Samoa Airways, die nationale Fluggesellschaft des pazifischen Inselstaates Samoa, sah sich am 12. Februar gezwungen, alle geplanten Flüge kurzfristig zu annullieren. Der Grund dafür war ein massiver Personalmangel, nachdem eine interne Drogen- und Alkoholkontrolle mehrere positive Testergebnisse unter den Angestellten zutage gefördert hatte. Die Airline musste daraufhin Flugzeuge von einer Konkurrenzgesellschaft chartern, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Laut Angaben der Fluggesellschaft fielen rund zehn Prozent der getesteten Mitarbeiter durch den Drogentest. Drei Angestellte wurden positiv auf Methamphetamin, Amphetamin und Cannabis getestet und daraufhin vorläufig suspendiert. Sechs weitere Mitarbeiter wiesen erhöhte Alkoholwerte auf und erhielten offizielle Verwarnungen. Sie wurden erneut getestet, deren Ergebnisse zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch noch ausstanden.
Zusätzlich wurde ein Pilot positiv auf verschreibungspflichtige Schlafmittel getestet. Nach einem zweiten Test mit negativem Ergebnis durfte dieser jedoch seinen Dienst wieder aufnehmen.
Die Untersuchungen wurden von der Scientific Research Organisation of Samoa (SROS) durchgeführt und sind Teil der internen Sicherheitsrichtlinien der Fluggesellschaft, die regelmäßige Drogen- und Alkoholtests für das Personal vorschreiben.
Auswirkungen auf den Flugbetrieb
Durch die Suspendierung der betroffenen Angestellten entstand ein akuter Personalmangel, der dazu führte, daß der gesamte Flugbetrieb für einen Tag eingestellt werden mußte. Samoa Airways-CEO Fauo’o Fatu Tielu erklärte gegenüber der Zeitung Samoa Observer, daß neben dem Ausfall eines Piloten durch den Drogentest zwei weitere Piloten krankheitsbedingt nicht zur Verfügung standen, ein weiterer Pilot sich im Urlaub befand und ein anderer nicht über die notwendigen Flugstunden verfügte.
Um die ausgefallenen Flüge dennoch durchführen zu können, mußte Samoa Airways kurzfristig Talofa Airways, eine regionale Konkurrenzgesellschaft, mit der Durchführung der Flüge beauftragen. Die Kosten für das kurzfristige Chartern eines Flugzeugs beliefen sich laut Tielu auf rund 30.000 US-Dollar.
Sicherheit als höchste Priorität
Samoa Airways betreibt eine kleine Flotte von zwei DHC-6-300 Turboprop-Flugzeugen und bedient hauptsächlich Verbindungen zwischen den samoanischen Hauptinseln sowie Flüge nach Amerikanisch-Samoa. Die Fluggesellschaft fungiert zudem als Bodenabfertiger für internationale Airlines wie Air New Zealand und Fiji Airways.
Die Leitung von Samoa Airways betonte, daß Sicherheit höchste Priorität habe. In einer offiziellen Erklärung erklärte die Airline: „Die jüngsten Flugstreichungen waren zwar unangenehm für unsere Passagiere, zeigen aber unser unerschütterliches Engagement für höchste Sicherheitsstandards.“
Der Vorfall könnte jedoch langfristige Folgen für das Unternehmen haben. Insbesondere die notwendige Anmietung eines externen Flugzeugs stellt eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Zudem könnte das Vertrauen von Passagieren und Partnergesellschaften beeinträchtigt werden, wenn sichergestellt werden muß, daß ähnliche Vorfälle in Zukunft nicht erneut auftreten.
Striktere Maßnahmen für die Zukunft
Um vergleichbare Probleme künftig zu vermeiden, dürften interne Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen bei Samoa Airways weiter verschärft werden. Es bleibt abzuwarten, ob die betroffenen Mitarbeiter dauerhaft entlassen oder nach bestimmten Auflagen wieder in den Betrieb integriert werden.
Der Fall zeigt, wie wichtig umfassende Sicherheitskontrollen in der Luftfahrtbranche sind. Gerade für kleine Fluggesellschaften mit begrenztem Personalbestand kann der Ausfall mehrerer Mitarbeiter schnell zu erheblichen Betriebsstörungen führen. Samoa Airways wird nun alles daran setzen müssen, das Vertrauen von Passagieren und Geschäftspartnern zurückzugewinnen und seine Sicherheitskultur weiter zu stärken.