Die bosnisch-herzegowinische Flugsicherungsbehörde (BHANSA) befindet sich in einer akuten Finanzkrise, die weitreichende Folgen für die Kontrolle des eigenen Luftraums haben könnte. Auslöser ist ein Schiedsurteil zugunsten des slowenischen Unternehmens Viadukt, das Bosnien und Herzegowina wegen der einseitigen Kündigung eines Konzessionsvertrags für ein Wasserkraftwerksprojekt verklagt hatte. Edin Forto, der Minister für Kommunikation und Verkehr, warnte eindrücklich vor den möglichen Konsequenzen.
Laut Forto droht Bosnien und Herzegowina der Verlust von Überflugrechten und den damit verbundenen Einnahmen. Noch gravierender sei das Risiko, die Kontrolle über den eigenen Luftraum zu verlieren. Sollte diese Kontrolle an andere Länder übergehen, könnte es Jahre dauern, sie zurückzugewinnen, wenn dies überhaupt möglich sei. Diese Aussage unterstreicht die strategische Bedeutung einer nationalen Flugsicherungsbehörde für die Souveränität eines Staates.
Um die unmittelbare Krise abzuwenden, wurde ein Vorschlag für eine vorübergehende Finanzierung von BHANSA erarbeitet, der auf der kommenden Sitzung des Ministerrats am Dienstag diskutiert werden soll. Minister Forto äußerte die Hoffnung, dass „der gesunde Menschenverstand siegen“ und der Vorschlag angenommen werde. Er zeigte sich zuversichtlich, dass genügend Mittel im Staatshaushalt vorhanden sein sollten, um zumindest diese akute Notlage zu beheben, während gleichzeitig an einer langfristigen Lösung gearbeitet wird. Die Situation verdeutlicht die finanziellen Belastungen, die durch internationale Schiedsverfahren entstehen können und die Notwendigkeit einer sorgfältigen Prüfung von Verträgen und deren Kündigungen.