Der Flughafen Wien avanciert zunehmend zu einem bedeutenden Knotenpunkt für Luftfracht und Pharma-Logistik in Europa. Vom 22. bis 24. Oktober 2024 fanden dort mit dem Vienna Cargo Day und der FlyPharma Conference zwei zentrale Veranstaltungen der Luftfahrtbranche statt. Mit etwa 300 Fachbesuchern boten diese Events eine einmalige Plattform für den Austausch zu zentralen Themen wie Künstlicher Intelligenz (KI), globalen Logistiktrends und innovativen Lösungen im Bereich der Pharma-Lieferketten.
Der Vienna Cargo Day, der bereits im Vorjahr eine erfolgreiche Premiere gefeiert hatte, erweiterte seine Zielgruppen 2024 um den pharmazeutischen Sektor und vereinte unter anderem Experten wie Glyn Hughes, Generaldirektor der International Air Cargo Association (TIACA), und Mark van Bakel von DHL Global Forwarding, die tiefgehende Einblicke in neue Technologien und Marktstrategien gaben.
Digitale Transformation und Nachhaltigkeit als Hauptthemen des Vienna Cargo Day
Ein Schwerpunkt des Vienna Cargo Day war die digitale Transformation im Frachtgeschäft. Ralph Rösener, Manager des Cargo Business Development der Flughafen Wien AG, und Dr. Günther Ofner, Vorstand der Flughafen Wien AG, begrüßten die Teilnehmer und unterstrichen die Bedeutung digitaler Technologien für eine effiziente und nachhaltige Luftfrachtabwicklung.
Eine Kernrolle spielten Vorträge über die Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz und deren Einfluss auf Effizienz und Innovationsfähigkeit der Logistikprozesse. Der renommierte Logistikexperte Sebastian Kummer von der Universität Wien hob in seiner Rede die Relevanz datenbasierter Entscheidungsfindung und intelligenter Automatisierung hervor. Diese Technologien versprechen nicht nur eine erhöhte Geschwindigkeit und Genauigkeit in der Frachtabwicklung, sondern sind auch ein wesentlicher Schritt in Richtung Nachhaltigkeit – ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Wien als strategisches Cargo-Hub in Europa
Der Flughafen Wien hat sich in den letzten Jahren als einer der wichtigsten Knotenpunkte für Luftfracht etabliert, insbesondere für die Regionen Mittel- und Osteuropa. Dank seiner geografischen Lage und der 24-Stunden-Betriebsbereitschaft spielt Wien eine zentrale Rolle für Frachtairlines, die interkontinentale Strecken bedienen.
Zehn Stellplätze für Großflugzeuge wie die Boeing 747 oder die Antonow 124 ermöglichen eine hohe Umschlagkapazität in direkter Nähe zum Abfertigungsgebäude. Zudem ist Wien in das europäische Netzwerk der Luftfrachtersatzverkehre integriert und gewährleistet schnelle Verbindungen zu den wichtigsten Wirtschaftsregionen Europas. Für die Verbindungen nach Osteuropa sind Transportzeiten von 24 bis 48 Stunden möglich, was Wien zu einem attraktiven Standort für international tätige Unternehmen macht.
FlyPharma Conference: Fokus auf Pharma-Lieferketten und innovative Lösungen
Am 23. und 24. Oktober verlagerte sich der thematische Schwerpunkt auf die Pharma-Logistik. Die FlyPharma Conference bot ein umfassendes Programm zu Markttrends, Sicherheitsanforderungen und Kooperationsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Akteuren der Pharmaindustrie. Die Teilnehmenden erhielten detaillierte Informationen zu den neuesten Standards und Sicherheitsmaßnahmen in der Lagerung und dem Transport sensibler medizinischer Güter.
Ein Höhepunkt der Konferenz war die exklusive Führung durch das Vienna Pharma Handling Center (VPHC). Seit seiner Eröffnung im Jahr 2018 ist das VPHC ein hochmodernes Kompetenzzentrum für die Abwicklung temperatursensibler Fracht und stellt sicher, daß Pharma-Produkte unter optimalen Bedingungen gelagert und transportiert werden können. Vatsala Sadasivan von Sanofi und Andre Majeres von der International Air Transport Association (IATA) gaben Einblicke in die spezifischen Anforderungen der Pharmalogistik und betonten die Bedeutung der Einhaltung strenger Vorschriften und Temperaturkontrollen.
Fachkräfte- und Wissenstransfer für die Luftfracht der Zukunft
Die beiden Veranstaltungen betonten die Bedeutung des Flughafens Wien als Standort für zukünftige Entwicklungen in der Logistik und zeigten Wege für einen optimierten Wissenstransfer in der Branche auf.
Die Kombination aus Fachvorträgen, Diskussionsrunden und einem interaktiven Programm zur Flughafentechnik bot den Teilnehmern eine exzellente Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und sich über die zukünftigen Anforderungen der Frachtlogistik auszutauschen. Laut Ralph Rösener und Dr. Günther Ofner bleibt Wien eine zentrale Plattform für Innovationen und technologische Weiterentwicklungen, die durch Veranstaltungen wie den Vienna Cargo Day und die FlyPharma Conference zusätzlich an Dynamik gewinnt.
Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich
Die Bedeutung des Wiener Flughafens als Logistikzentrum stärkt die Rolle Wiens nicht nur als Luftfracht-Hub, sondern auch als wesentlichen Wirtschaftsstandort in Europa. Mit über 5.400 Beschäftigten gehört die Flughafen Wien AG zu den größten Arbeitgebern der Region. Die Erweiterung der Infrastruktur und die fortlaufende Modernisierung der Anlagen sind entscheidende Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes. Wiens Rolle als Frachtzentrum wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter zunehmen, da insbesondere die Digitalisierung und die Einbindung von KI-gestützten Lösungen in die Abfertigungsprozesse die Effizienz und Kapazität steigern werden.
Mit den beiden Veranstaltungen Vienna Cargo Day und FlyPharma Conference hat der Flughafen Wien seine Position als Drehscheibe für Fracht und Logistik in Europa weiter gefestigt. Durch die Thematisierung aktueller Branchentrends und der Präsentation neuer Technologien und Innovationspotenziale gelingt es Wien, Fachleute aus aller Welt zusammenzubringen und so den Wissensaustausch sowie die Zusammenarbeit in der Luftfracht- und Pharmalogistik zu fördern. Diese Entwicklungen stärken nicht nur den Flughafen Wien, sondern auch Österreich als Wirtschaftsstandort und zeigen, daß das Land im internationalen Wettbewerb eine entscheidende Rolle spielt.