Der Flugverkehr in Finnland steht vor erheblichen Turbulenzen: Die Finnische Luftfahrtgewerkschaft (IAU) hat für Anfang Juli, namentlich den 2., 4. und 7. Juli, Arbeitskampfmaßnahmen angekündigt, die zu massiven Betriebsstörungen am Flughafen Helsinki führen werden.
Diese vierstündigen Streiks, welche verschiedene Arbeitsschichten betreffen sollen, werden voraussichtlich die Bodendienste von Finnair, der größten Fluggesellschaft am Flughafen Helsinki, vollständig lahmlegen. Die Airline rechnet mit der Streichung eines Großteils der über 900 für diese Tage geplanten Flüge, und auch Verbindungen an den umliegenden Tagen könnten betroffen sein. Dies kündigt eine herausfordernde Periode für Reisende an, die Finnland anfliegen oder von dort abreisen möchten, insbesondere da auch für die zweite Julihälfte weitere Streiktermine in Aussicht gestellt wurden.
Umfangreiche Auswirkungen auf den Flugbetrieb der Finnair
Die Ankündigung der Streiks durch die IAU hat die Finnair, Finnlands nationale Fluggesellschaft, in eine schwierige Lage gebracht. Als primärer Nutzer des Flughafens Helsinki ist Finnair in hohem Maße von den Bodendiensten abhängig, die durch die Arbeitskampfmaßnahmen direkt betroffen sein werden. Diese Dienste umfassen essentielle Bereiche wie die Gepäckabfertigung, die Flugzeugwartung, das Catering, die Frachtabfertigung sowie den Kundenservice am Boden – allesamt unerläßliche Säulen für einen reibungslosen Flugbetrieb. Die Gewerkschaft, die die Interessen des Bodenpersonals vertritt, hat ihre Streiks strategisch so angesetzt, daß sie maximale Wirkung erzielen.
Sami Suokas, Head of Solution Management bei Finnair, äußerte sich zu den erwarteten Folgen: „Flugausfälle aufgrund von Arbeitskampfmaßnahmen haben leider zu einer Überlastung unseres Kundenservice geführt. Wir entschuldigen uns für den dadurch entstehenden Schaden für unsere Kunden. Wir tun alles, um unsere Kunden bestmöglich zu bedienen.“ Diese Aussage deutet auf bereits bestehende Herausforderungen im Kundendienst hin, die durch die anstehenden Streiks noch verschärft werden dürften. Finnair plant, die Annullierungen von Flügen erst zwei Tage vor dem jeweiligen Streiktermin vorzunehmen, sobald ein klarerer Überblick über die tatsächlich verfügbaren Ressourcen vorliegt. Dies soll unnötige Stornierungen im Vorfeld vermeiden, erhöht aber zugleich die Unsicherheit für die Reisenden bis kurz vor dem Abflug.
Die Ankündigung der Streiks reiht sich ein in eine Serie von Arbeitskampfmaßnahmen, die Finnair in den letzten Monaten bereits getroffen haben. Bereits im Mai und Juni kam es zu wiederholten Streiks, welche zu Flugstreichungen und Verspätungen führten. So empfahl Finnair im Mai sogar, eigenes Essen auf Kurzstreckenflügen mitzubringen, da das Catering aufgrund der Arbeitsniederlegungen stark eingeschränkt war. Dies verdeutlicht die bereits angespannte Lage und die wiederkehrenden Konflikte zwischen der Fluggesellschaft und ihren Beschäftigten. Die Forderungen der Gewerkschaften beziehen sich in der Regel auf Lohn- und Arbeitsbedingungen, was in vielen europäischen Ländern ein wiederkehrendes Thema im Luftverkehr ist.
Rechte und Optionen der betroffenen Passagiere
Für die zahlreichen Passagiere, deren Reisen von den Streiks betroffen sein könnten, bietet Finnair verschiedene Optionen an, um die Unannehmlichkeiten zu minimieren. Kunden mit Buchungen an den genannten Streiktagen haben die Möglichkeit, ihr Reisedatum kostenlos zu ändern. Flüge können auf einen früheren Termin verschoben oder bis Ende September verlegt werden. Dies gibt Reisenden eine gewisse Flexibilität, ihre Pläne anzupassen.
