Speisen im Sandyq Astana (Foto: Jan Gruber).
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„Sandyq Astana“: Traditionelle Erlebnisgastronomie in modernem Gebäude

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In traditioneller kasachischer Kleidung begrüßt das Personal des Lokals „Sandyq“ die Kundschaft bereits beim Betreten des Gastronomiebetriebs. Dies ist der erste kleine Vorgeschmack darauf, dass man in einem hochmodernen Gebäude tief die kulturelle Tradition des neungrößten Staats der Erde eintauchen wird.

„Sandyq“ ist eine kasachische Restaurantkette, die in der gehobenen Mittelklasse angesiedelt ist, und in verschiedenen Städten traditionelle Speisen und Getränke anbietet. Der Fokus liegt dabei auf so genannter Erlebnis-Gastronomie, also der Besuch des Lokals soll für den Gast zu einem besonderen Event werden.

In Astana war „Sandyq“ bislang nicht präsent. Erst vor wenigen Wochen hat man in der Sarayshyq St 34/3 eine neue Filiale eröffnet. Diese befindet sich auf mehreren Etagen in einem hochmodernen Gebäude. In Astana gibt es generell nur wenige echte Altbauten, denn die meisten Häuser wurden erst ab dem Jahr 1997 errichtet. Damals wurde das vormalige Aqmola zur neuen Hauptstadt Kasachstans und seither expandierte die Stadt Astana, die kurzzeitig in Nursultan umbenannt war, stetig und dieser Wachstumsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Aus einer Provinzstadt wurde eine Metropole.

Kasachische Tradition in modernem Gebäude

Das „Sandyq“ ist ein Restaurant, das viel Wert auf die Vermittlung der kasachischen Traditionen legt. Wohl wäre man in einem urigen Altbau authentischer untergebracht, aber das ist in Astana schlichtweg nicht möglich, weil es so gut wie keine echten alten Gebäude gibt. Alles jung gebaut und dementsprechend modern. Doch die Betreiber haben dafür eine Lösung gefunden und einfach hinter die eigentliche Eingangstür eine zweite und zwar eine schwere Holztür in traditionellem Design montiert. Etwas kurios, aber bitte.

Die Gasträume des „Sandyq“ sind traditionell dekoriert. Dabei wird offensichtlich, dass man mit Hilfe von viel Deko versucht ein wenig zu verschleiern, dass man sich in einem modernen Neubau und nicht in einer urigen Traditionsgaststätte befindet. Das ist eigentlich ganz gut gelungen, jedoch passen rein vom subjektiven Gefühl er dann der Aufzug und sonstige moderne Annehmlichkeiten nicht so ganz dazu. Aber immerhin: Das Lokal ist bis zum letzten Winkel hin komplett barrierefrei und kann zum Beispiel von Rollstuhlfahrern ohne jegliche fremde Hilfe genutzt werden. Das ist in Kasachstan leider so ganz und gar nicht selbstverständlich.

Obwohl das „Sandyq“ – zumindest in Astana – erst wenige Wochen auf dem Markt ist, erfreut es sich bereits großer Beliebtheit und damit hoher Auslastung. Daher sollte man vorab reservieren, was auch über die Homepage der Kette problemlos möglich ist, so dass es keine eventuellen Sprachprobleme am Telefon gibt.

Traditionelle Speisen wie Pferdefleischsuppe

Der Tisch war zum Zeitpunkt des Besuchs sehr ansprechend dekoriert und das Personal, das aus vielen Mitarbeitern, die alle eine andere traditionelle Kluft getragen haben, bestanden hat, rasch mit der Vorspeise „bestückt“ wurde. Aufgetischt wurden Gebäck, Salate, Fisch, Rindfleisch, Gemüse und vieles mehr. Es handelte sich ausschließlich um Spezialitäten aus der kasachischen Küche, die auch für das Auge ansprechend toll angerichtet wurden. Geschmacklich war alles ausgesprochen gut.

Die in Kasachstan übliche hausgemachte Limonade durfte auch nicht fehlen. Angeboten wurde Kiwi-Orange in Krügen. Diese schmeckte nicht nur frisch, sondern war auch optimal abgestimmt. Dem Lokal ist es gelungen genau die richtige Balance zwischen süß und säuerlich sowie „too much“ und „wässerig“ zu finden. Die Komposition war ein angenehmer Durstlöscher.

Als Hauptspeise servierten die spannend gekleideten Servicemitarbeiter Pferdefleisch auf kasachischen Nudeln mit Zwiebeln und Gemüse. Dazu wurde Pferdesuppe gereicht. Diese wird mit pulverisiertem Käse angereichert, anschließend gut umgerührt und dann getrunken und nicht gelöffelt. Pferdefleisch ist ein Kasachstan, einer sehr fleischlastigen Küche, wesentlich häufiger anzutreffen als beispielsweise in jener Deutschlands oder Österreichs. Sowohl die Suppe als auch das Hauptgericht waren bestens zubereitet und wohlschmeckend.

Ein Highlight das „Sandyq“ ist die Livemusik-Session, die jeweils ab 20 Uhr 00 Lokalzeit angeboten wird. Im zweiten Stock des Lokals treten mitten im Gastraum lokale Musiker auf, die mit traditionellen Instrumenten und Liedern für gute Stimmung sorgen. Die Performance war beeindruckend und alleine diese sollte ein Grund für den Besuch des Lokals sein.

Hohe Preise, für die viel geboten wird

Preislich ist das „Sandyq“ in der oberen Preisklasse angesiedelt. Kein Wunder, den man setzt viel Personal ein und deren Dienstkleidung dürfte auch nicht gerade preiswert sein. Die Musiker müssen auch von etwas leben und wollen auch ihr Honorar vom Betreiber bezahlt bekommen. Die Performance kostet den Gast aber nichts extra, sondern ist quasi im Preis fürs Essen und Trinken miteinkalkuliert.

Betrachtet man den Service, das Ambiente, die Live-Musik und den hohen Personaleinsatz für die Gäste, dann sind die hohen Preise schon gerechtfertigt. Dass das Konzept bei der Kundschaft ankommt, ist offensichtlich, denn Reservierungen werden trotz des Umstands, dass diese Filiale erst vor wenigen Wochen eröffnet hat, dringend empfohlen. Tische sind gefragt und auch in anderen kasachischen Städten ist man präsent. Es gibt also einen Markt für dieses Erlebnisgastronomie-Konzept und findige Geschäftsleute haben daraus eine Restaurantkette gemacht. Wer also an einem spannenden und unterhaltsamen Abend interessiert ist, ist im „Sandyq“ in Astana gut aufgehoben.

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