Nach dem Sturz von Präsident Baschar al-Assad im Dezember 2024 hat die Europäische Union beschlossen, bestimmte Sanktionen gegen Syrien zu lockern. Dieser Schritt zielt darauf ab, den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen und die wirtschaftliche Erholung zu fördern. Insbesondere wurden Beschränkungen in den Bereichen Energie, Transport und Finanzen aufgehoben. Die staatliche Fluggesellschaft Syrianair wurde von der Sanktionsliste der EU entfernt, während die private Cham Wings Airlines weiterhin sanktioniert bleibt.
Im Dezember 2024 wurde das Regime von Baschar al-Assad durch eine Offensive der Rebellengruppe Hayat Tahrir al-Scham (HTS) gestürzt. Die HTS hat seither eine Übergangsverwaltung etabliert und angekündigt, bis März 2025 eine inklusive Regierung zu bilden. Dieser Machtwechsel hat die internationale Gemeinschaft veranlasst, ihre Beziehungen zu Syrien neu zu bewerten.
Details der Sanktionslockerungen
Die EU-Außenminister einigten sich darauf, Sanktionen in den Bereichen Energie, Transport und Finanzen auszusetzen. Dies soll es europäischen Unternehmen ermöglichen, in den syrischen Energiesektor zu investieren und den Handel mit Öl und Gas wieder aufzunehmen. Zudem werden finanzielle Transaktionen mit syrischen Banken erleichtert, um den Wiederaufbau zu unterstützen. Die humanitäre Ausnahmegenehmigung für Hilfslieferungen wurde auf unbestimmte Zeit verlängert, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Mit der Entfernung von Syrianair von der Sanktionsliste kann die staatliche Fluggesellschaft den Flugbetrieb in europäische Länder wieder aufnehmen. Nach dem Regierungswechsel wurden bereits internationale Flüge am Flughafen Damaskus wieder aufgenommen, darunter eine Direktverbindung nach Doha, die erstmals seit 13 Jahren besteht. Die Wiederaufnahme des Flugbetriebs wurde von der Bevölkerung mit großer Freude aufgenommen und gilt als Zeichen der Normalisierung. Die private Cham Wings Airlines bleibt jedoch weiterhin unter EU-Sanktionen, was ihren internationalen Betrieb einschränkt.
Reaktionen der internationalen Gemeinschaft
Während die EU ihre Sanktionen lockert, haben die Vereinigten Staaten ihre bestehenden Sanktionen gegen Syrien bislang nicht aufgehoben. Diese unterschiedliche Herangehensweise könnte europäische Unternehmen davon abhalten, trotz der EU-Lockerungen in Syrien zu investieren, aus Sorge vor möglichen US-Strafmaßnahmen. Die EU betont jedoch, dass die Lockerungen dazu dienen sollen, die wirtschaftliche Isolation Syriens zu beenden und den Wiederaufbau zu fördern. Gleichzeitig behält sie sich vor, Sanktionen wieder einzuführen, sollte sich die politische Lage verschlechtern.
Zukunftsaussichten
Die Lockerung der Sanktionen bietet Syrien die Möglichkeit, seine Wirtschaft wiederzubeleben und internationale Beziehungen zu normalisieren. Die Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs könnte den Tourismus fördern und den Handel erleichtern. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die politische Situation weiterentwickelt und inwieweit internationale Investoren Vertrauen in den syrischen Markt fassen. Die EU plant, die Entwicklungen genau zu beobachten und ihre Maßnahmen entsprechend anzupassen.