ATR72-202F (Foto: Marcel-Rudi Mantaj / MAviO News).
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Luftfracht erreicht 2024 Rekordniveau – IATA meldet starkes Wachstum

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Der weltweite Luftfrachtmarkt hat im Jahr 2024 ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnet. Wie die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) am 29. Januar bekanntgab, stieg die globale Frachttransportleistung um 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark legte das internationale Luftfrachtgeschäft zu, das ein Plus von 12,2 Prozent verzeichnete. Die Branche, die in den vergangenen Jahren mit erheblichen Turbulenzen konfrontiert war, profitiert nun von einem anhaltenden Boom, der insbesondere durch die gestiegene Nachfrage im E-Commerce und Engpässe im Seeverkehr begünstigt wurde.

Neben dem gestiegenen Frachtaufkommen hat sich auch die verfügbare Transportkapazität ausgeweitet. Laut IATA stieg das Angebot an Frachtraum – gemessen in verfügbaren Frachttonnen-Kilometern (ACTK) – weltweit um 7,4 Prozent, während die internationale Kapazität um 9,6 Prozent zulegte. Trotz dieses Wachstums blieben die Frachtpreise auf hohem Niveau, wenngleich sie im Jahresvergleich um 1,6 Prozentpunkte nachgaben. Dennoch lagen die Erträge weiterhin um 39 Prozent über dem Niveau von 2019.

Im Dezember 2024 verzeichnete der Markt ein Wachstum von 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während die internationale Luftfracht mit einem Plus von 7 Prozent noch stärker zulegte. Die verfügbare Kapazität erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 3,7 Prozent, international um 5,2 Prozent. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg der Erträge: Im Vergleich zum Dezember 2019 lagen diese um 53,4 Prozent höher.

„Luftfracht war im Jahr 2024 der herausragende Bereich der Luftfahrtindustrie. Die Nachfrage wuchs um 11,3 Prozent, was durch den boomenden E-Commerce und die Engpässe in der Seefracht verstärkt wurde“, erklärte Willie Walsh, Generaldirektor der IATA. Besonders Luftfahrteinschränkungen auf Langstreckenrouten nach Asien hätten dazu beigetragen, dass die Frachtraten hoch blieben.

Regionale Entwicklungen

Das Wachstum der Luftfracht entwickelte sich regional unterschiedlich.

  • Asien-Pazifik führte mit einem Anstieg von 14,5 Prozent die Wachstumsraten an. Die Kapazität wuchs um 11,3 Prozent.
  • Europa erzielte ein Plus von 11,2 Prozent, wobei die Kapazität um 7,8 Prozent ausgebaut wurde.
  • Lateinamerika folgte mit einer Nachfragezunahme von 12,6 Prozent und einem Kapazitätszuwachs von 7,9 Prozent.
  • Nahost-Fluggesellschaften verzeichneten eine Steigerung von 13 Prozent, während die Kapazität um 5,5 Prozent stieg.
  • Afrika zeigte ein moderates Wachstum von 8,5 Prozent, wobei die Kapazität um 13,6 Prozent zunahm. Im Dezember war Afrika die einzige Region mit einem leichten Rückgang der Nachfrage um 0,9 Prozent.
  • Nordamerika wuchs mit 6,6 Prozent am schwächsten, konnte jedoch die Kapazität um 3,4 Prozent ausweiten.

Besonders der internationale Warenverkehr bleibt ein Wachstumsfaktor: Seit 17 Monaten in Folge lagen die Frachtmengen über dem Vorjahresniveau. E-Commerce aus den USA und Europa treibt die Nachfrage weiter an, während Kapazitätsengpässe in der Seefracht die Bedeutung der Luftfracht zusätzlich steigern.

Prognose für 2025

Die IATA erwartet für das Jahr 2025 ein moderateres Wachstum. Der Verband prognostiziert eine Zunahme der Frachttonnen-Kilometer um 5,8 Prozent, was etwa dem historischen Durchschnitt entspricht.

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind weiterhin günstig für die Luftfracht. Sinkende Ölpreise und ein wachsender Handel sorgen für eine solide Basis“, so der IATA-Bericht. Allerdings könnten geopolitische Veränderungen neue Herausforderungen mit sich bringen.

Besonders die Handelspolitik der USA wird mit Interesse beobachtet. IATA-Generaldirektor Willie Walsh verwies auf mögliche Auswirkungen protektionistischer Maßnahmen: „Der wirtschaftspolitische Kurs der neuen US-Regierung könnte sich doppelt negativ auf die Luftfracht auswirken – durch steigende Inflation und einen möglichen Rückgang des Welthandels.“ Die Branche steht somit vor einem Jahr, das weiterhin Wachstum verspricht, aber auch von politischen Unsicherheiten geprägt sein wird.

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