Boeing 737-800 (Foto: Jan Gruber).
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Ryanair erweitert Sommerflugplan: Neu- und Wiederaufnahmen

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Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair erweitert ihr Streckennetz im Sommerflugplan 2025 erheblich. Neben der Wiederaufnahme mehrerer Verbindungen, die seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr bedient wurden, baut die Airline insbesondere ihre Präsenz in Jordanien und Israel wieder aus. Aufgrund anhaltender Unsicherheiten bei der Flugzeuglieferung von Boeing korrigierte Ryanair allerdings seine erwarteten Passagierzahlen nach unten.

Für den Sommerflugplan, der vom 30. März bis zum 26. Oktober 2025 läuft, hat Ryanair zahlreiche neue Routen angekündigt. Besonders bemerkenswert ist dabei die Wiederaufnahme von Verbindungen, die die Airline seit über zehn Jahren nicht mehr geflogen ist. Dazu gehören unter anderem drei Strecken vom britischen Bournemouth Airport:

  • Bournemouth – Chania (Kreta)
  • Bournemouth – Fuerteventura
  • Bournemouth – Rhodos

Auf diesen Strecken wird Ryanair mit anderen Airlines konkurrieren, darunter Jet2 und TUI Airways, die diese Destinationen ebenfalls bedienen.

Weitere Verbindungen, die nach mehr als zehn Jahren wieder aufgenommen werden, betreffen Flughäfen in mehreren europäischen Ländern:

  • Bratislava – Mailand-Malpensa
  • London-Stansted – Lübeck
  • Palma de Mallorca – Lübeck
  • Pescara – Mailand-Malpensa

Die Entscheidung, diese Strecken wieder in den Flugplan aufzunehmen, dürfte mit einer verstärkten Nachfrage sowie einer optimierten Routenplanung zusammenhängen.

Starker Ausbau im Nahen Osten nach kriegsbedingten Einschränkungen

Neben der Wiederaufnahme europäischer Verbindungen richtet Ryanair sein Augenmerk auf eine Expansion in den Nahen Osten, insbesondere in Jordanien und Israel.

Ab Amman, der Hauptstadt Jordaniens, werden zehn Strecken wieder aufgenommen, die infolge des Krieges in Israel und der damit verbundenen geopolitischen Spannungen vorübergehend ausgesetzt worden waren. Zu den wiederaufgenommenen Zielen gehören:

  • Bukarest
  • Budapest
  • Rom-Ciampino
  • Wien

Im Juni wird Ryanair insgesamt 27 wöchentliche Flüge ab Amman zu 14 europäischen Destinationen anbieten.

Auch ab Tel Aviv nimmt die Airline acht Strecken wieder auf, darunter nach:

  • Sofia
  • Bukarest
  • Wien
  • Vilnius

Ryanair plant, im Juni insgesamt 76 wöchentliche Flüge ab Tel Aviv zu 23 europäischen Zielen durchzuführen.

Ambitionierte Wachstumsziele trotz Verzögerungen bei Boeing

Ryanair hatte sich für das Geschäftsjahr 2025 ehrgeizige Ziele gesetzt. Laut Konzernchef Michael O’Leary, der am 27. Januar die Quartalszahlen präsentierte, soll die Airline in diesem Jahr 200 Millionen Passagiere befördern – ein Wachstum von 9 % im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt umfasst der Sommerflugplan 2025 der Airline 2.600 Strecken, darunter 64 neue Routen. Ursprünglich hatte Ryanair sogar mit 210 Millionen Passagieren kalkuliert, musste diese Prognose jedoch aufgrund von Verzögerungen bei der Flugzeuglieferung durch Boeing anpassen.

Obwohl sich die Produktion bei Boeing nach Streiks der International Association of Machinists and Aerospace Workers (IAM) langsam erholt, erwartet Ryanair nicht, dass der Flugzeugbauer rechtzeitig genügend Maschinen liefert. Die neue Prognose beläuft sich daher auf 206 Millionen Passagiere, was lediglich einem Wachstum von 3 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die unklare Liefersituation könnte langfristig Auswirkungen auf das Wachstum der Airline haben, da neue Flugzeuge essenziell sind, um die geplante Expansion vollumfänglich umzusetzen.

Ausweitung des Streckennetzes trotz Herausforderungen

Ryanair setzt im Sommer 2025 sowohl auf eine Wiederbelebung vernachlässigter Strecken als auch auf eine Rückkehr in den Nahen Osten. Während die Expansion in Europa größtenteils auf bestehender Nachfrage basiert, dürfte die Wiederaufnahme der Verbindungen nach Jordanien und Israel mit der Stabilisierung der Lage in der Region zusammenhängen.

Dennoch bleibt unklar, inwiefern die anhaltenden Herausforderungen bei der Flugzeugbeschaffung die geplanten Wachstumsziele beeinflussen werden. Ryanair bleibt weiterhin die größte Billigfluggesellschaft Europas, doch ihre Ambitionen könnten durch externe Faktoren gebremst werden.

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