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Air Astana: Flugbegleiter- und Pilotentrainings nach EASA-Standards

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Die kasachische Fluggesellschaft Air Astana wurde im Jahr 2001 mit dem Ziel gegründet europäische Luftfahrt-Standards nach Kasachstan zu bringen. Von Anfang an setzt man ausschließlich auf Maschinen, die in westlichen Staaten gefertigt wurden.

Zahlreiche Aus- und Fortbildungen mussten zunächst zumeist im Ausland absolviert werden. Dies schließt auch Piloten- und Flugbegleitertrainings ein. Seit einiger Zeit verfügt man in Astana über das entsprechende Trainingsgerät, das auch über EASA-Zulassungen verfügt. Für Piloten mit europäischen Lizenzen hat das einen entscheidenden Vorteil, denn diese können ihre Simulator-Trainings nun in Kasachstan absolvieren. Zuvor mussten diese ins Ausland ausweichen. Vorerst gilt dies nur für die Airbus-A320-Flugzeugführer, da die Boeing-767-Trainings weiterhin außerhalb Kasachstans durchgeführt werden. Der Maschinentyp Embraer 190-E2 ist bei Air Astana ohnehin ein Auslaufmodell, weshalb hierfür kein eigener Simulator mehr angeschafft wird.

Im Jahr 2019 hat Air Astana die vormals getrennt geführten Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten unter der internen Dachmarke „Air Astana Academy“ zusammengeführt. Diese verfügt über Standorte in Almaty und Astana. Ein Full-Flight-Simulator ist derzeit nur in Astana vorhanden. In Alamaty gibt es andere Trainingsmöglichkeiten für Piloten und Flugbegleiter, darunter „normale“ Simulatoren.

B767-Crews trainieren in Frankfurt, A320-Besatzungen in Kasachstan

Komplett in Eigenregie werden die Trainings für das fliegende Personal, das auf der A320-Reihe im Einsatz ist, durchgeführt. Jene, die auf dem Langstreckenmuster Boeing 767 eingesetzt sind, nutzen die Möglichkeiten bei Lufthansa Flight Training in Frankfurt am Main. Perspektivisch wird sich auch das ändern, denn im Zuge der Einflottung der Boeing 787-9 wird Air Astana auch im Bereich des Trainings der Besatzungen entsprechend aufrüsten. Bereits jetzt werden die künftigen Dreamliner-Crews vorbereitet und zwar unter anderem bei einem Anbieter, der auf dem Flughafen London-Gatwick sitzt.

Während am Standort Almaty der Fokus auf Service-Trainings liegt, geht es in Astana mit unter heiß zu, denn hier steht den Flugbegleitern beispielsweise ein Fire-Fighter-Trainer zur Verfügung. Auch hat man einen modernen A320neo-Kabinentrainer, der die verschiedensten Szenarien, die von den Besatzungen bewältigt werden müssen, simulieren kann. In Almaty finden aber auch Übungen, die beispielsweise Schwimmwesten, die laut Air Astana je nach Ausführung zwischen 300 und 400 U.S.-Dollar pro Stück kosten, betreffen statt. Auch viele Theoriekurse werden am Standort Astana durchgeführt.

Öffnung für externe Piloten geplant

Ebenso werden hier so genannte Instruktoren, deren Aufgabe es ist ihr Wissen an Piloten bzw. Flugbegleiter weiterzugeben, fortgebildet. Ein Instruktor erklärte, dass es zahlreiche verschiedene Arbeitsgruppen gibt. Das Ziel aller Bemühungen ist, dass sämtliche Neuerungen und sicherheitsrelevante Hinweise auch tatsächlich bei den beiden Piloten in den Cockpits ankommen und von diesen umgesetzt werden.

Am Standort Astana werden die Trainings derzeit nur für eigene Crews und jene der Tochtergesellschaft Fly Arystan durchgeführt. Perspektivisch will man sich aber auch für externe Piloten bzw. Flugbegleiter öffnen. Derzeit ist das Zentrum aber mit eigenen Besatzungen sehr stark ausgelastet, so dass dies realistisch gesehen erst nach der bereits beschlossenen Erweiterung möglich sein wird.

Techniker-Basisausbildung findet in München statt

Ein weiterer Bereich, in dem Air Astana Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für das Personal anbietet, betrifft die Technik. Man ist momentan der einzige nach EASA 147 zertifizierte Anbieter in Kasachstan. Die Grundausbildung der angehenden Techniker führt man aber nicht selbst durch, sondern ein bekannter deutscher Betrieb führt diese im Auftrag des kasachischen Carriers in München durch. Viele Fortbildungen werden dann in Eigenregie in den firmeneigenen Wartungs- und Ausbildungszentren in Astana und Almaty durchgeführt. Eigenen Angaben nach nimmt man auch die Möglichkeiten, die von den Herstellern Boeing, Embraer und Airbus angeboten werden, wahr.

Im Bereich der Wartung steht Air Astana derzeit vor einer branchenbekannten Herausforderung: Die Beschaffung von Ersatzteilen bzw. Austauschtriebwerken für die A320neo-Flotte erweist sich als durchaus arbeits- und zeitaufwendig. Angesprochen auf den Umstand, dass die Embraer E190-E2-Teilflotte noch äußerst jung ist, meinte ein Manager, dass sich dieses Muster als für Air Astana nicht optimal geeignet erwiesen habe. Im Sommer würde es ausgezeichnet performen, jedoch im Winter habe man so das eine oder andere Problem. Auch wäre es hinsichtlich der geplanten künftigen Expansion nicht groß genug. Daher habe die Geschäftsleitung entschieden, dass die Brasilianer, wie intern diese Flugzeuge genannt werden, ausgeflottet werden sollen.

Auch angehende Manager sind gefragt

Auch gibt es im Rahmen der Air-Astana-Acedemy die Möglichkeit sich gezielt für künftige Aufgaben im Management weiterbilden zu können. Ein besonderes Augenmerk legt man dabei auf Kompetenz im Bereich der unterschiedlichen Gesetzgebungen, die im täglichen Flugbetrieb zu beachten sind. Beispielsweise unterscheiden sich die EASA-Vorschriften in manchen Punkten von den nationalen in Kasachstan. Ziel der Management-Ausbildungen ist es, dass stets kompetentes Personal aus- und fortgebildet wird. Dies hält man für besonders wichtig, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Dabei spielt auch der Austausch von Know-how eine entscheidende Rolle.

Mittelfristig will Air Astana alle bestehenden Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten ausbauen und erweitern. Das Kernziel ist, dass man möglichst alles unter Einhaltung der EASA-Vorschriften selbst in Eigenregie durchführen kann. Letztlich spart man dadurch Kosten, da die An- und Abreisen der Besatzungen nach Europa zu Trainingszwecken dann wesentlich seltener vorkommen werden. Im Bereich der Verwaltung ist man schon jetzt der Ansicht, dass sowohl Air Astana als auch Fly Arystan erheblich von den Weiterbildungen, die in dieser Form angeblich in Kasachstan keine andere Airline anbieten würde, profitieren soll.

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