Die Änderung des Flugdatums kann in vielen Fällen über den Buchungsservice von Finnair online vorgenommen werden, sofern die Art des Tickets dies zuläßt. Für andere Ticketarten oder komplexere Fälle ist eine Kontaktaufnahme mit dem Finnair-Kundenservice oder dem jeweiligen Reisebüro, das die Tickets ausgestellt hat, erforderlich. Finnair weist darauf hin, daß eine sofortige Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice nicht zwingend notwendig sei, da Änderungen bis zum Abflugdatum des ursprünglichen Fluges möglich sind. Dies soll die Überlastung der Hotline in den ersten Tagen nach der Streikankündigung reduzieren.
Kunden, deren Flug aufgrund der Arbeitskampfmaßnahmen annulliert wird, werden von Finnair aktiv informiert, sobald die Streichung bearbeitet wurde. Sie erhalten eine Benachrichtigung und in der Regel eine neue Flugroute angeboten, die auch im Buchungsservice und in der mobilen App von Finnair einsehbar ist. Diese vorgeschlagene Route kann, im Rahmen der Flugverfügbarkeit, ebenfalls über den Buchungsservice oder den Kundenservice geändert werden. Alternativ steht den Passagieren das Recht zu, ihre Reservierung vollständig zu stornieren und eine Rückerstattung für das nicht genutzte Ticket zu beantragen. Gemäß der europäischen Fluggastrechte-Verordnung (EG) Nr. 261/2004 haben Passagiere bei Flugausfällen durch Streik, sofern dieser nicht als „außergewöhnlicher Umstand“ eingestuft wird, auch Anspruch auf Entschädigung. Die genaue Bewertung, ob ein Streik als außergewöhnlicher Umstand gilt, hängt von den spezifischen Details und der Verursachung des Streiks ab.
Weitere Streiktermine und die unsichere Zukunft des Flugverkehrs
Die Unsicherheit im finnischen Luftverkehr beschränkt sich nicht allein auf die ersten Julitage. Die Finnische Luftfahrtgewerkschaft (IAU) hat bereits weitere Arbeitskampfmaßnahmen für den 16., 18., 21. und 23. Juli angekündigt. Die genauen Auswirkungen dieser späteren Streiks werden von Finnair noch bewertet, es wird jedoch erwartet, daß sie geringer ausfallen dürften als die zu Beginn des Monats geplanten Aktionen. Dies könnte darauf hindeuten, daß die Gewerkschaft zu diesen Terminen weniger Schlüsselpositionen bestreiken oder nur bestimmte Schichten betreffen wird.
Die wiederkehrenden Streiks in der finnischen Luftfahrt, die bereits seit Mai dieses Jahres zu Einschränkungen führten, sind ein Ausdruck tieferliegender Konflikte zwischen den Arbeitnehmern und der Fluggesellschaft. Die anhaltenden Arbeitskämpfe belasten nicht nur die Passagiere, sondern auch die Reputation der Finnair und des Flughafens Helsinki als wichtiges Drehkreuz im nordeuropäischen Flugverkehr. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Unternehmen gestalten sich oft schwierig, insbesondere wenn es um Lohnforderungen und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in einem hart umkämpften globalen Markt geht.
Für Reisende, die in den kommenden Wochen Finnland besuchen möchten, ist es unerläßlich, sich vor Reiseantritt über den aktuellen Status ihres Fluges zu informieren. Dies kann über die Webseite von Finnair, deren mobile App, die Flughafen-Webseiten oder über die Sozialen Medien der Fluggesellschaft geschehen. Eine vorausschauende Planung und die Nutzung der angebotenen Umbuchungsmöglichkeiten sind der beste Weg, um größere Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Die Situation unterstreicht die Fragilität des modernen Luftverkehrs, der stark von der Kooperation und dem Konsens zwischen Management und Arbeitnehmerschaft abhängt.