Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing veräussert einen bedeutenden Teil seines Geschäfts mit digitalen Dienstleistungen an die Software-Investmentfirma Thoma Bravo. Der Verkauf umfasst Geschäftsbereiche der Sparte Digital Aviation Solutions im Wert von 10,55 Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 9,2 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag in Arlington bekanntgab. Zu den veräusserten Einheiten gehören Jeppesen, Foreflight, Aerdata und Ozrunways.
Boeing behält hingegen jene Bereiche der digitalen Sparte, die sich auf spezifische Daten von Flugzeugen und Flotten konzentrieren. Dies soll es dem Konzern weiterhin ermöglichen, seine Kunden im zivilen und militärischen Sektor in den Bereichen Wartung, Diagnose und Reparaturen zu unterstützen. Der Verkauf wird von Boeing-Chef Kelly Ortberg als wichtiger Schritt zur Fokussierung auf das Kerngeschäft und zur Stärkung der finanziellen Lage des Unternehmens bezeichnet.
Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer schwierigen Phase für Boeing. Nach zwei schweren Abstürzen von 737-Max-Flugzeugen und einer Reihe weiterer technischer Probleme hat der Konzern bereits sechs Jahre mit Verlusten hinter sich. Analysten prognostizieren auch für das laufende Jahr 2025 erneut rote Zahlen für den US-amerikanischen Flugzeugbauer. Der Verkauf der digitalen Geschäftsteile könnte somit einen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens leisten.