Airbus A321LR (Foto: Air Astana).
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Air Astana verschiebt Einführung des Boeing 787-9: Verzögerung der Langstreckenexpansion

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Die nationale Fluggesellschaft Air Astana hat bestätigt, daß sich die Einführung ihrer ersten Boeing 787-9 Dreamliner weiter verzögert. Entgegen der ursprünglichen Planungen soll das erste Flugzeug dieses Typs nun frühestens im ersten Quartal 2026 in den regulären Liniendienst gehen. Damit verschiebt sich auch der geplante Start direkter Langstreckenverbindungen in die Vereinigten Staaten.

Die Boeing 787-Flotte ist ein zentrales Element der strategischen Expansion Air Astanas, da sie der Gesellschaft erstmals Nonstop-Flüge zwischen Kasachstan und Nordamerika ermöglichen würde. Bislang betreibt Air Astana ausschließlich Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge, vornehmlich vom Typ Airbus A320neo-Familie, einschließlich des A321LR.

Produktionsprobleme bei Boeing und strategische Anpassungen

Air Astana hatte bereits im Jahr 2022 ein Leasingabkommen mit der US-amerikanischen Air Lease Corporation über drei Boeing 787-9 abgeschlossen. Die Auslieferung war ursprünglich für Anfang 2025 vorgesehen, wurde jedoch bereits 2024 auf Ende 2025 verschoben. Nun wurde eine weitere Verzögerung bestätigt. Als Grund werden anhaltende Produktionsprobleme beim Hersteller Boeing genannt, die laut Unternehmenschef Peter Foster das gesamte Auslieferungstempo beeinflussen.

Trotz der Lieferschwierigkeiten plant Air Astana, die eigene Flotte sukzessive zu erweitern. So sollen die drei Dreamliner zwischen Ende 2025 und Anfang 2027 eintreffen. Parallel dazu wird die Zahl der Airbus A321LR in der Flotte erhöht. Diese Flugzeuge mit verlängerter Reichweite bilden derzeit die Grundlage für viele Mittel- und Langstreckenverbindungen des Unternehmens.

Nonstop-Flüge nach Japan starten trotzdem

Obwohl die Langstreckenexpansion Richtung USA vorerst aufgeschoben ist, hält Air Astana an ihrer Strategie für den asiatisch-pazifischen Raum fest. Bereits im Sommer 2025 sollen Nonstop-Flüge zwischen Almaty und Tokio aufgenommen werden. Zum Einsatz kommt auf dieser Strecke zunächst der Airbus A321LR, der durch zusätzliche Zusatztanks eine Reichweite von über 7.000 Kilometern ermöglicht.

Japan gilt für Air Astana als wichtiger Zukunftsmarkt. Bereits im August 2024 schloß das Unternehmen ein Codeshare-Abkommen mit Japan Airlines ab. Dadurch können kasachische Passagiere in Tokio nahtlos auf zahlreiche Inlands- und Regionalflüge der japanischen Fluggesellschaft umsteigen.

Herausforderungen im globalen Luftfahrtmarkt

Die Lieferverzögerungen bei Boeing sind kein Einzelfall. Weltweit kämpfen Fluggesellschaften mit Engpässen in der Flugzeugproduktion, insbesondere bei modernen Langstreckenmustern. Neben dem Mangel an qualifizierten Fachkräften in der Fertigung wirken sich auch Verzögerungen in der Zuliefererkette negativ auf die Auslieferungspläne aus.

Air Astana reagiert auf diese Entwicklungen mit betrieblicher Flexibilität. So wurden bestehende A321LR-Flugzeuge mit zusätzlichen Treibstofftanks ausgerüstet, um längere Strecken wie Almaty–London nonstop bedienen zu können. Auch auf Strecken nach Frankfurt, Dubai oder Bangkok kommt der Flugzeugtyp zunehmend zum Einsatz.

Ausblick auf den Langstreckenmarkt und US-Ziele

Die ursprüngliche Idee hinter der Boeing-787-Bestellung war, Air Astana einen Markteintritt in Nordamerika zu ermöglichen. Insbesondere Direktverbindungen nach New York, Chicago oder Los Angeles galten in den Strategiepapieren als langfristige Ziele. Diese Expansion wird nun voraussichtlich frühestens ab 2026 realisiert.

Nach Angaben aus kasachischen Luftfahrtkreisen prüft Air Astana derzeit Alternativen zur Überbrückung der Verzögerung. Auch eine Interlining-Vereinbarung mit einer US-Fluggesellschaft sei im Gespräch, um über Umsteigeverbindungen von Europa oder Asien aus eine Marktpräsenz aufzubauen.

Flottenausbau bleibt Kernziel

Ungeachtet der aktuellen Verzögerungen verfolgt Air Astana weiter ihr Ziel, die eigene Flotte bis 2028 auf rund 80 Flugzeuge zu erweitern. Dabei steht neben dem Ersatz älterer Muster auch die Erschließung neuer Märkte im Mittelpunkt. Die letzten drei Boeing 767, die bislang für Langstrecken eingesetzt werden, sollen bis spätestens 2025 ausgeflottet werden.

Insgesamt zeigt sich Air Astana weiterhin wachstumsorientiert. Während die Verzögerung der Dreamliner-Auslieferung die US-Pläne ausbremst, sieht sich das Unternehmen in der Lage, mit kurzfristigen Anpassungen und mittel- bis langfristigen Planungen die eigene Marktposition zu stärken.

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