Boeing 737 (Foto: Allied Air Cargo).
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Zwischenfall in Abuja: Frachtflugzeug von Allied Air Cargo verläßt Landebahn

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Ein schwerwiegender Zwischenfall ereignete sich am Vormittag des 11. Dezember 2024 auf dem Nnamdi Azikiwe International Airport in Abuja, Nigeria.

Eine Boeing 737-400F der nigerianischen Frachtfluggesellschaft Allied Air Cargo, registriert unter 5N-JRT, wich nach der Landung von der Landebahn ab und kam mit der Nase in einem Graben zum Stillstand. Trotz erheblicher Schäden am Flugzeug überstanden alle fünf Besatzungsmitglieder den Vorfall unverletzt. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen der Luftfahrtindustrie in Nigeria und die Sicherheit älterer Flugzeugmodelle.

Der Ablauf des Vorfalls

Die betroffene Maschine, die im Februar 1993 erstmals in Betrieb genommen wurde, war auf einem Inlandsfrachtflug von Lagos nach Abuja unterwegs. Nach Angaben des Aviation Herald landete der Flug 4W206 um 10:05 Uhr Ortszeit auf Landebahn 22. Dabei verließ das Flugzeug die befestigte Fläche, durchquerte eine trockene Grasfläche und kam in einem Graben zum Stillstand.

Laut ersten Untersuchungen des Nigeria Safety Investigation Bureau (NSIB) scheint ein mechanischer Defekt, vermutlich am rechten Hauptfahrwerk, der Grund für das Abkommen von der Landebahn zu sein. Fotos vom Unglücksort zeigen, daß das rechte Fahrwerk während der Landung abgeschert ist. Auffällig ist zudem das Fehlen von Spuren des rechten Fahrwerks auf der Grasfläche, was die Theorie eines strukturellen Versagens untermauert.

Reaktionen der Behörden

Die Federal Airports Authority of Nigeria (FAAN) reagierte rasch. In einer Erklärung des Direktors für öffentliche Angelegenheiten und Verbraucherschutz, Obiageli Orah, wurde betont, daß die Landebahn umgehend geräumt und für den Betrieb freigegeben werde. Gleichzeitig forderte die Behörde dazu auf, Spekulationen zu unterlassen, bis der vorläufige Bericht des NSIB vorliegt.

Ein Notfallteam sowie Unfallermittler wurden sofort nach Bekanntwerden des Vorfalls eingesetzt. Trotz der umfangreichen Schäden am Flugzeug ist der reibungslose Ablauf der Evakuierung und die professionelle Reaktion der Rettungskräfte ein positives Signal für die Luftfahrtsicherheit in der Region.

Ein betagtes Flugzeug mit bewegter Geschichte

Das Flugzeug, eine über 31 Jahre alte Boeing 737-400, wurde ursprünglich als Passagierflugzeug betrieben. Es diente Airlines wie Air Berlin, Pegasus Airlines und Philippine Airlines, bevor es 2014 von Allied Air Cargo übernommen und zu einem Frachter umgerüstet wurde. In Anbetracht seines Alters stellt sich die Frage, ob strukturelle Ermüdung zum Versagen des Fahrwerks beigetragen haben könnte. Die Maschine, die seit ihrer Umrüstung für diverse Frachteinsätze innerhalb Afrikas sowie in Kooperation mit DHL im internationalen Verkehr eingesetzt wurde, könnte möglicherweise irreparabel beschädigt sein.

Allied Air Cargo und die Rolle der Luftfracht in Nigeria

Allied Air Cargo ist eine bedeutende Akteurin im afrikanischen Frachtsektor. Mit einer Flotte von vier Boeing 737-Frachtern verbindet die Fluggesellschaft wichtige afrikanische Städte wie Douala, Nairobi und Libreville und führt regelmäßige Flüge im Auftrag von DHL nach Europa durch. Der Vorfall stellt jedoch einen Rückschlag für das Unternehmen dar, das für die Luftfrachtversorgung Westafrikas von zentraler Bedeutung ist.

Wiederholung eines bekannten Musters?

Der Zwischenfall weckt Erinnerungen an einen ähnlichen Vorfall im November 2023, als eine Boeing 737-300 der nigerianischen Airline Cally Air ebenfalls auf der Landebahn 22 des Flughafens Abuja von der Piste abkam. Beide Unfälle werfen Fragen zur Infrastruktur, Wartung und den betrieblichen Standards in der Region auf.

Die Untersuchung durch das NSIB wird entscheidend sein, um die genauen Ursachen zu klären. Ob das Flugzeug wieder in Betrieb genommen werden kann, bleibt ungewiss. Sollte sich der Verdacht auf Fahrwerksversagen erhärten, könnte dies weitreichende Konsequenzen für den Betrieb ähnlicher Modelle haben, insbesondere in Afrika, wo ältere Maschinen oft länger im Einsatz bleiben als in anderen Regionen.

Ausblick

Die Luftfahrtindustrie Nigerias steht vor Herausforderungen, die von technischen Mängeln bis hin zu regulatorischen Fragen reichen. Der Vorfall mit der 5N-JRT verdeutlicht die Dringlichkeit, strukturelle Schwächen im Luftverkehr zu adressieren und sicherzustellen, daß ältere Flugzeuge trotz hoher Betriebsdauer sicher betrieben werden können.

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