Am Samstag, dem 17. Mai 2025, ereignete sich am Chicago O’Hare International Airport ein sicherheitsrelevanter Vorfall, als ein Fahrer des Lieferdienstes DoorDash irrtümlich in einen beschränkten Bereich des Flughafens gelangte.
Die unbefugte Einfahrt des Fahrzeugs in den gesicherten Perimeter wurde von der Flugsicherung bemerkt und löste kurzzeitig Besorgnis aus, wie CBS News Chicago berichtete. Obwohl es zu keinen betrieblichen Störungen kam und die Behörden die Handlung als unbeabsichtigt einstuften, wirft der Vorfall erneut Fragen hinsichtlich der Sicherheit am Boden und der Zugangskontrollen an einem der größten Flughäfen der Vereinigten Staaten auf. Dies geschieht vor dem Hintergrund jüngster ähnlicher Vorfälle an den Flughäfen O’Hare und Midway.
Fahrer gelangte unbemerkt in den Airside-Bereich
Der 36-jährige Fahrer befand sich auf einer Auslieferungsfahrt, als er versehentlich in den Airside-Bereich des Flughafens fuhr. Laut einer von CBS News Chicago zitierten Quelle könnte der Fahrer mehrere interne Straßen und möglicherweise sogar Rollwege befahren haben, bevor die Flugsicherung auf das Fahrzeug aufmerksam wurde. Flughafenbehörden stoppten das Fahrzeug und befragten den Fahrer, der angab, sich verirrt zu haben. Die Polizei von Chicago bestätigte in einer Stellungnahme, daß die Einfahrt als unabsichtlich gewertet wurde und keine Anklage erfolgte. DoorDash kündigte an, den Vorfall zu untersuchen.
Das Chicago Department of Aviation (CDA), das die Aufsicht über die Flughäfen O’Hare und Midway hat, betonte in einer Erklärung gegenüber Simple Flying, daß die Sicherheit der Öffentlichkeit, der Flughafenmitarbeiter und der Anlagen oberste Priorität habe. Es seien keine betrieblichen Störungen oder Sicherheitsvorfälle gemeldet worden, und der betroffene Bereich sei vorsorglich überprüft worden. Das CDA nehme den Vorfall ernst und werde die Ergebnisse der Untersuchung für notwendige Folgemaßnahmen nutzen.
Wiederholte Sicherheitsvorfälle an Chicagoer Flughäfen
Der jüngste Vorfall ist kein Einzelfall an den Flughäfen von Chicago. Bereits im April 2024 fuhr ein städtisches Fahrzeug ohne Genehmigung auf einen aktiven Rollweg am O’Hare, was beinahe zu einem Zusammenstoß mit einem Flugzeug führte. Im Februar 2025 kam es am Chicago Midway International Airport zu einer ernsten Landebahnkreuzung, als ein Privatjet unbefugt eine aktive Start- und Landebahn überquerte und ein landendes Southwest-Flugzeug zum Abbruch zwang.
Diese Vorfälle haben eine nationale Diskussion über die Sicherheit auf Flugplätzen ausgelöst. Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA führte 2024 eine Überprüfung an 45 der verkehrsreichsten Flughäfen des Landes durch, um das Risiko von Landebahnkreuzungen zu bewerten. Dabei wurden Schwachstellen wie Personalmangel, unerfahrene Piloten und veraltete Flugsicherungssysteme identifiziert.
Als Reaktion darauf kündigte die FAA im April 2025 die Installation neuer Warnsysteme für Landebahnkreuzungen an 74 Flughäfen an. Obwohl die Rate schwerwiegender Landebahnkreuzungen laut FAA gesunken ist, zeigt der aktuelle Vorfall am O’Hare, daß die Sicherheit am Boden weiterhin eine Herausforderung darstellt. Robert Mark, ein ehemaliger Fluglotse und Pilot, bezeichnete den Vorfall als beängstigend und wies auf die potenziellen Gefahren solcher Sicherheitslücken hin, insbesondere bei Nacht oder schlechten Sichtverhältnissen.