Die australische Fluggesellschaft Qantas hat erneut Verzögerungen bei ihrem ehrgeizigen „Project Sunrise“ bekanntgegeben. Ursprünglich für 2025 geplant, sollen die Nonstop-Flüge von Sydney nach London und New York nun frühestens im Jahr 2027 starten. Diese Verschiebung ist hauptsächlich auf Verzögerungen bei der Lieferung der speziell für diese Ultralangstreckenflüge konzipierten Airbus A350-1000 zurückzuführen.
Bereits 2017 hatte Qantas das „Project Sunrise“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die längsten Nonstop-Passagierflüge der Welt anzubieten. Nach intensiven Verhandlungen bestellte die Fluggesellschaft 2022 zwölf Airbus A350-1000 ULR (Ultra Long Range), die speziell für diese Mission ausgestattet sind. Die Auslieferung des ersten Flugzeugs war für Ende 2025 vorgesehen, um den kommerziellen Betrieb im Jahr 2026 aufzunehmen. Doch aufgrund von Verzögerungen in der Produktion und bei der Innenausstattung wurde dieser Zeitplan nicht eingehalten.
Vanessa Hudson, CEO der Qantas Group, erklärte kürzlich, dass die erste A350-1000 nun Ende 2026 erwartet wird. Da für einen täglichen Betrieb auf den Ultralangstrecken mindestens drei dieser Flugzeuge benötigt werden und die dritte Maschine voraussichtlich erst im Frühjahr 2027 geliefert wird, verschiebt sich der Start der Nonstop-Flüge entsprechend. Hudson betonte, dass die zusätzlichen Monate genutzt werden, um sicherzustellen, dass alle betrieblichen Aspekte, einschließlich Crew-Training und Wartung, optimal vorbereitet sind.
Interessanterweise plant Qantas, die ersten A350-1000 zunächst auf der vergleichsweise kurzen Strecke zwischen Sydney und Auckland einzusetzen. Diese Entscheidung mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, dient jedoch mehreren Zwecken. Kurzstreckenflüge ermöglichen es den Piloten und dem Kabinenpersonal, sich mit dem neuen Flugzeugtyp vertraut zu machen und Betriebsabläufe zu optimieren. Zudem können Wartungsteams wertvolle Erfahrungen im Umgang mit dem neuen Fluggerät sammeln. Ein ähnliches Vorgehen wurde bereits bei anderen Fluggesellschaften beobachtet, beispielsweise bei British Airways, die ihre neuen A350 zunächst auf innereuropäischen Strecken einsetzte.
Die speziell für „Project Sunrise“ konfigurierten A350-1000 bieten Platz für 238 Passagiere und verfügen über vier Klassen: sechs First-Class-Suiten, 52 Business-Class-Sitze, 40 Premium-Economy-Sitze und 140 Economy-Sitze. Besonders hervorzuheben ist der großzügige Sitzabstand von 33 Zoll in der Economy-Klasse, der den Passagieren zusätzlichen Komfort auf den langen Flügen bieten soll. Zudem wird es einen speziellen „Wellness-Bereich“ an Bord geben, der den Passagieren die Möglichkeit bietet, sich während des Fluges zu bewegen und zu entspannen.
Die Verzögerungen beim „Project Sunrise“ sind nicht nur für Qantas, sondern auch für die Passagiere enttäuschend, die sich auf die neuen Nonstop-Verbindungen gefreut hatten. Dennoch zeigt die Fluggesellschaft Entschlossenheit, dieses ambitionierte Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Die zusätzlichen Vorbereitungszeiträume werden genutzt, um sicherzustellen, dass sowohl die Flugzeuge als auch die betrieblichen Abläufe höchsten Standards entsprechen.
In der Zwischenzeit plant Qantas, ihre bestehenden internationalen Verbindungen aufrechtzuerhalten und weiter zu optimieren. Trotz der bevorstehenden Einführung der Nonstop-Flüge sollen wichtige One-Stop-Verbindungen beibehalten werden, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Passagiere gerecht zu werden und eine flexible Reiseplanung zu ermöglichen.
Die Luftfahrtbranche beobachtet gespannt die Entwicklungen rund um das „Project Sunrise“. Sollte Qantas erfolgreich sein, könnten die geplanten Nonstop-Flüge neue Maßstäbe im internationalen Flugverkehr setzen und die Art und Weise, wie Menschen interkontinental reisen, nachhaltig verändern.