Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair plant, ihre Triebwerkswartung in den kommenden fünf bis zehn Jahren vollständig in Eigenregie durchzuführen. Michael O’Leary, CEO von Ryanair Holdings, bestätigte gegenüber Aviation Week, dass das Unternehmen bis zu 600 Millionen US-Dollar investieren werde, um diese Operationsbereiche intern aufzubauen. Der Schritt sei aus finanziellen Gründen sinnvoll, da Ryanair derzeit rund 200 Triebwerke zur Wartung habe – eine Zahl, die mit der Erweiterung der Flotte künftig weiter steigen werde.
O’Leary erklärte, dass Ryanair bereits fast alle Wartungsarbeiten an den Flugzeugzellen selbst durchführe und nun auch die Reparatur der Triebwerke übernehmen wolle. Der Grund für diesen Schritt seien vor allem die aktuellen Herausforderungen in der Lieferkette sowie die geringe Zahl an Anbietern wie Pratt & Whitney und General Electric. Ryanair plant, innerhalb der nächsten zwölf Monate mit dem Bau von neuen Triebwerkswerkstätten zu beginnen, wobei voraussichtlich eine der Anlagen in Westeuropa und die andere in Osteuropa entstehen wird.
Das Unternehmen betreibt eine große Flotte, zu der unter anderem 116 Boeing 737-8-200 sowie 205 Boeing 737-800 gehören, die von CFM International Triebwerken betrieben werden. Außerdem wird Ryanair in den nächsten Jahren weiterhin die Wartungsinfrastruktur ausbauen. Im Januar 2025 wurde mit der Erweiterung von MRO-Hangars (Maintenance, Repair, Overhaul) in Dublin, Sevilla und anderen europäischen Standorten begonnen.
Zusätzlich zur Investition in die Triebwerkswartung hat Ryanair bereits eine Ingenieursakademie in Glasgow eröffnet, die das Unternehmen bei der Wartung seiner Flotte von 800 Flugzeugen bis 2034 unterstützen soll.