Die insolvente taiwanesische Fluggesellschaft Far Eastern Air Transport (FAT), die ihren Betrieb im Dezember 2019 unerwartet einstellte, schuldet dem Staat weiterhin erhebliche Summen. Die ausstehenden Forderungen belaufen sich auf rund 96 Millionen Taiwan-Dollar, umgerechnet etwa 2,9 Millionen Euro, und betreffen Steuern, Sozialversicherungsbeiträge sowie Flughafenentgelte. Um einen Teil dieser Schulden zu decken, wird ein beschlagnahmtes Flugzeug der ehemaligen Airline erneut versteigert.
Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine McDonnell Douglas MD-82 mit der Registrierung B-28017. Dieses Luftfahrzeug wurde bereits im Jahre 2021 nach mehreren erfolglosen Versteigerungsversuchen von der Firma Weishuo Precision Industrial für 4,5 Millionen Taiwan-Dollar ersteigert. Da diese Firma jedoch zwischenzeitlich selbst über 9 Millionen Taiwan-Dollar an Gebühren für das Parken am Flughafen Taipeh-Songshan angehäuft hat, wurde das Flugzeug erneut beschlagnahmt. Solche Fälle von wiederholter Beschlagnahmung und Versteigerung sind in der Luftfahrtbranche ungewöhnlich und zeugen von der Komplexität der Abwicklung von Insolvenzen.
Die erneute Versteigerung der McDonnell Douglas MD-82 ist für den 1. Juli angesetzt, wie das Portal CNA berichtet. Der Startpreis liegt bei 4,5 Millionen Taiwan-Dollar. Parallel dazu werden weitere Vermögenswerte der ehemaligen Fluggesellschaft angeboten, darunter 14 Grundstücke, zwei Gebäude und diverse bewegliche Vermögenswerte. Diese Maßnahmen sollen dazu dienen, die ausstehenden Forderungen der Gläubiger, insbesondere des Staates und des Flughafens, zu bedienen.
Die Geschichte von Far Eastern Air Transport ist ein Beispiel für die Herausforderungen und Risiken im Luftfahrtgeschäft, insbesondere für kleinere Fluggesellschaften, die finanziellen Turbulenzen ausgesetzt sind. Das Schicksal der beschlagnahmten Flugzeuge und anderer Vermögenswerte verdeutlicht die langwierigen Prozesse, die mit der Liquidation eines insolventen Unternehmens verbunden sein können.