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Airbus mit verhaltenem Jahresauftakt 2025

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Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat einen verhaltenen Start in das Geschäftsjahr 2025 hingelegt. Wie aus den jüngst veröffentlichten Finanzzahlen hervorgeht, erreichte das Unternehmen im ersten Quartal lediglich 17 Prozent seines selbstgesteckten Ziels von rund 820 Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen für das Gesamtjahr.

Zwischen Januar und März konnten lediglich 136 Maschinen an die Kunden übergeben werden. Diese Entwicklung wirft Fragen nach der Erreichbarkeit der ambitionierten Jahresziele auf, obwohl der Konzern gleichzeitig von einem deutlichen Anstieg bei Umsatz und operativem Ergebnis berichten konnte.

Verzögerungen durch fehlende Triebwerke

Als Hauptursache für die niedrigen Auslieferungszahlen im ersten Quartal nannte Airbus-Chef Guillaume Faury spezifische Herausforderungen in der Lieferkette. Im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Analysten präzisierte er, dass sich darunter insbesondere Engpässe bei der Beschaffung von Triebwerken des Herstellers CFM International befinden. Laut Informationen des Fachportals FlightGlobal sollen sich zeitweise 17 Flugzeuge im Endmontagewerk befunden haben, die auf die Installation ihrer Triebwerke warteten.

Dieser Umstand verdeutlicht die Abhängigkeit des Flugzeugbauers von seinen Zulieferern und die Anfälligkeit der Produktionsprozesse gegenüber Störungen in der globalen Lieferkette. Ein Vergleich mit dem Vorjahr zeigt eine leichte Verschlechterung: Im ersten Quartal 2024 hatte Airbus noch 142 Flugzeuge an 45 Fluggesellschaften ausgeliefert.

Finanzielle Kennzahlen zeigen positive Entwicklung

Trotz der geringeren Auslieferungszahlen im Bereich der Verkehrsflugzeuge präsentierte Airbus für das erste Quartal 2025 erfreuliche finanzielle Ergebnisse. Der Umsatz des Konzerns stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 13,5 Milliarden Euro (15,2 Milliarden US-Dollar), verglichen mit 12,8 Milliarden Euro (14,4 Milliarden US-Dollar) im ersten Quartal 2024.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT Adjusted) legte sogar um acht Prozent auf 624 Millionen Euro (706 Millionen US-Dollar) zu, nach 577 Millionen Euro (653 Millionen US-Dollar) im Vorjahr. Auch die Sparten Airbus Helicopters und Airbus Defence and Space trugen mit verbesserten operativen Ergebnissen zur positiven Gesamtentwicklung bei. Faury betonte, dass die Ergebnisse des ersten Quartals die Fortschritte bei den Prioritäten des Unternehmens in allen Geschäftsbereichen widerspiegelten.

Auftragsbücher weiterhin gut gefüllt

Erfreulich entwickelte sich auch die Nachfrageseite. Airbus konnte im ersten Quartal 280 neue Bruttoaufträge für Verkehrsflugzeuge verbuchen (erstes Quartal 2024: 170). Nach Berücksichtigung von Stornierungen belief sich der Nettoauftragseingang auf 204 Flugzeuge. Der Auftragsbestand zum 31. März 2025 erreichte mit 8.726 Flugzeugen ein weiterhin hohes Niveau. Diese Zahl unterstreicht das anhaltende Vertrauen der Fluggesellschaften in die Produkte von Airbus und sichert dem Unternehmen eine solide Basis für zukünftiges Wachstum.

Airbus bekräftigte seine Pläne zur Steigerung der Produktionsraten in den kommenden Jahren. Für die A320-Familie wird weiterhin eine Produktionsrate von 75 Flugzeugen pro Monat im Jahr 2027 angestrebt. Bei der A350 soll die monatliche Produktionsrate bis 2028 auf zwölf Maschinen erhöht werden, und für den A220 ist eine Rate von 14 Flugzeugen pro Monat im Jahr 2026 vorgesehen. Allerdings wies Airbus darauf hin, dass spezifische Herausforderungen in der Lieferkette, insbesondere im Zusammenhang mit dem Zulieferer Spirit AeroSystems, den Hochlauf der Produktion bei den Modellen A350 und A220 derzeit belasten.

Ausblick auf das Gesamtjahr bleibt bestehen – Unsicherheiten durch mögliche Zölle

Trotz des verhaltenen Starts ins Jahr hält Airbus an seinem Ziel fest, im Gesamtjahr 2025 weiterhin rund 820 Verkehrsflugzeuge auszuliefern. Allerdings betonte das Unternehmen, dass diese Prognose mögliche Auswirkungen von Zöllen auf sein Geschäft nicht berücksichtigt.

Guillaume Faury erklärte, dass die Unsicherheiten bezüglich der Umsetzung, des Umfangs und der Dauer möglicher Zölle die Situation verkomplizierten. Airbus beobachte und bewerte die Lage intensiv, eine Quantifizierung der potenziellen Auswirkungen sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht möglich.

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