Der britische Billigflieger Easyjet verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr beachtliche Erfolge. Das Unternehmen konnte nicht nur seinen Gewinn merklich steigern, sondern überraschte auch mit einer deutlich erhöhten Dividende für seine Aktionäre. Dennoch dämpfen vorsichtige Prognosen die Euphorie für die kommenden Monate. Diese Entwicklungen zeichnen ein Bild eines Konzerns, der seine Position auf dem hart umkämpften Markt der Billigfluglinien behauptet, jedoch auch vor Herausforderungen steht.
Das abgelaufene Geschäftsjahr brachte Easyjet einen Umsatzanstieg um 14 Prozent auf 9,3 Milliarden britische Pfund (11,1 Milliarden Euro). Dieser Erfolg resultierte aus der gesteigerten Nachfrage nach Flugreisen, einer optimierten Kostenstruktur und einer Auslastung der Flotte, die dem Unternehmen ein Vorsteuerergebnis von 610 Millionen Pfund ermöglichte. Damit lag der Gewinn gut ein Drittel über dem des Vorjahres.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Dividendenpolitik des Unternehmens. Die Ausschüttung an die Anteilseigner soll auf 12,1 Pence je Aktie steigen – mehr als das Doppelte der Vorjahresdividende von 4,5 Pence. Diese Auszahlung entspricht 20 Prozent des Nachsteuergewinns von knapp 460 Millionen Euro. Die Anhebung der Dividende wird von Anlegern positiv aufgenommen, was sich auch in einem Kursanstieg der Easyjet-Aktie an der Börse um drei Prozent widerspiegelte.
Rückblick und Herausforderungen für die Zukunft
Easyjet konnte im vergangenen Jahr rund 90 Millionen Passagiere befördern und blickt für das kommende Jahr auf ein Ziel von 103 Millionen Fluggästen. Diese Steigerung ist ambitioniert, bleibt jedoch hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Besonders auffällig ist der Vorteil, den Easyjet durch den ausschließlichen Einsatz von Airbus-Maschinen genießt. Während Ryanair mit Verzögerungen bei der Auslieferung von Boeing-Flugzeugen zu kämpfen hat und Wizz Air Probleme mit Pratt-&-Whitney-Triebwerken belasten, kann Easyjet seine Flotte reibungslos betreiben.
Trotz dieser positiven Entwicklungen zeigen sich erste Wolken am Horizont. Die Prognosen für das zweite Geschäftsquartal (bis Ende März 2025) fallen vorsichtig aus. Ein Grund dafür ist der spätere Termin der Osterfeiertage im April, der die typischen Reisebuchungen ins zweite Quartal verschiebt. Zusätzlich wird der saisontypische Verlust im Winter erwartet, wenngleich dieser durch eine starke Buchungslage geringer ausfallen könnte.
Wechsel in der Unternehmensführung
Das Jahr 2024/25 markiert auch einen personellen Umbruch an der Spitze des Konzerns. Johan Lundgren, der sieben Jahre lang die Geschicke von Easyjet leitete, gibt seinen Posten an Kenton Jarvis ab. Jarvis, bislang Finanzchef, wird ab Januar das Steuer übernehmen. Die Finanzabteilung wird zukünftig von Jan De Raeymaeker geleitet, der seine Position am 20. Januar antritt. Diese Wechsel werden als Chance gesehen, frischen Wind in die Strategie des Unternehmens zu bringen und die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern
Marktumfeld bleibt dynamisch
Easyjet steht in einem hochkompetitiven Umfeld. Die Konkurrenz durch Ryanair, Wizz Air und andere Billigfluggesellschaften zwingt das Unternehmen zu ständigen Anpassungen und Innovationen. Die reine Airbus-Flotte verschafft dem Konzern zwar einen operativen Vorteil, doch die Marktdynamik und unvorhersehbare externe Faktoren wie wirtschaftliche Schwankungen könnten das Wachstum bremsen.
Insgesamt präsentiert sich Easyjet jedoch als solides Unternehmen mit einer klaren Strategie, das seinen Aktionären eine attraktive Rendite bietet und für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet scheint.