Am Abend des 19. Dezember 2024 kam es auf dem Flughafen Molde in Norwegen zu einem Vorfall, der glimpflich endete, jedoch dramatische Szenen bot. Eine Boeing 737-800 der norwegischen Fluggesellschaft Norwegian mit der Flugnummer DY430 überrollte die Landebahn bei der Landung und kam nur 15 Meter vom Ufer des Fannefjords entfernt zum Stillstand. Dank einer schnellen Evakuierung über die Notrutschen blieben die 171 Insassen, darunter 165 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder, unverletzt.
Der Flug DY430 startete mit einer 47-minütigen Verspätung vom Flughafen Oslo Gardermoen (OSL) in Richtung Molde (MOL). Während der Flug in Reiseflughöhe von 32.000 Fuß und auf direkter Route nach Molde problemlos verlief, änderte sich die Situation drastisch bei der Landung.
Die Wetterbedingungen in Molde waren herausfordernd: Winde aus West-Nordwest mit 12 Knoten, variabel zwischen 260° und 320°, leichte Regen- und Schneeschauer sowie eine Wolkendecke in niedrigen Höhen erschwerten den Anflug. Besonders tückisch war eine Schneeböe, die das Flugzeug in einer Höhe von 50 bis 100 Fuß erfasste, wie die norwegische Unfalluntersuchungsstelle (AIBN) berichtete. Der Kommandant stellte beim Aufsetzen eine rutschige Landebahn und schlechte Bremswirkung fest, was zu einer Überschreitung der verfügbaren Landestrecke führte.
Die Maschine, eine Boeing 737-800, überrollte die Schwelle der Landebahn 07 und stieß gegen eine Landebahnbefeuerung. Schließlich kam sie etwa 10 Meter hinter dem Asphalt am Rande des Wendebereichs zum Stillstand, nur wenige Meter von der Wasseroberfläche des Fannefjords entfernt.
Rasche Evakuierung und Reaktion der Notfalldienste
Die Passagiere verließen das Flugzeug über die Evakuierungsrutschen, nachdem die Maschine zum Stillstand gekommen war. Obwohl Berichte darauf hinweisen, daß einige Insassen versuchten, ihr Handgepäck mitzunehmen, verlief die Evakuierung insgesamt zügig und ohne Verletzungen.
Die Notfalldienste des Flughafens reagierten schnell und verhinderten weitere Gefährdungen. Der Vorfall wird derzeit von der AIBN untersucht, um die genauen Ursachen und die Rolle der Wetterbedingungen sowie möglicher technischer Faktoren zu klären.
Bei der betroffenen Maschine handelt es sich um eine Boeing 737-800, die 2013 ihren Erstflug absolvierte und zuvor für die indonesische Fluggesellschaft Garuda Indonesia im Einsatz war. Nach ihrer Einlagerung im Jahr 2021 wurde sie als LN-NIP registriert und im Juli 2022 in die Flotte von Norwegian integriert. Mit einem Alter von über 11 Jahren zählt sie zu den älteren Modellen in der Flotte, was jedoch in der Luftfahrt keine Seltenheit ist.
Norwegian: Herausforderungen und Erfolge einer skandinavischen Airline
Norwegian, eine der führenden Billigfluggesellschaften Skandinaviens, betreibt eine Flotte von Boeing 737-Flugzeugen und verbindet hauptsächlich Ziele in Europa. Nach turbulenten Jahren infolge der COVID-19-Pandemie verzeichnete die Airline 2024 eine positive Entwicklung. Mit einer Kapazitätssteigerung von 10 % im Vergleich zum Vorjahr und einer Auslastung von nahezu 87 % im Oktober 2024 stellt Norwegian ihre wirtschaftliche Erholung unter Beweis.
Der Vorfall in Molde zeigt jedoch die Herausforderungen, denen Fluggesellschaften auch unter Routinebedingungen ausgesetzt sind. Trotz moderner Technik und erfahrener Besatzung können widrige Wetterbedingungen die Sicherheit beeinträchtigen. Dank der raschen Reaktion der Crew und der Notfalldienste konnte in diesem Fall Schlimmeres verhindert werden.