Die Deutsche Lufthansa AG und die gesamte Luftfahrtbranche trauern um Jürgen Weber, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden, Aufsichtsrats- und Ehrenaufsichtsratsvorsitzenden des Unternehmens. Weber verstarb gestern im Alter von 83 Jahren. Seine Karriere war eng mit der Geschichte der Lufthansa verbunden, die er über Jahrzehnte maßgeblich prägte. Wegbegleiter und Nachfolger würdigten ihn als eine herausragende Persönlichkeit und einen Architekten der modernen Lufthansa.
Karl-Ludwig Kley, der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG, würdigte Webers Lebenswerk mit den Worten: „Die heutige Lufthansa wäre ohne Jürgen Weber nicht denkbar. In seinen Jahren als Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender hat er sie so geprägt wie kaum ein anderer. Wir verneigen uns vor der Lebensleistung einer großen Persönlichkeit.“
Auch der gegenwärtige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG, Carsten Spohr, drückte im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lufthansa Group sein tiefes Mitgefühl aus. Er bezeichnete Weber als „Mr. Lufthansa“ und hob dessen unermüdlichen Einsatz für das Unternehmen während seines gesamten Berufslebens hervor. Spohr erinnerte insbesondere an Webers Rolle bei der Erneuerung der Lufthansa im Zuge der Sanierung und Privatisierung in den 1990er Jahren. Er betonte, daß entscheidende Weichenstellungen und Entwicklungen der Deutschen Lufthansa AG untrennbar mit Webers Namen verbunden bleiben würden.
Vom Ingenieur an die Spitze: Webers Weg bei der Lufthansa
Jürgen Weber begann seine Karriere bei der Lufthansa im Jahr 1967 als junger Ingenieur. Nach verschiedenen Positionen im Technik-Ressort wurde er 1990 in den Vorstand der Deutschen Lufthansa AG berufen. Von 1991 bis 2003 führte er das Unternehmen als Vorstandsvorsitzender und übernahm anschließend von 2003 bis 2013 den Vorsitz des Aufsichtsrats. Bis zu seinem Tod blieb er Ehrenaufsichtsratsvorsitzender.
In seiner Amtszeit als Vorstandsvorsitzender verantwortete Jürgen Weber nicht nur die Sanierung, Restrukturierung und Privatisierung der traditionsreichen Fluggesellschaft. Es gelang ihm, die Lufthansa wieder auf einen nachhaltigen Erfolgskurs zu bringen. Bereits in den 1990er Jahren bewies er strategischen Weitblick, insbesondere als einer der Gründungsväter der Star Alliance. Dieses von ihm initiierte Bündnis ist bis heute die größte globale Allianz von Fluggesellschaften und prägt die internationale Luftfahrt maßgeblich. Webers visionäre Führung und sein Engagement trugen entscheidend dazu bei, die Lufthansa zu dem globalen Player zu formen, der sie heute ist. Sein Vermächtnis wird im Unternehmen und in der gesamten Branche weiterleben.