Boeing 737-700 (Foto: Mario Caruana / MAviO News).
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Smartwings expandiert: Tschechischer Carrier stärkt Liniennetz für den Winter 2025

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Smartwings, die größte Fluggesellschaft der Tschechischen Republik, hat eine umfassende Erweiterung ihres europäischen Linienflugnetzes für den Winter 2025 angekündigt. Diese Expansion soll das bereits umfangreiche Charterprogramm der Airline ergänzen. Smartwings hat sich seit der schrittweisen Einstellung ihrer ehemaligen Konzernschwester Czech Airlines im Jahre 2024, welche zur Smartwings Group gehörte, rasant entwickelt.

Die jüngste Ankündigung der Fluggesellschaft sieht die Aufnahme von zwei neuen Destinationen in den Winterflugplan vor: Prag wird ab dem 24. Oktober 2025 eine regelmäßige Verbindung nach Bilbao in Spanien erhalten, gefolgt von einer neuen Strecke nach Toulouse in Frankreich ab dem 25. Oktober 2025. Diese strategischen Schritte unterstreichen das Bestreben von Smartwings, seine Präsenz im europäischen Linienflugverkehr zu festigen und die Auswirkungen der saisonalen Schwankungen im Fluggeschäft zu mildern.

Ein dynamischer Wandel: Von Charter zum Hybrid-Carrier

Die Geschichte von Smartwings ist eng mit der Transformation des tschechischen Luftverkehrs verbunden. Gegründet als Travel Service im Jahre 1997, entwickelte sich das Unternehmen zunächst zu einem der größten Charterfluganbieter in Mitteleuropa. Die Übernahme der traditionsreichen tschechischen Nationalfluggesellschaft Czech Airlines (ČSA) im Jahre 2013 durch die Smartwings Group markierte einen Wendepunkt. Während ČSA über Jahrzehnte hinweg das Rückgrat des tschechischen Linienflugverkehrs bildete, geriet die Gesellschaft in den letzten Jahren zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die vollständige Einstellung des Betriebs von Czech Airlines im Jahre 2024 und deren Integration in die Smartwings-Strukturen bedeutete eine Neuausrichtung für die gesamte Gruppe.

Smartwings hat die sich bietende Gelegenheit genutzt, um das Linienflugangebot, welches zuvor hauptsächlich unter der Marke Czech Airlines operierte, unter eigenem Namen auszubauen. Dieser Übergang von einem vornehmlich auf Charterflüge ausgerichteten Geschäftsmodell hin zu einem Hybrid-Carrier, der sowohl Charter- als auch Linienflüge anbietet, ist eine gängige Strategie in der Luftfahrt, um die Flottenauslastung zu optimieren und die Abhängigkeit von saisonalen Touristenzielen zu verringern. Die rasanten Entwicklungen seit der Auflösung der Czech Airlines zeigen das Bestreben von Smartwings, die Führungsposition im tschechischen Markt nicht nur zu halten, sondern auch im internationalen Kontext auszubauen.

Die jüngste Ankündigung der neuen Linienflüge nach Bilbao und Toulouse ist ein deutliches Zeichen dieser strategischen Neuausrichtung. Beide Städte, obgleich touristisch interessant, sind auch wichtige Wirtschaftszentren in ihren jeweiligen Ländern, was auf eine Ausweitung des Kundenkreises über reine Urlaubsreisende hinaus hindeutet. Die neuen Verbindungen zwischen Prag und Bilbao werden zweimal wöchentlich, montags und freitags, angeboten. Die Flüge nach Toulouse sind für mittwochs und samstags geplant, ebenfalls zweimal pro Woche. Diese Frequenzen sind darauf ausgelegt, sowohl Wochenendtrips als auch längere Aufenthalte für Geschäfts- oder Kulturreisen zu ermöglichen.

Umfassende Netzwerkerweiterung: Europas Metropolen im Fokus

Die neuen Dienste nach Bilbao und Toulouse sind lediglich die jüngsten Ergänzungen einer Reihe von neuen Routen, welche Smartwings für den kommenden Winterflugplan angekündigt hat. Die Fluggesellschaft hat in den letzten Monaten eine signifikante Erweiterung ihrer Prag-basierten Operationen vorgenommen. Neben den bereits genannten Zielen wird Smartwings auch neue Linienflüge zu weiteren europäischen Metropolen anbieten, um das Streckennetz noch dichter zu knüpfen und die Attraktivität für Reisende zu erhöhen.

Zu diesen weiteren Neuerungen gehören:

  • Barcelona: Vier Flüge pro Woche, was die Popularität der katalanischen Hauptstadt unterstreicht.
  • Porto: Zweimal wöchentlich, eine attraktive Destination im Norden Portugals, bekannt für ihre Kultur und den Portwein.
  • Rom: Vier Flüge pro Woche zur italienischen Hauptstadt, einem Klassiker für Städtereisende.
  • Brüssel: Zwölf Flüge pro Woche, eine hohe Frequenz, die sowohl Geschäftsreisenden als auch politischen Pendlern dient.
  • Bukarest: Sieben Flüge pro Woche, eine wichtige Verbindung zur rumänischen Hauptstadt.

Gleichzeitig hat Smartwings die Frequenz bestehender und beliebter Routen signifikant erhöht. Seit Ende 2024 bietet die Fluggesellschaft beispielsweise Flüge nach Paris dreimal täglich an, was die hohe Nachfrage auf dieser wichtigen europäischen Achse widerspiegelt. Auch die Verbindungen nach Málaga an der spanischen Südküste wurden auf zwölf Flüge pro Woche aufgestockt, was die Beliebtheit der Costa del Sol bei tschechischen Reisenden hervorhebt.

