Nach intensiven Arbeiten konnten die litauischen Behörden die Absturzstelle der abgestürzten Swiftair-Maschine wieder freigeben. Sämtliche Trümmerteile der Maschine, darunter auch das Cockpit, wurden zur Untersuchung in einen Hangar transportiert. Kleinere Fragmente des Wracks wurden in der Vorwoche entfernt. Besonders wichtig für die Aufklärung des Unglücks: die Flugschreiber, die die letzten Minuten des Fluges dokumentieren. Sie befinden sich nun in Deutschland, wo sie von Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ausgewertet werden.
Die Absturzstelle zeigt das Ausmaß der Katastrophe: zerstörte Wohngebäude, ausgebrannte Fahrzeuge und Trümmerfelder prägen das Bild. Die Bewohner eines beschädigten Wohnhauses wurden von der Stadt Vilnius in Notunterkünfte gebracht. Diese Menschen müssen vorerst in Sozialwohnungen ausharren, während der Wiederaufbau geplant wird.
Ermittlungen und internationale Zusammenarbeit
Die litauischen Behörden haben umfassende Ermittlungen eingeleitet, um die Ursache des Absturzes zu klären. Bislang gibt es keine Hinweise auf Terrorismus oder Sabotage. Deutsche Experten der BFU unterstützen die litauischen Kollegen vor Ort, während auch spanische und amerikanische Spezialisten in den Fall eingebunden sind. Besonders brisant: Swiftair, die spanische Betreiberfirma, steht in der Pflicht, vollständige technische Daten und Wartungsprotokolle der Boeing 737 bereitzustellen.
Der Flug und seine Tragödie
Das Frachtflugzeug war auf dem Weg von Leipzig nach Vilnius und sollte kurz vor dem Unfall landen. Es ist bekannt, daß eines der vier Besatzungsmitglieder beim Absturz ums Leben kam. Drei weitere Personen überlebten und wurden medizinisch versorgt. Experten vermuten, daß ein technischer Defekt oder ein menschlicher Fehler zum Absturz führte, allerdings sind diese Hypothesen bislang unbestätigt.
Bedeutung für die Luftfahrt
Der Absturz wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheit von Frachtflugzeugen, insbesondere solcher, die in dicht besiedelten Gebieten landen. Vilnius, als wichtiger Knotenpunkt für DHL und andere Logistikanbieter, muß möglicherweise seine Sicherheitsprotokolle anpassen, um derartigen Katastrophen vorzubeugen.
Der Vorfall wird auch die europäische Diskussion über die Modernisierung alter Flugzeugflotten und die Überprüfung von Wartungsrichtlinien befeuern. Die endgültigen Ergebnisse der Ermittlungen könnten weitreichende Konsequenzen für die Luftfahrtindustrie haben.