Airbus A330-200 (Foto: Air Belgium).
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Übernahme von Air Belgium gescheitert: Zukunft der Fluggesellschaft ungewisser denn je

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Die belgische Fluggesellschaft Air Belgium steht vor dem endgültigen Aus. Die lang erwartete Übernahme durch das anglo-niederländische Konsortium Erwan ist gescheitert, nachdem das Handelsgericht in Nivelles das laufende Akquisitionsverfahren am Donnerstagabend für ungültig erklärt hat. Die Airline hat nun eine letzte Frist bis zum 27. März, um einen neuen Investor zu finden. Gelingt dies nicht, droht die vollständige Liquidation des Unternehmens.

Air Belgium hatte in den vergangenen Monaten intensive Gespräche mit Erwan geführt, einem Konsortium, das das Unternehmen übernehmen und unter dem neuen Namen „Air One Belgium“ mit Fokus auf Frachtflüge weiterführen wollte. Ursprünglich gab es große Hoffnungen, daß die Übernahme den wirtschaftlich angeschlagenen Betrieb retten und den 197 verbliebenen Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive bieten könnte.

Doch das Verfahren zog sich in die Länge. Immer wieder kam es zu Verzögerungen, da Erwan keine überzeugenden finanziellen und rechtlichen Garantien vorweisen konnte. Schließlich entschied das Handelsgericht in Nivelles, das Übernahmeverfahren zu stoppen, womit die Verhandlungen endgültig zum Scheitern verurteilt waren.

Krise bei Air Belgium: Eine Airline im Überlebenskampf

Die finanzielle Lage von Air Belgium ist seit Jahren angespannt. Die Fluggesellschaft wurde 2016 mit großen Ambitionen gegründet und nahm 2018 den Flugbetrieb auf. Ihr Geschäftsmodell basierte ursprünglich auf Langstreckenflügen von Brüssel nach Asien und Überseezielen. Doch die Nachfrage blieb hinter den Erwartungen zurück, und die Airline hatte mit starker Konkurrenz etablierter Anbieter zu kämpfen.

In der Folgezeit versuchte sich Air Belgium an verschiedenen Geschäftsmodellen, darunter Wet-Lease-Dienste für andere Airlines sowie Frachtflüge. Doch auch diese Strategien konnten die wirtschaftlichen Probleme nicht dauerhaft lösen. Im September 2023 gab die Fluggesellschaft schließlich bekannt, den Passagierflugbetrieb vollständig einzustellen und sich auf Fracht- und Charterflüge zu konzentrieren.

Mit der geplatzten Übernahme droht nun das endgültige Ende. Ohne einen neuen Investor bleibt der Airline nur die Möglichkeit der Liquidation. Dies wäre nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die belgische Luftfahrt ein schwerer Schlag.

Belgische Luftfahrtbranche vor Herausforderungen

Das drohende Aus von Air Belgium wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen die belgische Luftfahrtbranche konfrontiert ist. Der Markt wird von großen internationalen Airlines dominiert, während nationale Fluggesellschaften es schwer haben, sich langfristig zu behaupten.

Brussels Airlines, die größte belgische Fluggesellschaft und Teil der Lufthansa-Gruppe, konnte sich dank ihrer starken Einbindung in ein internationales Netzwerk stabilisieren. Air Belgium hingegen fehlte ein solider Partner, der langfristige finanzielle Sicherheit bot.

Experten weisen darauf hin, daß der belgische Luftfahrtmarkt klein und umkämpft ist. Neben Brussels Airlines haben Billigfluggesellschaften wie Ryanair und Wizz Air in den vergangenen Jahren ihre Präsenz ausgeweitet, was den Wettbewerb weiter verschärft hat. Air Belgium hatte es dadurch zunehmend schwer, profitabel zu operieren.

Rettung in letzter Minute noch möglich?

Bis zum 27. März bleibt Air Belgium noch Zeit, einen neuen Investor zu finden. Es ist unklar, ob sich ein zuvor interessierter Käufer erneut ins Spiel bringt oder ein neuer Akteur auftaucht. Angesichts der finanziellen Schwierigkeiten der Airline und des gescheiterten Übernahmeversuchs durch Erwan sind die Chancen jedoch begrenzt.

Sollte bis zur gesetzten Frist keine Lösung gefunden werden, droht die Insolvenz und damit das endgültige Aus für Air Belgium. Die Airline würde in die Liste gescheiterter belgischer Fluggesellschaften eingehen – ein weiteres Beispiel dafür, wie schwer es für kleinere europäische Airlines ist, sich in einem hart umkämpften Markt zu behaupten.

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