Ein Vorfall an Bord eines United Airlines-Fluges hat in den letzten Wochen für Schlagzeilen gesorgt. Zwei Passagiere der Fluggesellschaft haben eine Klage eingereicht, in der sie behaupten, auf einem Flug von Mexiko in die Vereinigten Staaten Opfer antisemitischer Diskriminierung durch einen Piloten und die Behörden geworden zu sein.
Der Vorfall, der sich Ende Januar ereignete, hat nicht nur zu emotionalen Belastungen für die betroffenen Passagiere geführt, sondern auch zu rechtlichen Auseinandersetzungen, die nun die Airline und mehrere Behörden in den USA betreffen.
Der Vorfall an Bord
Der besagte Vorfall ereignete sich am 28. Januar 2025 während eines Fluges von Felipe Carrillo Puerto International Airport in der mexikanischen Stadt Tulum nach George Bush Intercontinental Airport in Houston. Der Flug, der mit einer Boeing 737-800 durchgeführt wurde, verlief zunächst ohne größere Zwischenfälle. Die Passagiere an Bord des Fluges UA1601, Yisroel Liebb und Jacob Sebbag, hatten jedoch keine Ahnung, dass der Flug für sie mit einer traumatischen Erfahrung enden würde.
Laut der Klage, die von den beiden Passagieren in New York eingereicht wurde, begann die Auseinandersetzung, als Liebb den Flugzeug-Waschraum aufsuchte. Nachdem er dort für etwa zwanzig Minuten verweilte, wurde Sebbag von einer Flugbegleiterin gebeten, nach seinem Freund zu sehen. Als er ihr mitteilte, dass Liebb an einer leichten Verstopfung leide, schien die Situation zunächst unproblematisch zu sein. Doch nur zehn Minuten später eskalierte die Lage dramatisch.
Die Eskalation des Vorfalls
Nach Angaben der Kläger forderte der Pilot des Flugzeugs lautstark, dass Liebb den Waschraum verlassen solle. Sebbag wurde von der Crew gebeten, seinen Freund aus dem Raum zu holen. Daraufhin soll der Pilot das Türschloss des Waschraums aufgebrochen und Liebb, der sich noch in einem teilweisen Zustand der Entkleidung befand, mit Gewalt herausgezogen haben. Die Kläger beschreiben diesen Vorfall als erniedrigend und traumatisierend, wobei Liebb sich „sexuell verletzt und gedemütigt“ fühlte, nachdem er in aller Öffentlichkeit bloßgestellt worden war.
Doch damit war der Vorfall noch nicht vorbei. Als die Passagiere wieder zu ihren Sitzen zurückkehrten, soll der Pilot die beiden erneut beleidigt haben, wobei er antisemitische Bemerkungen gemacht haben soll. Laut der Klage sprach der Pilot abfällig über ihre jüdische Herkunft und äußerte sich herabwürdigend über das Verhalten von „Juden“. Die beiden Männer, die während des Vorfalls jüdische Kleidung trugen, sahen sich während des gesamten Vorfalls einer klaren Diskriminierung ausgesetzt.
Festnahme bei der Ankunft in Houston
Der Vorfall nahm jedoch eine noch dramatischere Wendung, als die Passagiere bei der Ankunft in Houston von den Beamten der US-amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) in Handschellen abgeführt wurden. Obwohl die beiden US-amerikanischen Staatsbürger versuchten, den Grund für ihre Festnahme zu erfahren, erhielten sie eine unverständliche Antwort: „Dies ist nicht das Land oder der Staat.
Wir sind Homeland. Ihr habt hier keine Rechte.“ Die Kläger berichten, dass sie nach der Festnahme in getrennte Zellen auf dem Flughafen gebracht wurden und aufgrund der Verzögerungen ihren Anschlussflug nach New York verpassten. Zwar buchte United Airlines die beiden Passagiere auf einen neuen Flug für den folgenden Tag um, doch die zusätzlichen Kosten für Verpflegung und Übernachtung in Houston wurden nicht von der Fluggesellschaft übernommen.
Rechtliche Schritte und Reaktionen der Airline
Angesichts der Vorwürfe und der erlebten Diskriminierung haben Liebb und Sebbag rechtliche Schritte gegen United Airlines, das US-amerikanische Ministerium für Innere Sicherheit, die Zollbehörde und die Transportation Security Administration (TSA) eingeleitet. Die Klage umfasst nicht nur die Vorwürfe der antisemitischen Diskriminierung, sondern auch die ungerechtfertigte Festnahme und die damit verbundenen finanziellen und emotionalen Belastungen.
United Airlines hat bislang keine öffentliche Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben. Die Airline hat jedoch die Möglichkeit, sich zu dem Vorfall zu äußern und ihre Version der Ereignisse darzulegen. Unabhängig von der rechtlichen Klärung wird der Vorfall die Airline und ihre internen Verfahren im Umgang mit Beschwerden und Diskriminierung am Flughafen sowie an Bord von Flugzeugen auf die Probe stellen.