Flugzeuge am Flughafen Stuttgart (Foto: Jan Gruber).
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Februar 2025: Deutsche Flughäfen im Zeichen moderater Erholung und Herausforderungen

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Der Luftverkehr in Deutschland hat im Februar 2025 ein gemischtes Bild abgegeben. Zwar wurde ein leichter Anstieg der Passagierzahlen verzeichnet, doch die Erholung zum Vorkrisenniveau von 2019 bleibt eine Herausforderung.

Laut aktuellen Zahlen nutzten im vergangenen Monat insgesamt 12,44 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen, was einem Anstieg von 1,8 Prozent im Vergleich zum Februar 2024 entspricht. Dennoch bleibt die Recovery-Rate bei nur 79,2 Prozent im Vergleich zu 2019, was Deutschland im europäischen Kontext weiterhin in eine hintere Position bringt. Auch die Frachtzahlen haben einen Rückgang erlebt, was insbesondere durch das chinesische Neujahrsfest und seine Auswirkungen auf die globalen Logistikketten erklärbar ist.

Entwicklung der Passagierzahlen: Schwache Nachfrage im Februar

Der Februar 2025 brachte keine durchschlagende Steigerung im Passagieraufkommen, was vor allem an der schwachen Nachfrage und dem Mangel an attraktiven Flugangeboten lag. Trotz des Wachstums von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verfehlte der Luftverkehr die erhoffte dynamische Erholung. Im innerdeutschen Verkehr stieg die Zahl der Passagiere im Februar im Vergleich zum Januar 2025 um etwa 55.000 auf insgesamt 1,56 Millionen. Dennoch fiel dieses Segment im Vorjahresvergleich um 1,2 Prozent und lag 55,1 Prozent unter den Zahlen von 2019. Die Corona-Pandemie und ihre langanhaltenden wirtschaftlichen Auswirkungen sind weiterhin zu spüren, auch wenn das Angebot an Flügen mittlerweile wieder etwas angestiegen ist.

Im europäischen Verkehr hingegen war eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Insgesamt 8,03 Millionen Passagiere flogen im Februar auf europäischen Strecken, was einem Anstieg von 1,8 Prozent im Vergleich zum Januar und 1,6 Prozent im Vergleich zum Februar 2024 entspricht. Im internationalen Flugverkehr, insbesondere zu interkontinentalen Zielen, gab es jedoch einen Rückgang im Vergleich zum Januar 2025. So wurden im Februar lediglich 2,83 Millionen Passagiere auf interkontinentalen Strecken gezählt – ein Minus von rund 295.000 Passagieren im Vergleich zum Vormonat.

Strukturelle Herausforderungen und die unzureichende Erholung

Der Rückstand zur Erholung auf das Niveau von 2019 bleibt ein zentrales Thema, insbesondere in der Gesamtbetrachtung der ersten beiden Monate des Jahres. Zwischen Januar und Februar 2025 reisten insgesamt 24,99 Millionen Passagiere über die deutschen Flughäfen, was einen Anstieg von lediglich 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet. Doch nach wie vor fehlen mehr als 25 Prozent der gewerblichen Flugbewegungen im Vergleich zum Vorkrisenniveau. Ein zentrales Problem ist das nach wie vor unzureichende Flugangebot, das nicht in der Lage ist, die Nachfrage zu bedienen und damit das Wachstum zu fördern.

Deutschland hat im europäischen Vergleich noch immer die niedrigste Erholungsrate im Luftverkehr. Während viele europäische Märkte bereits deutlich über den Zahlen von 2019 liegen, ist die deutsche Luftfahrtindustrie mit einer Recovery-Rate von nur 79,1 Prozent im Vergleich zu Januar-Februar 2019 weiterhin weit entfernt von einer vollständigen Erholung. Das strukturelle Problem wird vor allem durch hohe regulatorische und staatliche Kosten verursacht, die sich negativ auf den Wettbewerb auswirken. Diese Belastungen können die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Flughäfen auf europäischer und internationaler Ebene beeinträchtigen.

Rückläufiges Frachtaufkommen im Februar 2025

Neben den Passagierzahlen verzeichnete auch das Luftfrachtaufkommen im Februar 2025 einen Rückgang. Mit insgesamt 353.004 Tonnen wurde ein Rückgang von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Gegenüber dem Februar 2019 beträgt der Rückgang 2,7 Prozent. Der Rückgang im Februar ist in erster Linie auf die Auswirkungen des chinesischen Neujahrsfestes zurückzuführen, das in den ersten Februarwochen stattfand. In dieser Zeit sind viele Logistikketten weltweit beeinträchtigt, was zu einem verminderten Frachtaufkommen führte. Insbesondere die Ausladungen, also der Versand von Fracht, fielen stark ab und sanken um 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Einladungen, also die Ankunft von Fracht, waren ebenfalls rückläufig. Mit 188.624 Tonnen wurde im Februar 2025 ein Rückgang von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und 2,2 Prozent im Vergleich zu 2019 verzeichnet. Das kumulierte Luftfrachtaufkommen von Januar bis Februar 2025 summierte sich auf insgesamt 719.813 Tonnen, was einen Rückgang von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet.

Ausblick auf die kommenden Monate: Erholung bleibt fraglich

Die kommenden Monate dürften für die deutschen Flughäfen weiterhin eine Herausforderung darstellen. Die fehlende Erholung im innerdeutschen Verkehr sowie die Schwächen im internationalen Flugverkehr verdeutlichen die strukturellen Probleme der Branche.

Die Regulierungsmaßnahmen, die hohen staatlichen Gebühren und die weltweit steigenden Kraftstoffpreise tragen weiterhin dazu bei, dass die deutsche Luftfahrtindustrie mit einer relativ schwachen Erholungsrate im internationalen Vergleich zu kämpfen hat. Die Frage bleibt, wie schnell sich der Markt an die geänderten Rahmenbedingungen anpassen kann und ob es gelingen wird, das volle Passagieraufkommen und Frachtvolumen von vor der Krise wieder zu erreichen.

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