Insgesamt wird Smartwings unter ihrem aktualisierten Winterflugplan 2025-2026 direkte Linienflüge von tschechischen Flughäfen zu mehr als dreißig Destinationen anbieten. Das Netz umfaßt dann Routen von Prag nach Madrid, Paris, Dubai, zu den vier Kanarischen Inseln Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura, nach Porto in Portugal, Rom, Brüssel, Málaga, Bilbao, Barcelona, Valencia, Toulouse, Bukarest, Tel Aviv, Antalya, Mallorca, Madeira (Funchal), die Azoren (Ponta Delgada) sowie zu den ägyptischen Ferienorten Hurghada und Marsa Alam. Diese breit gefächerte Auswahl zeigt das Bestreben von Smartwings, ein umfassendes Angebot für verschiedene Reisezwecke und Kundenpräferenzen zu schaffen.

Chartergeschäft als starkes Fundament: Ergänzung durch Langstrecken

Während der Ausbau der Linienflüge im Vordergrund steht, bleibt das Chartergeschäft ein fundamentales Standbein für Smartwings. Für den kommenden Winter plant die Fluggesellschaft weiterhin umfangreiche Charterflüge von Prag zu einer Vielzahl attraktiver Langstreckenziele. Diese Verbindungen bedienen zumeist Pauschalreisen und bieten Reisenden direkte Anbindung an exotische und sonnige Destinationen in den kälteren Monaten.

Zu den Zielen der Smartwings-Charterflüge für die bevorstehende Wintersaison gehören die Kapverdischen Inseln (Sal und Boa Vista), Bahrain, Katar (Doha), Oman (Salalah), die Vereinigten Arabischen Emirate (Ras Al Khaimah), Sansibar und Kenia (Mombasa). Diese Destinationen sind klassische Winterfluchtziele, welche die Flugzeuge von Smartwings in den Monaten füllen, in denen die Nachfrage nach Kurz- und Mittelstrecken-Linienflügen typischerweise geringer ist. Diese Mischung aus regulären Linienflügen und einem robusten Charterprogramm ermöglicht Smartwings eine hohe Auslastung ihrer Flotte über das gesamte Jahr hinweg und sorgt für eine verbesserte Profitabilität. Es ist eine bewährte Strategie vieler europäischer Fluggesellschaften, um die Saisonalität des Reisegeschäfts effektiv zu managen.

Die Flotte von Smartwings: Vielseitigkeit als Stärke

Smartwings ist nicht nur die größte tschechische Fluggesellschaft, sondern auch eine der am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften in Mitteleuropa. Sie ist Teil der Smartwings Group, zu der auch Smartwings Poland, Smartwings Slovakia und Smartwings Hungary gehören, was die regionale Präsenz und Bedeutung der Gruppe unterstreicht. Smartwings bietet regelmäßige Flüge zu mehr als 80 Destinationen an und verfügt zudem über ein umfassendes Angebot an Charterdiensten für eine Vielzahl von Kunden.

Laut ch-aviation betreibt Smartwings eine Flotte von 55 Flugzeugen. Diese Flotte ist bemerkenswert vielseitig und spiegelt die Anforderungen sowohl des Charter- als auch des Linienfluggeschäfts wider. Die Aufschlüsselung der Flugzeugtypen umfaßt:

  • Drei Geschäftsreiseflugzeuge (Business Jets), welche für den exklusiveren Bedarf eingesetzt werden.
  • Acht Airbus A320, die im sogenannten „Wet-Lease“ betrieben werden, d.h. sie werden von anderen Anbietern samt Besatzung gemietet, um Kapazitätsengpässe zu überbrücken.
  • Drei Airbus A220, modernere und effizientere Flugzeuge, die für Kurz- und Mittelstrecken ideal sind und die Flotte verjüngen.
  • Zwei Airbus A320, welche als Ergänzung zu den geleasten Maschinen dienen.
  • Zwei Boeing 737-700, ältere, aber zuverlässige Modelle für kürzere Strecken.
  • Zweiundzwanzig Boeing 737-800, das Rückgrat der Flotte für Charter- und Linienflüge mit hoher Kapazität.
  • Dreizehn Boeing 737 Max 8, die modernste und treibstoffeffizienteste Variante der 737-Familie, ideal für längere Mittelstrecken.
  • Zwei Boeing 737 Max 9, eine noch größere Variante der Max-Familie.

Diese Mischung aus verschiedenen Flugzeugtypen und die Fähigkeit, Flugzeuge flexibel zu leasen, ermöglicht es Smartwings, auf die unterschiedlichen Anforderungen ihres Geschäftsmodells zu reagieren – von Hochsaison-Charterflügen bis hin zu ganzjährigen Linienverbindungen. Die Modernisierung durch die Einführung von Airbus A220 und Boeing 737 Max-Modellen zeigt das Engagement der Airline, in Effizienz und Komfort zu investieren, um auch zukünftig eine wettbewerbsfähige Position in Mitteleuropa zu behaupten. Der kontinuierliche Ausbau des Liniennetzes ist ein klares Zeichen für das strategische Wachstum und die Ambition von Smartwings, seine Rolle als führende Fluggesellschaft in der Region zu festigen.

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