Japan Airlines in Tokio-Haneda (Foto: Banbam1029).
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Japan Airlines Boeing 737 bricht Start in Tokio nach Kollision mit Startbahnbefeuerung ab

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Eine Boeing 737-800 der Japan Airlines (JAL) musste ihren Start vom Flughafen Tokio-Haneda (HND) abbrechen, nachdem sie sich versehentlich auf die seitliche Startbahnbefeuerung ausgerichtet und diese beschädigt hatte. Der Vorfall ereignete sich am 7. April 2025, als sich Flug JL377 mit 80 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord für den Inlandsflug zum Flughafen Kitakyushu (KKJ) im Westen Japans vorbereitete. Die betroffene Maschine mit der Registrierung JA322J ist eine von 42 Boeing 737-800 Flugzeugen in der Flotte der JAL.

Nach Angaben des Aviation Herald verliess das Flugzeug planmässig das Gate und rollte zum Wartepunkt der Startbahn 05 des Flughafens Haneda. Um 19:11 Uhr Ortszeit erteilte die Flugsicherung die Startfreigabe, woraufhin die Boeing 737 mit dem Startlauf begann. Die Cockpitbesatzung stellte jedoch fest, dass sie sich irrtümlich an der seitlichen Begrenzungsbefeuerung der Startbahn orientiert hatte anstatt an der zentralen Leitlinienbefeuerung. Bei einer Geschwindigkeit von etwa 56 Knoten über Grund erkannten die Piloten ihren Fehler und entschieden sich für einen Abbruch des Starts, um eine mögliche Gefährdung zu vermeiden.

Die anschliessende Inspektion der Startbahn ergab, dass mehrere der seitlichen Befeuerungselemente durch das Flugzeug beschädigt worden waren und Reparaturen erforderlich machten. Infolgedessen musste der Flughafen Haneda für etwa eine Stunde gesperrt werden, was zu Behinderungen im Flugverkehr führte. Das betroffene Flugzeug kehrte rund 20 Minuten nach dem Abbruch zum Parkplatz zurück, wo die Passagiere ausstiegen. Ihre Weiterreise nach Kitakyushu erfolgte später mit einer Ersatzmaschine, einer weiteren Boeing 737-800 der JAL mit der Registrierung JA335J, die mit einer Verspätung von etwa fünfeinhalb Stunden um 23:52 Uhr Ortszeit abhob.

Das japanische Verkehrsministerium bestätigte den Vorfall und gab an, dass das Flugzeug beim Startlauf mit mehreren Landebahnbefeuerungen kollidierte, was die einstündige Sperrung der Startbahn notwendig machte. Japan Airlines bestätigte ebenfalls den abgebrochenen Start und das Zurückkehren des Flugzeugs zum Gate. Verletzte wurden bei dem Zwischenfall nicht gemeldet. Lokalen Medienberichten zufolge wurden die Rollbahnbefeuerungen an der Kreuzung D3 der Startbahn 05 beschädigt, und es wurden Spuren eines Kontakts mit den Beleuchtungselementen am zweiten Reifen des linken Hauptfahrwerks des Flugzeugs festgestellt. Die japanische Zivilluftfahrtbehörde stufte den Vorfall als nicht schwerwiegend ein. Das betroffene Flugzeug wurde nach erfolgter Überprüfung und allfälligen Reparaturen wieder in den Flugbetrieb aufgenommen.

Wie das Aviation Safety Network berichtet, ereignete sich der Vorfall eine Stunde nach Sonnenuntergang auf dem Flughafen Haneda. Zum Zeitpunkt des Startversuchs waren die zentralen Leitlinienbefeuerungen um die Kreuzung D2, wo die Boeing 737 auf die Startbahn 05 einrollte, aufgrund von Wartungsarbeiten ausgeschaltet. Lediglich die Mittellinienbefeuerung hinter der Kreuzung D3 war in Betrieb. Obwohl diese temporäre Änderung der Befeuerung den Piloten, die den Flughafen anflogen, durch eine sogenannte NOTAM (Notice to Airmen) mitgeteilt worden war, wird spekuliert, dass diese Umstände die Piloten der Japan Airlines Boeing 737 möglicherweise kurzzeitig verwirrt haben könnten. Die Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Starts wurden als gut mit klarer Sicht beschrieben, was die mögliche Verwirrung durch die geänderte Befeuerungssituation in den Vordergrund rückt. Dieser Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Bedeutung klarer visueller Hilfen für Piloten bei Start und Landung, insbesondere bei Dunkelheit oder eingeschränkter Sicht.

Der Vorfall ereignet sich zu einer Zeit, in der die Sicherheit am Flughafen Haneda bereits im Fokus der Aufmerksamkeit stand. Im Januar 2024 kam es dort zu einem schweren Unfall, als ein Airbus A350-900 der JAL bei der Landung mit einer De Havilland DHC-8 der japanischen Küstenwache kollidierte. Bei diesem Unglück kamen fünf Besatzungsmitglieder des kleineren Flugzeugs ums Leben, während die Insassen der JAL-Maschine grösstenteils unverletzt blieben. Obwohl die Umstände der beiden Vorfälle unterschiedlich sind, unterstreichen sie die Notwendigkeit kontinuierlicher Wachsamkeit und präziser Verfahren im Flugbetrieb, um die Sicherheit von Passagieren und Besatzungsmitgliedern zu gewährleisten. Die laufenden Untersuchungen zu beiden Ereignissen werden hoffentlich weitere Erkenntnisse liefern, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

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