Airbus A330 (Foto: Steffen Lorenz).
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Indien beendet Leasingabkommen zwischen Indigo und Turkish Airlines

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Die indische Fluggesellschaft Indigo wird ihren bestehenden Leasingvertrag mit Turkish Airlines bis zum 31. August dieses Jahres beenden. Diese Entscheidung erfolgte, nachdem die indische Luftfahrtbehörde eine ursprünglich gewünschte Verlängerung des Vertrages auf lediglich drei Monate begrenzt hatte. Indigo sah sich daraufhin gezwungen, nach alternativen Lösungen zu suchen. Der Vertrag war in Indien zuletzt in die Kritik geraten, da die Türkei im andauernden Konflikt zwischen Indien und Pakistan wiederholt die Seite Pakistans unterstützt hatte. Auch die indische Fluggesellschaft Air India hatte sich gegen die Fortführung des Abkommens ausgesprochen.

Die Hintergründe dieser Entwicklung sind in den angespannten politischen Beziehungen zwischen Indien und der Türkei zu suchen. Insbesondere die Unterstützung der Türkei für Pakistan in verschiedenen Konflikten hat in Indien zu Verärgerung geführt. Dies spiegelte sich auch in öffentlichen Äußerungen und Forderungen nach einer Beendigung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit türkischen Unternehmen wider.

Beschränkte Verlängerung durch die Luftfahrtbehörde zwingt zum Handeln

Die indische Luftfahrtbehörde griff die Bedenken auf und limitierte die Verlängerung des Leasingvertrages zwischen Indigo und Turkish Airlines auf drei Monate. Diese Entscheidung zwang Indigo, das seit 2023 Großraumflugzeuge von der staatlich unterstützten türkischen Fluggesellschaft geleast hatte, zur Suche nach anderen Optionen, um seine Flottenplanung zu gewährleisten. Es wird spekuliert, daß die indische Regierung mit dieser Maßnahme ein deutliches Signal an die Türkei senden wollte.

Auch Air India hatte sich in die Debatte eingeschaltet und bei der indischen Regierung interveniert, um eine Beendigung des Leasingabkommens zu erreichen. Air India argumentierte dabei mit potenziellen Wettbewerbsnachteilen und verwies auf Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der türkischen Haltung gegenüber Pakistan. Obwohl Air India selbst sich öffentlich nicht zu den Geschäftsmodellen von Wettbewerbern äußern wollte, deuten Medienberichte auf ein entsprechendes Schreiben an die Regierung hin.

Auswirkungen auf Indigos Flugbetrieb erwartet

Die Beendigung des Leasingvertrages mit Turkish Airlines wird unweigerlich Auswirkungen auf den Flugbetrieb von Indigo haben. Die geleasten Flugzeuge wurden mutmaßlich auf bestimmten Strecken eingesetzt, und Indigo wird nun alternative Kapazitäten finden müssen. Dies könnte die Anmietung von Flugzeugen anderer Anbieter oder eine Anpassung des Flugplans erforderlich machen. Indigo selbst hatte die Kooperation mit Turkish Airlines in der Vergangenheit damit begründet, daß sie der Fluggesellschaft die Erschließung von Langstreckenmärkten ermögliche und die Grundlage für die zukünftige Eigenständigkeit im Langstreckengeschäft mit den bestellten Airbus A321XLR und A350-900 gelegt habe.

Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Schritte Indigo nun unternehmen wird, um die durch die Beendigung des Leasingvertrages entstehende Lücke zu füllen und seine Expansionspläne im Langstreckenbereich weiter zu verfolgen. Die Entscheidung der indischen Regierung und die Reaktion von Indigo zeigen jedoch deutlich, wie politische Spannungen auch die zivile Luftfahrt beeinflussen können.

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