Anfangsphase des Fluges oder während der Landung dar. Diese Vorfälle können nicht nur zu strukturellen Schäden am Flugzeug führen, sondern auch die Sicherheit der Passagiere gefährden.
Der jüngste Vorfall ereignete sich am 20. Oktober 2024, als ein Flug der Alaska Airlines von Portland nach Orlando aufgrund eines Vogelschlags unterbrochen werden musste. Glücklicherweise kam es zu keinem Personenschaden, und die Passagiere konnten mit einem anderen Flugzeug an ihr Ziel gebracht werden.
Der Vorfall: Alaska Airlines Flug AS300
Am 20. Oktober 2024 hob eine Boeing 737-Max-9 der Alaska Airlines um 07:52 Uhr vom Portland International Airport (PDX) ab, um ihre geplante fünfstündige Reise nach Orlando (MCO) anzutreten. Doch nur etwa 30 Minuten nach dem Start, als das Flugzeug eine Höhe von 8.000 Fuß erreicht hatte, meldete die Besatzung einen Vogelschlag und entschied sich, zum Abflugort zurückzukehren. Dieser Vorfall ist nicht nur ein Beispiel für die Gefahren, denen Flugzeuge ausgesetzt sind, sondern verdeutlicht auch, wie gut die Piloten auf solche Notfälle vorbereitet sind.
Alaska Airlines stellte in einer Erklärung klar, dass ihre Piloten für solche Situationen geschult sind und die Maschine sicher und ohne Probleme zurück nach Portland landete. „Aus reiner Vorsicht wurde ein Notfall ausgerufen“, erklärte die Airline. Das betroffene Flugzeug, das erst im Mai 2023 an Alaska ausgeliefert wurde, wurde zur Inspektion aus dem Verkehr gezogen. Es handelt sich um einen klaren Beweis dafür, wie ernsthaft Airlines mit der Sicherheit umgehen und wie wichtig es ist, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Alltägliches Problem für Fluggesellschaften
Vogelschläge sind ein alltägliches Problem für Fluggesellschaften und Flughäfen weltweit. Laut der Federal Aviation Administration (FAA) sind solche Vorfälle nicht nur in den USA, sondern auch international weit verbreitet. In diesem Jahr gab es bereits mehrere Vorfälle, bei denen Flugzeuge durch Vogelschläge beeinträchtigt wurden. Ein bemerkenswerter Vorfall ereignete sich im Januar, als ein Airbus A340-300 der Lufthansa während eines Fluges von Boston nach Frankfurt von einem Vogel getroffen wurde, was zu starken Vibrationen im Triebwerk führte und die Piloten dazu veranlasste, umzukehren und sicher in Boston zu landen.
Ein weiteres Beispiel aus diesem Jahr war ein Vorfall mit einer Boeing 737 der American Airlines, die während des Landeanflugs auf den Minneapolis-St. Paul International Airport (MSP) von Vögeln angeflogen wurde. Dieser Vorfall führte zur vorübergehenden Schließung des Flughafens und verursachte massive Verspätungen bei nachfolgenden Flügen.
FAA-Aufzeichnungen belegen: Derartige Vorfälle sind keine Seltenheit
Laut den Aufzeichnungen der FAA wurden zwischen 1990 und 2023 insgesamt 790 Wildtierarten in zivilen Flugzeugen gesichtet, darunter 651 Vogelarten, 56 Arten von Landsäugetieren, 48 Fledermausarten und 35 Reptilienarten. Besonders häufig betroffen sind Tauben, Greifvögel, Küstenvögel, Möwen und Wasservögel. Die Tatsache, dass diese Tierarten in die Nähe von Flughäfen gelangen, stellt ein kontinuierliches Risiko dar, das ernst genommen werden muss.
Die FAA hat im Laufe der Jahre zahlreiche Empfehlungen zur Handhabung von Wildtieren in der Umgebung von Flughäfen herausgegeben und erhebliche Mittel für Projekte im Zusammenhang mit der Reduzierung solcher Risiken bereitgestellt. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen zur Kontrolle von Wildtieren und die Einrichtung von Sicherheitszonen rund um Flughäfen.
Vogelschläge sind ein bedeutendes Sicherheitsrisiko in der Luftfahrt, das nicht nur die Integrität der Flugzeuge gefährdet, sondern auch die Sicherheit der Passagiere. Der Vorfall mit der Alaska Airlines unterstreicht die Notwendigkeit für Fluggesellschaften, ständig auf solche Risiken vorbereitet zu sein. Die Schulung der Piloten, das Management von Wildtierpopulationen in der Nähe von Flughäfen und das Bewusstsein für die Gefahr von Vogelschlägen sind entscheidend, um die Sicherheit in der Luftfahrt zu gewährleisten. In einer Zeit, in der der Luftverkehr ständig zunimmt, bleibt die effektive Bewältigung dieser Herausforderungen eine Schlüsselaufgabe für die gesamte Branche.