Flughafen London-Heathrow (Foto: Jan Gruber).
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Steigende Fluggaststeuer im Vereinigten Königreich: Ein neuer Belastungstest für die Branche

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Am 30. Oktober 2024 kündigte die britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves im Rahmen des Haushaltsplans 2024 der Labour-Regierung umfassende Änderungen bei der Fluggaststeuer (Air Passenger Duty, APD) an, die für Reisende mit kommerziellen Fluggesellschaften und Privatjets gleichermaßen höhere Kosten mit sich bringen werden.

Diese Maßnahme ist Teil eines größeren Plans zur Anpassung der Finanzpolitik im Vereinigten Königreich, der sowohl die kurzfristigen wirtschaftlichen Herausforderungen als auch die langfristigen Ziele der Regierung berücksichtigt. Während die neuen Regelungen erst im Jahr 2026 vollständig in Kraft treten, sind die angekündigten Erhöhungen bereits für April 2025 vorgesehen und werden insbesondere für Inlandsflüge und Kurzstreckenreisen spürbar sein.

Höhere Kosten für alle Reisenden

Laut den neuen Regelungen werden Passagiere in der Economy Class ab April 2025 bei Inlandsflügen mit einem Aufschlag von 1 Pfund (etwa 1,30 Dollar) konfrontiert. Für Kurzstreckenflüge wird die Fluggaststeuer um 2 Pfund (ca. 2,60 Dollar) und für Langstreckenflüge um 12 Pfund (15,59 Dollar) steigen. Die Regierung hat jedoch auch eine Ausnahme für Kinder unter 16 Jahren beschlossen, die von diesen Gebühren befreit sind. Diese Erhöhung wird von der Regierung als notwendige Maßnahme angesehen, um die Fluggaststeuer an die Inflation anzupassen, die in den letzten Jahren nicht ausreichend berücksichtigt wurde.

Kanzlerin Reeves erklärte den Mitgliedern des Parlaments, dass die Anpassungen notwendig seien, um die bestehenden finanziellen Herausforderungen zu bewältigen. „Die Fluggaststeuer hat in den letzten Jahren nicht mit der Inflation Schritt gehalten, daher führen wir eine Anpassung ein“, betonte sie und fügte hinzu, dass die Erhöhung in einem überschaubaren Rahmen bleibe.

Reaktionen aus der Branche

Die Ankündigung stieß jedoch auf gemischte Reaktionen. AirportsUK, der Verband, der über 50 britische Flughäfen vertritt, zeigte sich besorgt über die erhöhten Kosten für Reisende und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Flughäfen. Karen Dee, die CEO von AirportsUK, äußerte ihre Enttäuschung über die Erhöhung der Fluggaststeuer, insbesondere in einer Zeit, in der Flughäfen in neue Sicherheitstechnologien und nachhaltige Verkehrslösungen investieren. Dee warnte, dass eine solche Steuererhöhung kontraproduktiv für die Bemühungen sei, Großbritannien als eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften in der G7 zu positionieren.

„Wenn die Regierung es ernst meint mit der Verwirklichung ihres Ziels, dann muss sie die Rolle der Flughäfen für das Wachstum und die internationale Konnektivität anerkennen und fördern“, sagte sie. Ihre Aussagen spiegeln die weit verbreitete Befürchtung wider, dass höhere Steuern und Gebühren die Attraktivität des britischen Luftverkehrs negativ beeinflussen könnten.

Anpassungen für Privatjets

Ein weiterer Aspekt der neuen Regelungen betrifft die Besteuerung von Privatjets. Die Regierung prüft einen Vorschlag, den höheren Mehrwertsteuersatz, der derzeit für große Geschäftsflugzeuge gilt, auf alle Privatjets auszuweiten. Momentan betrifft der höhere Satz nur Jets mit einem Gewicht von 20 Tonnen oder mehr, die für weniger als 19 Passagiere ausgestattet sind. Reeves kündigte an, dass der Steuersatz für diese Privatjets um 50 % erhöht werden soll, um die Branche gerechter zu besteuern.

In einem humorvollen Kommentar erinnerte Reeves an die Vorliebe des ehemaligen Premierministers Rishi Sunak für das Fliegen mit Privatjets. Sie witzelte, dass die 50-prozentige Erhöhung „einem Betrag von 450 Pfund pro Passagier für einen Privatjet nach, sagen wir, Kalifornien entspricht“. Diese Bemerkung verdeutlicht, dass die Regierung bestrebt ist, auch im Luxussegment eine angemessene steuerliche Last zu schaffen.

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