Nach einer Phase der Unsicherheit und Flugausfällen infolge der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten planen mehrere europäische Fluggesellschaften die Wiederaufnahme ihrer Flugdienste nach Tel Aviv und Beirut. KLM Royal Dutch Airlines, Wizz Air und SAS Scandinavian Airlines haben angekündigt, ihre Verbindungen zu den genannten Städten wiederherzustellen. Dieser Schritt deutet auf eine vorsichtige Entspannung der Lage hin, obwohl andere Fluggesellschaften weiterhin zögerlich bleiben.
Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air zeigte sich entschlossen und nahm bereits am 15. Mai die Flüge von verschiedenen europäischen Zielen nach Tel Aviv wieder auf. Dies geschah weniger als zwei Wochen nach einem Raketenangriff in der Nähe des Flughafens Ben Gurion. Die schnelle Wiederaufnahme des Flugbetriebs durch Wizz Air mag überraschend erscheinen, deutet aber möglicherweise auf eine Einschätzung hin, daß die Sicherheitsrisiken als beherrschbar angesehen werden.
KLM kehrt nach elfmonatiger Pause nach Tel Aviv zurück
Die niederländische Fluggesellschaft KLM wird ihre Linienflüge von Amsterdam Schiphol nach Tel Aviv am 31. Mai wieder aufnehmen. Damit endet eine elf Monate andauernde Unterbrechung der Verbindung. Die Entscheidung von KLM, einer etablierten nationalen Fluggesellschaft, zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs könnte ein wichtiges Signal für andere Airlines sein und das Vertrauen in die Sicherheit der Destination stärken.
Eine bemerkenswerte Entwicklung ist die geplante Wiederaufnahme der Flüge von SAS Scandinavian Airlines nach Tel Aviv. Die skandinavische Fluggesellschaft will ab dem 26. Oktober eine Verbindung zwischen Kopenhagen und Tel Aviv anbieten. Dies markiert die Rückkehr von SAS nach Israel nach einer neunjährigen Pause, was die veränderte Risikoeinschätzung der Airline unterstreicht.
Zögerlichkeit anderer Fluggesellschaften und Forderungen nach Kompensation
Trotz der positiven Signale einiger Fluggesellschaften halten viele andere ihre Flugdienste nach Tel Aviv weiterhin ausgesetzt. United Airlines verlängerte kürzlich ihre Flugaussetzung mindestens bis Mitte Juni. Laut Berichten der Times of Israel hat eine Gruppe von 20 namentlich nicht genannten ausländischen Fluggesellschaften ein Schreiben an das Verkehrsministerium gerichtet, in dem sie ihre Rückkehr von einer Lockerung der bestehenden Vorschriften zur Entschädigung von Passagieren stornierter Flüge abhängig macht. Dies deutet darauf hin, daß neben Sicherheitsbedenken auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle bei der Entscheidung einiger Airlines spielen.
Auch die libanesische Hauptstadt Beirut wird bald wieder von mehr ausländischen Fluggesellschaften angeflogen. Wizz Air Abu Dhabi plant die Wiederaufnahme ihrer Direktflüge von Abu Dhabi nach Beirut am 4. Juni. SAS Scandinavian Airlines wird ihre Verbindung von Kopenhagen nach Beirut ab dem 6. Juni wieder anbieten, und LOT Polish Airlines wird ab dem 1. Juli wieder Nonstopflüge zwischen Warschau und Beirut durchführen. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, daß sich auch die Einschätzung der Sicherheitslage in Bezug auf den Libanon bei einigen Fluggesellschaften positiv verändert hat.
Hintergrund der Flugausfälle waren regionale Konflikte
Die Flugausfälle und -unterbrechungen nach Tel Aviv und Beirut in den vergangenen anderthalb Jahren waren primär auf Sicherheitsbedenken zurückzuführen. Ausgelöst durch den Krieg zwischen Hamas und israelischen Sicherheitskräften im Oktober 2023, entwickelte sich die Situation zu einem regionalen Konflikt, der erhebliche Auswirkungen auf den Flugverkehr hatte.
Viele große Fluggesellschaften zögerten seither, nach Israel oder in den Libanon zurückzukehren. Die nun erfolgenden Wiederaufnahmen einiger Flugdienste könnten ein Wendepunkt darstellen, abhängig davon, wie sich die Sicherheitslage in der Region weiterentwickelt.