Airbus A321XLR (Foto: Iberia).
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Iberia überrascht mit nächtlicher Transatlantikverbindung: Neue Winterflugzeiten nach Dallas/Fort Worth

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Die spanische Fluggesellschaft Iberia nimmt für den Winterflugplan 2025 eine markante Änderung ihrer Verbindung zwischen Madrid und Dallas/Fort Worth vor. Ab dem 26. Oktober 2025 wird der Flug viermal wöchentlich um 00.55 Uhr Ortszeit in Madrid abheben und bereits um 05.30 Uhr Ortszeit in Texas landen – eine für den Passagierverkehr zwischen Europa und Nordamerika höchst ungewöhnliche Flugzeit. Mit dieser Strategie will Iberia ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und ihre Marktanteile in Nordamerika ausbauen.

Die meisten Linienflüge von Europa in die Vereinigten Staaten starten traditionell vormittags oder am frühen Nachmittag, um eine Ankunft am Nachmittag oder Abend zu ermöglichen. Iberia durchbricht dieses Muster mit einer Nachtverbindung, wie sie sonst eher für Flüge nach Südamerika typisch ist. Der neue Flugplan sieht vor, daß der Airbus A330-300 um 00.55 Uhr in Madrid startet und um 05.30 Uhr in Dallas/Fort Worth ankommt – nach einer Flugzeit von rund elf Stunden und 35 Minuten.

Diese außergewöhnliche Taktung hat praktische Gründe: Durch den späten Abflug am Hauptstadtflughafen Madrid-Barajas können zahlreiche Zubringerflüge aus Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten berücksichtigt werden. Die frühe Ankunft in Texas wiederum eröffnet Passagieren eine breite Palette an Anschlußflügen mit dem Partner American Airlines – ein entscheidender Vorteil in einem stark umkämpften Markt.

Zusammenarbeit mit American Airlines von zentraler Bedeutung

Die Verbindung nach Dallas/Fort Worth wird im Rahmen der transatlantischen Partnerschaft zwischen Iberia, American Airlines, British Airways und Finnair angeboten. Diese Kooperation innerhalb der Luftfahrtallianz Oneworld erlaubt eine enge Abstimmung der Flugpläne und gemeinsame Tarifgestaltung. Iberia profitiert dabei vom dichten inneramerikanischen Streckennetz der American Airlines, insbesondere am Drehkreuz Dallas.

Ohne diese Partnerschaft wäre der wirtschaftliche Betrieb der Strecke fraglich. Iberia fliegt Dallas im Sommer täglich an, reduziert die Frequenz jedoch im Winter auf vier wöchentliche Verbindungen – ein gängiger Schritt zur Anpassung an die saisonale Nachfrage.

Der Airbus A330-300 im Einsatz

Zum Einsatz kommt auf der Strecke der Airbus A330-300 – ein Langstreckenflugzeug mit Platz für rund 292 Passagiere. Die Kabine ist in drei Klassen unterteilt: Business Class, Premium Economy und Economy Class. Das Flugzeug verfügt über eine moderne Bordausstattung und bietet Komfort auf hohem Niveau. Die Maschine ist besonders für Strecken mittlerer bis großer Reichweite geeignet, und Iberia setzt den Typ regelmäßig auf Langstrecken nach Lateinamerika und Nordamerika ein.

Der Rückflug von Dallas nach Madrid startet um 13.55 Uhr Ortszeit und erreicht die spanische Hauptstadt am Folgetag um 06.15 Uhr. Auch diese Flugzeit wurde strategisch gewählt, um den ankommenden Reisenden in Madrid den direkten Anschluß an Flüge innerhalb Europas zu ermöglichen.

Vergleich mit anderen nächtlichen Transatlantikverbindungen

Iberia ist mit diesem ungewöhnlichen Flugplan nicht allein. Auch Turkish Airlines bietet mit Abflugzeiten kurz nach Mitternacht in Istanbul nächtliche Verbindungen nach Nordamerika an – insbesondere nach Miami. Solche Verbindungen sind jedoch die Ausnahme: Laut Branchendaten ist im November 2025 nur einer von 417 westwärts gerichteten Transatlantikflügen ein Nachtflug.

Ein solcher Flugplan verlangt nicht nur logistische Feinabstimmung, sondern auch eine genaue Beobachtung der Nachfrage. Iberia scheint mit ihrer Entscheidung auf neue Marktchancen zu reagieren und nutzt das eigene Langstreckennetz flexibel, um auch weniger klassische Zeitfenster zu erschließen.

Historie nächtlicher Abflüge bei Iberia

Iberia hat bereits in der Vergangenheit bei bestimmten Langstreckenverbindungen auf nächtliche Abflüge gesetzt. In früheren Jahren starteten auch Flüge nach Johannesburg, Luanda oder Guatemala in der Nacht. Heute betreffen diese Abflugzeiten vor allem Strecken nach Südamerika – etwa nach Buenos Aires, São Paulo oder Santiago de Chile. Der neue Flugplan nach Dallas reiht sich in diese Taktik ein, obwohl es sich hier um eine Verbindung nach Nordamerika handelt.

Die Umstellung auf nächtliche Abflugzeiten zeugt von einer zunehmenden Flexibilität europäischer Fluggesellschaften, sich an die komplexen Anforderungen des transatlantischen Verkehrs anzupassen. Iberia sieht in dieser neuen Taktung offenbar eine Chance, um sowohl die Auslastung der Maschinen als auch die Konnektivität zu verbessern. Es ist davon auszugehen, daß das Modell bei Erfolg auf weitere Verbindungen ausgeweitet wird.

Gleichzeitig demonstriert Iberia mit dieser Maßnahme, daß Flugzeiten auch ein strategisches Instrument im Wettbewerb um Passagiere sind – insbesondere in Verbindung mit starken Partnern, wie es American Airlines zweifellos ist. Die Verbindung Madrid–Dallas wird damit zu einem interessanten Testfall für neue Konzepte im Linienflugverkehr über den Atlantik.

Ausblick auf die Wintersaison 2025/26

Die Änderung tritt pünktlich zum Beginn des IATA-Winterflugplans in Kraft, der am 26. Oktober 2025 startet. Laut aktuellen Angaben wird Iberia in der Wintersaison acht Langstreckenverbindungen mit nächtlichem Abflug aus Madrid bedienen – darunter Ziele wie Lima, Bogotá, Mexiko-Stadt und Buenos Aires. Dallas wird hierbei das am spätesten startende Ziel sein und gleichzeitig das mit der geringsten Frequenz – ein Hinweis darauf, daß man zunächst vorsichtig testen will, wie der Markt auf das neue Angebot reagiert.

Es bleibt spannend zu beobachten, ob andere europäische Fluggesellschaften diesem Modell folgen werden – insbesondere auf Strecken, bei denen eine hohe Nachfrage nach morgendlichen Ankünften in den USA besteht. Bislang sind solche Angebote rar, könnten jedoch bei entsprechendem Erfolg von Iberia Nachahmer finden.

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