Beluga XL (Foto: Airbus).
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Airbus beendet Betrieb von Airbus Beluga Transport

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Die Entscheidung des europäischen Luftfahrtkonzerns Airbus, den Betrieb seiner Tochtergesellschaft Airbus Beluga Transport einzustellen, markiert das Ende einer kurzen, aber bedeutungsvollen Episode in der Geschichte der Luftfracht. Die Tochtergesellschaft war erst im Jahr 2022 gegründet worden, um die markanten A300-600ST Beluga-Flugzeuge für den Transport von übergroßen Frachtgütern kommerziell zu vermarkten. Nun werden die vier verbliebenen Maschinen dieser Baureihe wieder in das Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) von Airbus Transport International (ATI) integriert.

Die A300-600ST Beluga, benannt nach ihrer an den Meeressäuger erinnernden Form, galt viele Jahre als unverzichtbares Werkzeug für den internen Transport großer Flugzeugteile zwischen den Montagestandorten von Airbus. Diese Flugzeuge, die mit einer speziell angepassten Bugladeklappe ausgestattet sind, waren auf den Transport von sperrigen, übergroßen Gütern ausgelegt. Mit der Gründung von Airbus Beluga Transport 2022 sollte diese einzigartige Fähigkeit kommerziell genutzt werden, um Kunden in der Luftfrachtbranche zu bedienen.

Doch trotz des technologischen Potentials konnte das Unternehmen offenbar nicht die wirtschaftlichen Erwartungen erfüllen. Airbus hat die genauen Gründe für die Schließung des Geschäfts nicht öffentlich erläutert, erklärte jedoch gegenüber Kunden, dass wirtschaftliche Faktoren eine entscheidende Rolle spielten.

Das Ende eines kurzen Kapitels

Der letzte Flug der BelugaST unter dem Code „BGA“ fand am 17. Januar 2025 statt. Dabei wurde die Maschine mit der Registrierung F-GSTB von Bordeaux Mérignac nach Toulouse Blagnac überführt. Die übrigen drei Maschinen – F-GSTC, F-GSTD und F-GSTF – wurden bereits in den Monaten zuvor stillgelegt und sind an verschiedenen Standorten geparkt.

In einer Stellungnahme erklärte Airbus, dass die Schließung der Tochtergesellschaft erst begonnen habe und der genaue Abschluss des Prozesses noch offen sei. Eine der obersten Prioritäten sei dabei die Unterstützung der betroffenen Mitarbeiter während des sogenannten „sozialen Prozesses“.

BelugaXL übernimmt die Hauptrolle

Mit der Einführung der moderneren A330-700ST BelugaXL hat Airbus jedoch bereits seit Jahren einen Nachfolger für der BelugaST bereitgestellt. Die BelugaXL, die erstmals 2019 in Betrieb genommen wurde, bietet eine um 30 % höhere Ladekapazität und ist speziell auf die wachsenden Anforderungen des Airbus-Produktionsnetzwerks zugeschnitten. Airbus Transport International betreibt mittlerweile sechs dieser Maschinen, die den internen Transport von Flugzeugteilen effizienter gestalten.

Die größere Kapazität der BelugaXL und ihre optimierte Effizienz haben dazu geführt, dass die ältere BelugaST-Flotte zunehmend an Bedeutung verloren hat. Dennoch bleibt unklar, ob der BelugaST für spezifische Aufgaben weiterhin genutzt werden könnte. Airbus betonte, dass die Zukunft dieser Maschinen von der weiteren Planung abhängig sei.

Die Einstellung des kommerziellen Flugbetriebs der BelugaST ist ein symbolträchtiger Moment in der Geschichte der Luftfahrt. Sie markiert den Übergang von einer Ära, in der der BelugaST als einzigartiges Werkzeug für den Schwerlasttransport galt, hin zu moderneren und effizienteren Alternativen wie der BelugaXL. Während die Zukunft der verbliebenen A300-600ST noch ungeklärt ist, hat Airbus mit der Einführung der BelugaXL die Weichen für eine neue Phase im Luftfrachtgeschäft gestellt.

Für die Luftfahrtindustrie und die betroffenen Mitarbeiter bleibt die Schließung von Airbus Beluga Transport jedoch ein Einschnitt, der wirtschaftliche und strukturelle Herausforderungen widerspiegelt, die selbst für ein Unternehmen wie Airbus nicht zu ignorieren sind.

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