Embraer 190-E2 in Werkslackierung (Foto: Jan Gruber).
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Embraer steigert Flugzeugauslieferungen im ersten Quartal 2025

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Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer hat das erste Quartal des Jahres 2025 mit einer deutlichen Steigerung seiner Auslieferungen und einem historischen Höchststand des Auftragsbestandes abgeschlossen. Insgesamt wurden 30 Flugzeuge ausgeliefert – fünf mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig erreichte der gesamte Auftragsbestand einen neuen Rekordwert von 26,4 Milliarden US-Dollar.

Mit der Auslieferung von 30 Flugzeugen im ersten Quartal 2025 hat Embraer bereits 13 Prozent seines Jahreszieles von 231 Maschinen erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von rund 20 Prozent. Die Auslieferungen setzen sich aus sieben Verkehrsflugzeugen und 23 Geschäftsreiseflugzeugen zusammen. Im Bereich Executive Aviation konnte Embraer somit eine Steigerung von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.

Der gesamte Auftragsbestand wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 Prozent – von 21,1 Milliarden auf 26,4 Milliarden US-Dollar. Dies ist der höchste Wert, den das Unternehmen jemals verbuchen konnte. Die starke Nachfrage, insbesondere im Bereich der Geschäftsreiseflugzeuge, trug maßgeblich zu diesem Wachstum bei. Dabei profitierte Embraer von weltweiten Aufträgen und langfristigen Kundenbindungen.

Verkehrsflugzeugsparte mit Rückgang beim Auftragsbestand

Trotz der allgemeinen positiven Entwicklung fiel der Auftragsbestand im Segment der Verkehrsflugzeuge im ersten Quartal 2025 um 1,1 Milliarden US-Dollar auf nunmehr 10 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Rückgang von zwei Prozent im Vergleich zum vorherigen Quartal. Embraer führte diese Entwicklung auf anhaltende Probleme in der Lieferkette zurück. Zudem konnten zwei Flugzeuge aufgrund kommerzieller Schwierigkeiten nicht wie geplant ausgeliefert werden.

Die Muttergesellschaft der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA Holdings) bekundete im ersten Quartal ihr Interesse an 15 E190-E2-Flugzeugen mit Optionen für fünf weitere Maschinen. Die endgültige Vertragsunterzeichnung wird für die zweite Jahreshälfte 2025 erwartet. Sollte dieser Auftrag zustande kommen, wäre dies ein bedeutender Erfolg für Embraer auf dem asiatischen Markt.

Geschäftsreiseflugzeuge: Anhaltender Boom

Im Bereich Executive Aviation konnte der brasilianische Hersteller die Zahl der ausgelieferten Jets von 18 im ersten Quartal 2024 auf 23 im ersten Quartal 2025 steigern – ein Zuwachs von rund 28 Prozent. Diese Zahl umfasst 14 sogenannte Light Jets und neun Maschinen der Mittelklasse. Der Auftragsbestand in diesem Segment stieg auf 7,6 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von drei Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Damit wurde in kurzer Zeit ein Zuwachs von drei Milliarden US-Dollar erzielt – ein Plus von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Besondere Anerkennung erhielt die Phenom-300-Serie, die im Februar 2025 zum 13. Mal in Folge als meistverkaufter und meistgelieferter Leichtjet der Welt ausgezeichnet wurde. Zudem war die Baureihe im Jahr 2024 das meistgelieferte zweistrahlige Geschäftsreiseflugzeug weltweit.

Auch in der Sparte Verteidigung und Sicherheit konnte Embraer Fortschritte verzeichnen. Der Auftragsbestand lag hier bei 4,2 Milliarden US-Dollar. Die uruguayische Luftwaffe sowie das Verteidigungsministerium des Landes bestätigten in diesem Zeitraum die Bestellung von fünf A-29 Super Tucano-Flugzeugen. Bereits im August 2024 hatte Uruguay eine feste Bestellung für ein Flugzeug mit Optionen für fünf weitere abgegeben. Der Vertrag umfasst neben den Flugzeugen auch Missionsequipment, logistische Dienstleistungen und einen Flugsimulator.

Dienstleistungen und Support: Partnerschaft mit Airlink

Der Bereich Dienstleistungen und Support verzeichnete einen stabilen Auftragsbestand von 4,6 Milliarden US-Dollar. Besonders hervorzuheben ist die Vereinbarung mit der südafrikanischen Regionalfluggesellschaft Airlink, die für ihre gesamte Flotte von 68 Embraer-Flugzeugen ein Ersatzteilversorgungsabkommen unterzeichnete. Airlink wird darüber hinaus als erste Fluggesellschaft Afrikas das sogenannte Embraer Collaborative Inventory Planning (ECIP)-System nutzen. Dieses soll das Ersatzteilmanagement optimieren und gleichzeitig die Betriebskosten der Flotte senken.

Trotz bestehender Herausforderungen in der globalen Lieferkette hält Embraer an seinem Jahresziel fest, zwischen 222 und 240 Flugzeuge auszuliefern. Im Bereich Verkehrsflugzeuge plant der Hersteller mit 81 Maschinen, im Bereich Geschäftsflugzeuge mit 150. Die bisherige Entwicklung im ersten Quartal deutet darauf hin, daß diese Ziele realistisch erscheinen, sofern keine weiteren Lieferengpässe auftreten.

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