Airbus A350-1000 (Foto: Mario Caruana / MAviO News).
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Notlandung in Manchester: Virgin Atlantic-Flug von London nach New York muß umkehren

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Ein geplanter Linienflug der britischen Fluggesellschaft Virgin Atlantic auf der vielbeflogenen Strecke zwischen London Heathrow und New York John F. Kennedy mußte am 6. März 2025 aufgrund technischer Probleme umkehren. Der Airbus A350-1000, der bereits mehrere Stunden in der Luft war, drehte über dem Atlantik um und landete schließlich sicher in Manchester. Die genaue Ursache des Vorfalls ist bislang nicht offiziell bestätigt, doch erste Vermutungen deuten auf ein Problem mit dem Hydrauliksystem hin.

Der betroffene Flug VS3 war am Morgen des 6. März planmäßig um 08:55 Uhr in London Heathrow gestartet. Nach einer Flugzeit von mehreren Stunden und einer bereits fortgeschrittenen Route in Richtung Nordamerika kehrte das Flugzeug plötzlich um. Laut Daten von Flightradar24 vollzog die Maschine eine markante Kehrtwende und nahm Kurs zurück auf das Vereinigte Königreich.

Gegen 17:00 Uhr Ortszeit setzte das Flugzeug schließlich in Manchester zur Landung an. Beim Aufsetzen waren die Fahrwerksklappen offen, was auf einen möglichen Defekt im Hydrauliksystem hinweisen könnte. Da die Piloten während des Fluges den Notfallcode 7700 sendeten, bereitete sich der Flughafen Manchester auf eine mögliche Notsituation vor. Rettungs- und Einsatzfahrzeuge standen bereit, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.

Technische Hintergründe und erste Stellungnahmen

Virgin Atlantic bestätigte den Vorfall kurz nach der sicheren Landung in einer offiziellen Stellungnahme. Ein Sprecher der Fluggesellschaft betonte, daß die Sicherheit der Passagiere und Besatzung oberste Priorität habe. Aus diesem Grund sei die Entscheidung getroffen worden, den Flug nach Großbritannien zurückzuführen. Den gestrandeten Passagieren wurde eine Hotelunterbringung in Manchester bereitgestellt, und Virgin Atlantic organisierte alternative Verbindungen für den Weiterflug nach New York am Folgetag.

Das betroffene Flugzeug, ein Airbus A350-1000 mit der Registrierung G-VPOP, wurde im August 2019 an Virgin Atlantic ausgeliefert. Mit einer Kapazität von 335 Sitzen und einer modernen Ausstattung gehört es zu den wichtigsten Langstreckenflugzeugen der Airline. Laut der Luftfahrtplattform ch-aviation hat die Maschine bis Ende 2024 bereits über 23.000 Flugstunden absolviert.

Hydraulikprobleme als mögliche Ursache?

Obwohl die exakte Ursache der technischen Störung bislang nicht offiziell bekanntgegeben wurde, verdichten sich die Hinweise auf ein Hydraulikproblem. Ähnliche Vorfälle sind in der Vergangenheit bereits mehrfach vorgekommen.

Im Januar dieses Jahres mußte ein American Airlines Boeing 787-8 Dreamliner einen Flug von Amsterdam nach Philadelphia abbrechen und zum Startflughafen zurückkehren, nachdem Probleme mit den Landeklappen und Hydrauliklecks festgestellt wurden. Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich im Dezember 2024, als eine Boeing 737-800 der KLM Royal Dutch Airlines aufgrund eines Hydraulikdefekts eine Notlandung in Oslo durchführte. Auch ein Airbus A321 von American Airlines wurde im November 2024 zu einer außerplanmäßigen Landung gezwungen, als es auf einem Flug von Austin nach Charlotte zu einer Störung im Hydrauliksystem kam.

Herausforderungen auf der London-New York-Route

Die Strecke zwischen London Heathrow und New York JFK gehört zu den am stärksten frequentierten Transatlantikrouten weltweit. Laut der Luftfahrtanalysefirma Cirium führt Virgin Atlantic im März 2025 insgesamt 306 Flüge auf dieser Verbindung durch. Zum Vergleich: British Airways plant im selben Monat 496 Flüge, während American Airlines 238 Verbindungen anbietet. Auch JetBlue und Delta Air Lines bedienen die Route regelmäßig mit jeweils 124 Flügen.

Zusätzlich fliegt United Airlines von London nach New York über den Flughafen Newark Liberty (EWR) mit 426 geplanten Flügen im März. Auch British Airways bietet Verbindungen nach Newark an und ergänzt sein Angebot mit weiteren 124 Flügen. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Route für den internationalen Luftverkehr.

Ausblick und Maßnahmen der Airline

Ob der Vorfall zu langfristigen Konsequenzen für Virgin Atlantic führt, bleibt abzuwarten. Die Fluggesellschaft betreibt eine reine Großraumflugzeugflotte und verfügt derzeit über 12 Airbus A350-1000, acht Airbus A330-300, acht Airbus A330-900neo sowie 17 Boeing 787-9 Dreamliner.

Technische Probleme sind im Luftverkehr nie auszuschließen, doch moderne Sicherheitssysteme und strenge Wartungsprotokolle sorgen dafür, daß solche Vorfälle in der Regel ohne schwerwiegende Folgen bleiben. Virgin Atlantic wird nun eine gründliche Untersuchung durchführen, um die genaue Ursache des Problems zu ermitteln und mögliche zukünftige Zwischenfälle zu vermeiden.

Für die betroffenen Passagiere war die ungeplante Zwischenlandung sicherlich mit Unannehmlichkeiten verbunden. Dennoch konnte die Airline mit einer schnellen Organisation von Ersatzflügen und Unterkünften dafür sorgen, daß alle Reisenden ihre Reise mit möglichst geringer Verzögerung fortsetzen konnten.

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