Die portugiesische Fluggesellschaft TAP Air Portugal steht nach einem endgültigen Urteil des Obersten Gerichtshofs vor erheblichen finanziellen Belastungen. Der Supreme Court entschied zugunsten der Flugbesatzungsgewerkschaft SNPVAC und erklärte eine Bestimmung im früheren Unternehmensvertrag von TAP für ungültig, die eine unterschiedliche Bezahlung von befristeten und unbefristeten Arbeitsverträgen vorsah. Diese Entscheidung bedeutet, dass Crew-Mitglieder mit unbefristeten Verträgen nun eine Gehaltserhöhung nach der „CAB I“-Kategorie erhalten müssen.
Besonders betroffen von diesem Urteil sind vier Crew-Mitglieder, die im Zuge von TAPs Restrukturierungsplan entlassen wurden. Das Gericht entschied, dass ihre Entlassung unrechtmäßig war und sie nun Anspruch auf Entschädigung haben. SNPVAC geht davon aus, dass dieses Urteil auch Auswirkungen auf viele andere Mitarbeiter haben könnte, die in ähnlichen Situationen sind. Die finanziellen Konsequenzen für die Fluggesellschaft könnten laut der Gewerkschaft zwischen 200 Millionen und 300 Millionen Euro betragen, was die derzeitigen Rückstellungen von TAP in Höhe von 37,2 Millionen Euro bei weitem übersteigt.
TAP hatte zuvor erklärt, dass sie diese Rückstellungen zur Deckung laufender Rechtsstreitigkeiten gebildet hatte, doch das nunmehr ergangene Urteil dürfte die Airline zu erheblichen Zahlungen verpflichten. SNPVAC hat daraufhin ein dringendes Treffen mit der Geschäftsführung von TAP gefordert, um zu klären, wie und wann die Zahlungen an die betroffenen Crew-Mitglieder erfolgen werden.
Das Urteil kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt für TAP, da die Fluggesellschaft sich mitten im Privatisierungsprozess befindet. Politische Instabilität und die jüngsten Ereignisse rund um die portugiesische Regierung haben jedoch zu Verzögerungen bei diesem Vorhaben geführt. Die Gewerkschaft warnt, dass der Privatisierungsprozess ohne die Beteiligung der Arbeitnehmervertretung nicht erfolgreich sein werde.