Diesellokomotive der ÖBB (Foto: Robert Spohr).
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Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben im Jahr 2024 einen neuen Fahrgastrekord aufgestellt. Erstmals nutzten mehr als 511 Millionen Fahrgäste Busse und Bahnen des Unternehmens, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den 494 Millionen Fahrgästen im Jahr 2023 bedeutet.

Diese Zahlen sind nicht nur ein Beleg für das Vertrauen der Bevölkerung in den öffentlichen Verkehr, sondern auch ein Indikator für den anhaltenden Trend zur verstärkten Nutzung von Bahn und Bus. Im Zuge dieser Entwicklung kündigte der ÖBB-CEO Andreas Matthä an, dass bis 2030 mehr als 6,1 Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Schienenverkehrs investiert werden. Das Unternehmen plant, insgesamt rund 330 neue Züge auf die Schienen zu bringen, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden.

Zuwachs im Nah- und Regionalverkehr: 10 Prozent mehr Fahrgäste

Ein besonders markanter Anstieg wurde im Nah- und Regionalverkehr verzeichnet. Mit insgesamt 254 Millionen Fahrgästen stieg die Nachfrage in diesem Segment um rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. ÖBB führt diesen Anstieg auf mehrere Faktoren zurück, die im vergangenen Jahr eine Rolle spielten. Zum einen nahm die Nutzung von Bus und Bahn zu, nachdem der Trend zum Homeoffice zurückging. Dies führte dazu, dass immer mehr Pendler wieder vermehrt auf den öffentlichen Verkehr angewiesen waren. Zum anderen stieg die Nachfrage aufgrund des zunehmenden Interesses an Ausflügen und Freizeitaktivitäten, bei denen Reisende häufig die öffentlichen Verkehrsmittel bevorzugen. Die ÖBB konnten somit nicht nur Berufspendler, sondern auch touristische Reisende für den Nahverkehr gewinnen.

Die ÖBB sind überzeugt, dass dieser positive Trend weiter anhalten wird. Ein gut ausgebautes Netz, das auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmt ist, und ein attraktives Angebot an Strecken und Fahrplänen haben dazu beigetragen, dass immer mehr Menschen auf den öffentlichen Verkehr zurückgreifen. Im Hinblick auf die künftigen Investitionen in den Ausbau des Verkehrsnetzes soll dieser Zuwachs nicht nur erhalten, sondern weiter gesteigert werden.

Fernverkehr: Stabile Nachfrage trotz widriger Umstände

Auch im Fernverkehr zeigten die ÖBB im Jahr 2024 stabile Zahlen. Mit 46 Millionen Fahrgästen blieb der Fernverkehr auf dem Niveau des Vorjahres, obwohl das Unternehmen im Herbst mit erheblichen Herausforderungen aufgrund von Unwettern und Hochwasser konfrontiert war. Diese äußeren Umstände hatten temporäre Auswirkungen auf den Betrieb, dennoch konnte der Fernverkehr insgesamt stabil bleiben.

Langfristig zeigt sich jedoch ein positiver Trend für den Fernverkehr. In den vergangenen fünf Jahren verzeichneten die ÖBB einen Zuwachs von rund 20 Prozent in diesem Segment. Der Fernverkehr scheint weiterhin eine attraktive Option für Reisende zu sein, sei es für Geschäftsreisen oder Urlaubsfahrten. Der Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie die Investitionen in neue Züge sollen dazu beitragen, diesen positiven Trend fortzusetzen und den Fernverkehr weiter zu stärken.

Nachtschwärmer bevorzugen Nightjets

Ein weiteres bemerkenswertes Segment ist der Nachtverkehr, der durch die neuen Nightjet-Züge einen deutlichen Anstieg verzeichnen konnte. Im Jahr 2024 nutzten mehr als 1,5 Millionen Fahrgäste die Nightjet-Verbindungen, die nun auf den Strecken Wien – Hamburg, Innsbruck – Hamburg, Wien – Bregenz und Wien – Rom verkehren. Die Nachfrage nach Nachtzügen stieg aufgrund der modernen Ausstattung der Züge und der steigenden Beliebtheit von umweltfreundlichen Reisemöglichkeiten, die es ermöglichen, auch längere Distanzen komfortabel und über Nacht zurückzulegen.

Die ÖBB sind optimistisch, dass auch im Jahr 2025 die Nachfrage im Nachtverkehr stabil bleiben wird. Zum einen wird dies durch den fortlaufenden Ausbau des Nightjet-Netzes unterstützt, zum anderen durch die steigende Zahl an Reisenden, die den Komfort und die Flexibilität der Nachtzüge zu schätzen wissen. Zudem erwartet man durch die Inbetriebnahme der Koralmbahn im Dezember 2025 eine weitere Verbesserung des Angebots im Südosten des Landes. Die neue Bahnstrecke wird nicht nur die Verbindung zwischen Graz und Klagenfurt deutlich verkürzen, sondern auch eine Erweiterung der Südstrecke ermöglichen.

Zukunftsperspektiven: Neue Züge und Infrastrukturinvestitionen

Für die kommenden Jahre haben die Österreichischen Bundesbahnen bereits ambitionierte Pläne, die den öffentlichen Verkehr in Österreich weiter stärken sollen. Bis 2030 wird das Unternehmen insgesamt mehr als 6,1 Milliarden Euro in die Anschaffung neuer Züge und die Verbesserung der Infrastruktur investieren. Es ist geplant, rund 330 neue Züge auf die Schienen zu bringen, die sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr zum Einsatz kommen sollen. Diese Investitionen sollen nicht nur die Kapazitäten erweitern, sondern auch für mehr Komfort und eine bessere Nutzererfahrung sorgen.

Neben den neuen Zügen wird auch die Schieneninfrastruktur modernisiert und ausgebaut. Ziel ist es, den gesamten Verkehr noch effizienter und pünktlicher zu gestalten und gleichzeitig die Umstellung auf moderne, komfortable Züge voranzutreiben, die den Anforderungen der Fahrgäste entsprechen. Durch diese umfassenden Investitionen wollen die ÖBB sicherstellen, dass das Unternehmen auch in Zukunft die erste Wahl für Reisende in Österreich bleibt.

Herausforderungen und Ausblick

Trotz der erfreulichen Zahlen und der positiven Entwicklung im Jahr 2024 stehen die Österreichischen Bundesbahnen auch weiterhin vor Herausforderungen. Die Zunahme der Fahrgastzahlen bringt nicht nur logistische und betriebliche Hürden mit sich, sondern auch einen Druck auf die Infrastruktur. Der Ausbau und die kontinuierliche Modernisierung sind daher essenziell, um die steigende Nachfrage auch künftig bedienen zu können. Darüber hinaus bleibt es abzuwarten, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren entwickeln werden, insbesondere im Hinblick auf die Preispolitik und mögliche Veränderungen im Mobilitätsverhalten der Bevölkerung.

Nichtsdestotrotz bleibt das Unternehmen optimistisch und plant weiterhin die Expansion seines Angebots. So werden im Jahr 2025 weitere Maßnahmen ergriffen, um das Fahrgastangebot zu erweitern und die Position der ÖBB als führenden Anbieter im österreichischen Schienenverkehr zu festigen.

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