Der weltgrößte Private-Equity-Fonds Blackstone steht laut Berichten vor dem Abschluss einer Investition von 500 Millionen Dollar, um die Kontrolle über Trans Maldivian Airways (TMA) zu übernehmen, den weltweit größten Betreiber von Wasserflugzeugen.
Diese Rückkehr von Blackstone zu TMA nach acht Jahren stellt einen bemerkenswerten Schritt dar, da das Unternehmen zwischen 2013 und 2017 bereits eine bedeutende Rolle im Unternehmen spielte. Die Übernahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Malediven-Tourismusbranche von den Folgen der COVID-19-Pandemie erholt und wieder auf Wachstumskurs ist. Blackstone übernimmt TMA nun zu nahezu dem gleichen Preis, zu dem es seine Anteile 2017 verkauft hatte.
Die Wiederbelebung eines Geschäfts
Die wirtschaftlichen Bedingungen haben sich jedoch stark verändert, seit Blackstone seine Mehrheit an TMA an ein Konsortium verkauft hat, das von Bain Capital und dem chinesischen Konglomerat Shenzhen Tempus Global Business Services Holdings geführt wurde. In der Zeit nach dem Verkauf war die Luftfahrtindustrie stark von der globalen Gesundheitskrise betroffen. Der Tourismus, ein zentraler Treiber für TMA, erlebte durch die Pandemie einen dramatischen Einbruch, was auch den Wert des Unternehmens beeinflusste.
Laut Berichten der Economic Times aus Indien scheint Blackstone nun bereit zu sein, für den Kauf der Mehrheit an TMA denselben Betrag wie 2017 zu zahlen – rund 500 Millionen Dollar. Dies könnte als eine Art „Rückkauf“ des Unternehmens interpretiert werden, das Blackstone ursprünglich 98 Millionen Dollar gekostet hatte. Die damalige Entscheidung von Bain und den chinesischen Partnern, TMA zu übernehmen, war eine Reaktion auf den boomenden Luxus- und Tourismusmarkt der Malediven, der sich bis zum Ausbruch der Pandemie als äußerst profitabel erwiesen hatte.
Ein schwieriger Weg für Bain Capital
Die Hoffnungen von Bain Capital, die durch die Übernahme von TMA und deren Verknüpfung mit dem Luxus-Tourismus auf den Malediven realisiert werden sollten, wurden durch die Pandemie jedoch zunichte gemacht. Die weltweiten Reisebeschränkungen und die Einschränkungen im internationalen Flugverkehr führten zu einem massiven Rückgang der Touristen, die in das Archipel reisten. Die Finanzprobleme der neuen Eigentümer eskalierten, als sie einen Kredit in Höhe von 305 Millionen Dollar aufnahmen, um die Übernahme zu finanzieren, aber diesen aufgrund der Marktentwicklung nicht zurückzahlen konnten. Dies führte dazu, dass die Gläubiger, angeführt von der Carlyle Group, die Kontrolle über das Unternehmen übernahmen.
Infolge dieser Krise wurde TMA einer Umstrukturierung unterzogen, die es dem Unternehmen ermöglichte, durch das Engagement neuer Gläubiger, wie der Carlyle Group, die schwierige Zeit zu überstehen. Diese finanzielle Neuordnung führte zu der heutigen Situation, in der Blackstone nun in einer starken Position ist, das Unternehmen zurückzukaufen. Berichten zufolge waren die aktuellen Eigentümer, die ursprünglich auf einen Verkaufspreis von rund 700 Millionen Dollar gehofft hatten, nun bereit, sich mit einem niedrigeren Betrag von 500 Millionen Dollar zufriedenzugeben, was angesichts der volatilen Marktlage als eine vernünftige Entscheidung erscheint.
Die Bedeutung von TMA in der Luftfahrtindustrie
Trotz dieser Turbulenzen bleibt Trans Maldivian Airways ein zentraler Akteur im Luftverkehr der Malediven. Das Unternehmen ist der weltweit größte Betreiber von Wasserflugzeugen und der größte Betreiber von De Havilland Canada DHC-6 Twin Otter Seaplanes. Mit einer Flotte von 59 DHC-6-300, drei DHC-6-400, zwei DHC-6-200 und einem DHC-6-100 spielt TMA eine wichtige Rolle im interinsularen Flugverkehr rund um die Malediven. Dies ist insbesondere wichtig, da das Land aus über 1.000 Inseln besteht, die über kurze, aber weite Distanzen miteinander verbunden werden müssen.
Seit der Fusion von TMA mit Maldivian Air Taxi im Jahr 2013, einem weiteren Anbieter von Wasserflugzeugen, hat sich das Unternehmen als unangefochtener Marktführer etabliert. Heute steht TMA im Wettbewerb mit anderen Anbietern wie Manta Air und Maldivian, die ebenfalls im Inselverkehr tätig sind. Diese Konkurrenz ist jedoch noch immer relativ gering, was die Marktstellung von TMA stärkt.
Tourismusboom und die Rückkehr von Blackstone
Nach den schwierigen Jahren der Pandemie hat sich der Malediven-Tourismus mittlerweile wieder erholt. Laut neuesten Berichten hat die Zahl der Touristen, die das Land besuchen, die Vor-Pandemie-Niveaus bereits überschritten. Male-Velana International Airport (MLE), der Hauptflughafen der Malediven, sieht täglich eine wachsende Anzahl von Flügen aus verschiedenen Teilen der Welt, was auch TMA zugutekommt. Das Unternehmen kann nun von einer steigenden Nachfrage nach exklusiven Tourismusdienstleistungen profitieren, bei denen Wasserflugzeuge eine Schlüsselrolle spielen.
Blackstone könnte diese Erholung des Marktes nutzen, um Trans Maldivian Airways zu einem noch profitableren Unternehmen zu machen. Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Luxusreisemarktes und der steigenden Zahl von Touristen, die private und maßgeschneiderte Dienstleistungen bevorzugen, könnte der Kauf von TMA durch Blackstone eine langfristig erfolgreiche Strategie sein. Zudem hat Blackstone bereits Erfahrung mit ähnlichen Investments in der Luftfahrtbranche und könnte von dieser Expertise profitieren.
Die Rückkehr von Blackstone zu Trans Maldivian Airways zeigt, wie dynamisch und volatil die Luftfahrtbranche sein kann. Was als unprofitabler und riskanter Deal erschien, könnte sich in der heutigen wirtschaftlichen Situation als ein geschickter Schritt herausstellen. Durch die Investition in TMA kann Blackstone nicht nur von der Wiederbelebung des Tourismus auf den Malediven profitieren, sondern auch eine wertvolle Marktstellung im wachsenden Luxus- und Reisemarkt sichern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die strategische Ausrichtung des Unternehmens unter der Führung von Blackstone entwickeln wird, aber das Potenzial für eine profitable Zukunft scheint gegeben.