Die maltesische Regierung hat neue Regelungen für Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb und Booking vorgestellt, um die Auswirkungen des Massentourismus auf die lokale Bevölkerung zu reduzieren.
Zukünftig sollen Wohnungsbesitzer vor der Vermietung die Zustimmung der Mehrheit der Miteigentümer einholen müssen, bevor sie eine entsprechende Lizenz beantragen können. Häuser, Villen und andere Immobilien mit separatem Straßenzugang sind von dieser Regelung ausgenommen.
Malta, das jährlich rund drei Millionen Touristen empfängt, steht unter Druck: Die Wohnungsnot verschärft sich, und Anwohner beklagen Lärm sowie Müllbelastung durch Feriengäste. Laut Ministerpräsident Robert Abela sei die Kapazitätsgrenze für Touristen erreicht. Ziel der neuen Maßnahmen sei es, mehr „Qualitätstouristen“ anzuziehen und den Immobilienmarkt zu entlasten. Kritiker warnen jedoch vor möglichen negativen Auswirkungen auf Investoren und die Tourismusbranche. Auch wird bezweifelt, dass die Regelung die Verfügbarkeit von langfristigen Mietwohnungen spürbar erhöhen wird.
Ähnliche Regulierungen sind bereits in Städten wie Barcelona, Paris und Lissabon umgesetzt worden, die ebenfalls versuchen, den Konflikt zwischen Tourismus und Wohnraummangel zu lösen. In Malta steht der Vorschlag nun zur Abstimmung im Parlament.